Rapamycin bei chronisch-neuropathischen Schmerzen

Das bei Organtransplantationen verwendete Medikament Rapamycin kann chronische Schmerzzustände bei Querschnittlähmung lindern. Dies ergab eine japanische Tiermodelstudie an der Tohoku Universität.

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Rapamycin, das eine hemmende und damit immunsupressive Wirkung auf das Protein mTOR hat, könnte für Querschnittgelähmte mit chronisch-neuropathischen Schmerzen (siehe: Schmerzempfinden bei Querschnittlähmung) ein neuer Hoffnungsträger sein.

Eigentlich wird Rapamycin bei der Transplantation von Nieren eingesetzt, um das Immunsystem daran zu hindern, das Spenderorgan als fremd zu erkennen und abzustoßen. Seit einigen Jahren steht es im Fokus japanischer Forschungen, die untersuchen, ob Rapamycin auch gewinnbringend bei Querschnittlähmung eingesetzt werden kann. Während es bereits erwiesen scheint, dass eine Rapamycingabe bei Mäusen Nervenschäden und Mobilitätseinschränkungen reduzieren kann, haben neuere Untersuchungen ergeben, dass es auch der Entstehung neuropathischer Schmerzen entgegenwirken kann.

Die Studie

Im Versuch wurden Mäusen Rückenmarksverletzungen im Brustwirbelbereich zugefügt und diese in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde mit Rapamycin behandelt, die andere war die Kontrollgruppe, bei der keine Behandlungen vorgenommen wurden.

Das Ergebnis: Bei den Mäusen, die innerhalb von vier Stunden nach Eintritt der Querschnittlähmung mit Rapamycin behandelt wurden, ergaben sich deutliche Verbesserungen in der Funktionen des Stütz- und Bewegungsapparats und die Hypersensitivität auf mechanische und thermale Reize an den Hinterläufen war erheblich reduziert. Eingehende Untersuchungen der beteiligten Mechanismen zeigten, dass durch die Behandlung die Aktivität mehrerer Verbindungswege, die mit der Schmerzweiterleitung in Zusammenhang stehen, gedämmt wurde. Weitere Studien sollen nun klären, welche weiteren Wirkungen und Nebenwirkungen der Einsatz von mTOR-Hemmern haben kann. Wann und ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen und die Therapiemöglichkeiten (siehe: Schmerztherapie bei Querschnittlähmung) ergänzen können, ist derzeit noch offen. Im April 2020 gibt es keine neuen Erkenntnisse.

Die vollständige Studie in englischer Sprache ist hier (kostenpflichtig) abrufbar: Rapamycin suppresses microglial activation and reduces the development of neuropathic pain after spinal cord injury