Ratgeber Elternassistenz

In Deutschland leben ca. 1,8 Millionen Eltern mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten. Für eine bessere Bewältigung des Alltags mit Kind, gibt es das Konzept „Elternassistenz“. Die Leistungen, die erbracht werden, sind unterschiedlich und die Selbstbestimmung der Eltern bleibt durchgehend erhalten.

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Elternassistenz bezieht sich auf den Bedarf von Eltern mit einer Körper– und Sinnesbehinderung, die einen Unterstützungsbedarf bei der Versorgung ihrer Kinder haben. Hierbei handelt es sich um die Deckung eines Hilfebedarfes bei der Versorgung des Kindes im Familienverbund und nicht um einen solitären Hilfebedarf des Kindes. Eltern benötigen hierbei Assistenz im Sinne „eines verlängerten Armes“. Elternassistenz unterstützt körper- und sinnesbehinderte Eltern, den Alltag mit Kind selbstbestimmt zu gestalten und für dessen Wohl zu sorgen. Die benötigten Leistungen der Elternassistenz unterscheiden sich je nach Lebenslage, familiärer Situation und Art der Behinderung oder chronischen Erkrankung.

Elternassistenz ersetzt nicht die persönliche Assistenz des behinderten Elternteils.

Für alle Beteiligten ist es wichtig zu wissen und anzuerkennen, dass

  • Die Eltern selbst entscheiden können, wann, wo, wie und durch wen die Hilfen erfolgen.
  • Die erzieherischen Belange in der Entscheidung der Eltern bleiben.
  • Die Arbeitsfelder der Elternassistenz z. B.: Pflege und Versorgung des Kindes, Assistenz bei altersgerechter Entwicklung des Kindes, Haushalt, Begleitung außerhalb der Wohnung, Betreuung des Kindes während der Therapiezeiten des behinderten Elternteils sind.

Die Finanzierungszuständigkeit liegt bei den Sozialhilfeträgern.

Was tun bei Elternassistenzbedarf?

Welche Schritte man gehen sollte, wenn man sich als behinderte Eltern in einer Situation sieht, in der Assistenz notwendig ist, erklärt der Ratgeber „Elternassistenz. Unterstützung für Eltern mit körperlichen Behinderungen, Sinnesbehinderungen und chronischen Erkrankungen“.

Das Dokument umfasst knapp 100 Seiten und wurde vom Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern – bbe e. V. herausgegeben.

Der Ratgeber greift alle Punkte auf, die für potentielle Nutzer der Elternassistenz relevant sein können und will helfen vor allem bei der Beantragung und Organisation personeller Hilfen zur Pflege und Versorgung der Kinder helfen. Er untergliedert sich in die Kapitel

  • Zur Situation von Eltern mit Behinderung oder chronischer Erkrankung
    Mit Informationen zu Elternschaft und Behinderung, Kinderwunsch und Schwangerschaft, Hilfe und deren Beantragung, vereinfachter Alltagsgestaltung und den verschiedenen Formen der Hilfe im Familienalltag bei unterschiedlichen Behinderungen.
  • Elternassistenz: Hilfen für körper- und sinnesbehinderte sowie chronisch kranke Eltern
    Mit Informationen zur Elternassistenz, den vier grundlegenden Kompetenzen für Assistenznehmer, und Tipps zur Gestaltung der Elternassistenz im Alltag.
  • Finanzierungsmöglichkeiten der Elternassistenz
  • Organisation der Elternassistenz via persönliches Budget, Arbeitgebermodell oder Nutzung einer Sachleistung vom ambulanten Dienst
  • Das Antragsverfahren
    Mit Informationen zum Antragsverfahren, was zu tun ist, wenn nicht oder nur teilweise bewilligt wird, wie Widerspruch eingelegt werden kann und wie man, falls nötig, klagt.
  • Grundlegende Tipps zum Umgang mit Assistenzpersonen für behinderte und chronisch kranke Eltern
    Mit Informationen zur Suche und zum Finden von Assistenzkräften, zu den Rechten und Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zu Assistenzverträgen und zur Lohnabrechnung.
  • Anhang
    Im Anhang finden sich u. a. eine Checkliste der benötigten Assistenzleistungen, ein Musterantrag, eine Mustervorlage falls Widerspruch eingelegt werden muss, Musterzielvereinbarungen, Muster zum Assistenzvertrag mit Ambulantem Dienst oder Assistenzkraft sowie wichtige Adressen, mit Organisationen, die unterstützen und beraten.

Hier geht es zum kostenfreien pdf-Download: Elternassistenz. Unterstützung für Eltern mit körperlichen Behinderungen, Sinnesbehinderungen und chronischen Erkrankungen.

 

Siehe auch: Modellprojekt: Elternassistenz erproben

 

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