Reisegepäck, das mehr kann

Koffer schleppen macht keiner gern. Daher gibt es überall auf der Welt gute Ideen, wie das Gepäck zum Selbstläufer werden kann. Einige sind noch Zukunftsmusik, mit anderen kann man schon auf Reisen werden.

Ach wie schön wäre das, wenn man einfach schnippen könnte und das Gepäck wäre schon mal am Urlaubsort. Hat noch keiner erfunden, aber fast. Hier ein paar Visionen, die noch nicht im Handel sind, aber auf dem besten Weg dahin.

Hop!

Noch Zukunftsmusik: „The following suitcase“ (siehe Video oben) nennt sich der anhängliche kleine Koffer, der seinem Menschen stets folgt wie einst die Gänsekinder Konrad Lorenz. Dabei orientiert sich der Koffer nicht an seinen Instinkten, sondern an den Signalen des Smartphones, das der Mensch mit sich trägt. Dieser muss an sich nichts weiter tun als sein Hab und Gut im Auge zu behalten. Erfinder Rodrigo arcía Gonzalez sieht in seiner Innovation schon die nächste Generation des Reisens nach Louis Vitton, Samsonite und Delsey.

Sollte das Gepäckstück einmal nicht hinterherkommen bzw. das Signal zum Handy abreißen, soll dieses den Reisenden durch Vibration alarmieren. Der hop! hat einen eingebauten Motor, allerdings sind seine Fahreigenschaften noch nicht optimal, d. h. ist nicht sehr zügig unterwegs und er fällt bei Unebenheiten gern mal um. Seit 2012 arbeiten die Entwickler daran, diese Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Damit der hop! irgendwann so flüssig rollt wie ein Rollifahrer.

http://cargocollective.com/ideactionary/hop

Wheelchair Luggage von Andrew Slorance

Bereits erhältlich: Weniger technisch, aber auch überaus praktisch für Rollstuhlfahrer- speziell für solche im Starrrahmenrollstuhl –  kommt das englische Gepäckstück „Wheelchair Luggage“ des Herstellers Phoenix Instinct daher.  Das System ist simpel: Der Trolley wird einfach hinten am Rollstuhl befestigt.  Auf der Website des Hersteller werden die Koffer hübsch geordnet nach Rollstuhlmarke angeboten – auf jeden Fall sollten Bestellwillige sich genau durchlesen, ob ihre Marke und ihre Schiebestange mit den System kompatibel sind oder ob sie sich zum Koffer einen Adapter schicken lassen sollten.

http://phoenixinstinct.com/

Modobag


Aus Chicago kommt die Rennsemmel unter den innovativen Koffern: Auf ihm flitzen Reisende sitzend zum Zielort. Das dürfte besonders gehbehinderte oder/und ältere Personen freuen, deren Gleichgewichtssinn für das Kofferponny ausreicht und die auf ein seriöses Erscheinungsbild nicht unbedingt den allergrößten Wert legen.

Allerdings ist der Modobag nicht ganz billig: Mit mindestens 1500 Dollar muss man rechnen – plus Zoll!

http://modobag.com/

GITA

Der Vespa-Hersteller Piaggio tüftelt an dieser charmanten Erfindung: Eine Roboter-Kugel, die ihrem Besitzer (ggf. mit hoher Geschwindigkeit bis 35 km/h) folgt und dabei bis zu 20 kg Ladung tragen kann.

Noch gibt es „Gita“ nicht zu kaufen. Sie soll in den USA erste Praxistests bestehen, dann wird man bei Piaggio Fast Forward weitersehen. Unklar ist derzeit, wie die Kugel Unebenheiten überwinden könnte und wie sicher sie bei erhöhter Geschwindigkeit im Straßenverkehr sein kann. Auch zum Preis gibt es (Stand: Dezember 2018) noch keine Angabe.

Transporttaschen für den Rollstuhl

Was es bereits seit Längerem gibt, sind Transporttaschen für Faltrollstühle und deren Räder. In der Regel vertreibt sie der Hersteller des Rollstuhls als Zubehör.

Sondergepäck von Passagieren mit Behinderung wird von vielen Fluggesellschaften kostenlos befördert, wenn die Mitnahme der benötigten Hilfsmittel rechtzeitig angemeldet wird.

Siehe auch: Flugreiseplanung für Rollstuhlfahrer

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.