Was wenn Fruchtzucker nicht vertragen wird?

Bei Fruktoseintoleranz muss man auf einiges verzichten: Süße Früchte, Zucker und Invertzucker und alle Produkte, die daraus hergestellt werden. Das kann im Alltag ganz schön einschränken. Die Produkte Fructaid und Xylosolv können helfen.

Bild _68715232 copyright Valentyn-Volkov, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock.com

Bei der intestinalen Fruktoseintoleranz bzw. Fruktosemalabsorption (siehe auch: Nahrungsmittelunverträglichkeiten) fehlen im Dünndarm ausreichende Mengen des Proteins GLUT-5, weshalb die Fruktose nicht aufgenommen werden kann und im Dickdarm landet, wo sie vergärt.

Die auftretenden Symptome sind ähnlich wie die bei Laktoseintoleranz (siehe: Pflanzenmilch – Alternative bei Laktoseintoleranz und Milcheiweißallergie):

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Stuhlunregelmäßigkeiten
  • Verstopfung

Fruktose ist vorrangig in Obst, Honig und Gemüse enthalten, kommt aber auch als ‚Verbindung‘ in anderen Lebensmitteln, wie Haushaltszucker (Saccharose), Rohr- und Rübenzucker und auch in Invertzucker, Sorbit und Inulin vor. Sorbit ist ein gängiger Zuckeraustauschstoff vor allem in Diabetiker-Produkten; Inulin zählt zu den Ballaststoffen und kommt u.a. in Artischocken, Pastinaken oder Zichorien vor.

Besonders viel Fruchtzucker ist u.a. enthalten in:

  • fast allen Obstsorten
    • Äpfelen
    • Feige
    • Pflaumen
    • Birnen
    • Mangos
    • Trauben
    • Etc.
  • allen Trockenfrüchten
  • Frucht- und Gemüsesäften, frisch und abgepackt
  • „Mineralwasser“ mit Geschmack und Früchtewasser
  • Softdrinks, Limonaden
  • Honig
  • (Süßem) Wein
  • Most und Cidre, etc.

Auch Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel können Sorbit und/oder Fruktose enthalten.

Die meisten Menschen, bei denen eine Fruktoseunverträglichkeit diagnostiziert wird, stellen sich darauf ein auf oben genannte Produkte ganz zu verzichten. Dabei entgehen ihnen aber die wertvollen Mikronährstoffe und Ballaststoffe, die in diesen Lebensmitteln eben auch enthalten sind.

Dabei ist ein völliger Verzicht oft gar nicht notwendig. In den meisten Fällen kommt es erst ab einer Fruktosekonzentration von 25 – 40 Gramm zu den oben genannten Beschwerden. Diese Toleranzgrenze variiert und muss individuell ausgetestet werden.

Eine Tabelle mit dem Fruktoseanteil in verschiedenen Lebensmitteln gibt es hier: Fruktosegehalte

Fruktose auf die Sprünge helfen

Es gibt zwei Medikamente, die man bei Fruktoseintoleranz eingesetzt werden können: Das relativ neue Fructaid und das nur im europäischen Ausland erhältliche Xylosolv.

  • Fructaid

Bei dem Wirkstoff von Fructaid handelt es sich um das Enzym Glukose-Isomerase, das im Dünndarm dafür sorgt, dass nicht aufgenommene Fruktose in gut resorbierbare Glukose umgewandelt wird.

Bis zu viermal täglich nimmt man einige Minuten vor einer fruchtzuckerhaltigen Mahlzeit ein bis vier Kapseln mit etwas Flüssigkeit ein. Die genaue Dosierung hängt davon ab, wie viel Fruktose man individuell verträgt und muss ausgetestet werden. Innerhalb einiger Minuten löst sich die Kapsel im Magen auf und setzt die enthaltenen Glukose-Isomerase-Pellets frei. Sie werden durch die Peristaltik des Magens mit der verzehrten Nahrung vermischt, entfalten aber erst im Dünndarm ihre Wirkung: Das aus den Pellets freigesetzte Enzym wandelt im Speisebrei vorhandene Fruktose in verträgliche Glukose um und verhindert so, dass es zu Verdauungsstörungen kommt.

  • Xylosolv

Funktioniert nach dem gleichen Wirkprinzip wie Fructaid, ebenfalls unter Verwendung des Enzyms Glukose-Isomerase hier allerdings unter dem Namen Xylose Isomerase. Auch Xylosolv nimmt man einige Minuten vor dem Verzehr von fruktosehaltigen Speisen oder Getränken ein, die Dosierung wird vom Hersteller allerding als ein bis zwei Kapseln genannt, was darauf schließen lässt, das Xylosolv höher dosiert ist als Fructaid.

Zu beziehen sind beide Produkte über internationale Versandapotheken.

Achtung!

Bei der hereditären (angeborenen) Fruktoseintoleranz kann keines der beiden Produkte verwendet werden; zudem ist zu beachten, dass Wirkstoff Glukose-Isomerase nicht bei sorbithaltigen Lebensmitteln hilft.

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