Gute Vorsätze und wie man sie umsetzt

Wer kennt das nicht? Die guten Vorsätze, die man fürs neue Jahr getroffen hat, sind zwar wirklich, wirklich gut. Sie sind aber oft auch wirklich, wirklich schwer umzusetzen. Das heißt aber nicht, dass sie zum Scheitern verurteilt sind …

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Jedes Jahr gehen im Januar Statistiken durch die Medien, die anzeigen, welche Ziele sich die Menschen in Deutschland fürs neue Jahr gesetzt haben. Es sind immer wieder ähnliche und unter den Top drei sind alle Jahr wieder dieselben: weniger rauchen, mehr bewegen, gesünder essen … Das sind sehr gute „gute Vorsätze“ und wenn man querschnittgelähmt ist, sollte man unter Umständen seine eigene sinnvoll erweiterte kleine Liste haben.

  1. Weniger rauchen
    Der Konsum von Zigaretten ist bei Querschnittlähmung eine besonders schlechte Idee, da rauchen das Atmen erschwert, die Haut gefährdet, Untergewicht und Mangelernährung begünstigt, das Blasenkrebsrisiko erhöht und neuropathische Schmerzen verschlimmern kann (siehe: Rauchen und Querschnittlähmung).
  2. Mehr bewegen
    Bewegung, vor allem an der frischen Luft, ist für Rollstuhlfahrer genauso wichtig wie für Fußgänger, wenn nicht wichtiger. Nur sieht sie eben anders aus. Fitnesstrainer Stefan Lange erklärt im Beitrag Über Sport und Gesundheit bei Querschnittlähmung warum dem so ist und wie man als Querschnittgelähmter mehr Bewegung in den Alltag einbauen kann.
  3. Gesünder essen
    Abnehmen und zunehmen fallen für viele in die Kategorie „gesünder essen“. Für Querschnittgelähmte ist es besonders wichtig das Normalgewicht zu halten oder zu erreichen, da Über- oder Untergewicht ungünstige Folgen haben und die falsche Ernährung z. B. die Entstehung von Druckstellen oder Diabetes Typ 2 beeinflussen und/oder das Darmmanagement erschweren sowie das Immunsystem schwächen.
    Siehe hierzu: Was tun bei Übergewicht? Abnehmen bei Querschnittlähmung und Strategien bei Untergewicht und Mangelernährung bei Querschnittlähmung
  4. Stress vermeiden
    Das Stresshormon Cortisol hilft uns zwar in gefährlichen Situation vor dem Feind zu fliehen oder uns ganz auf die Lösung eines Problems zu konzentrieren, es kann im Körper aber einen Kollateralschaden anrichten, der alle System beeinflussen und im schlimmsten Fall chronischen Krankheiten Vorschub leisten kann (siehe: Stress – Nur eine beiläufige Komponente). Entspannungsmethoden können helfen, mit Stress sinnvoll umzugehen (siehe: Entspannungsmethoden). Neben diesen Vorsätzen zum Erhalt der Gesundheit, gibt es aber auch „weichere“ Themen, mit denen man sich das Leben schöner oder einfacher gestalten könnte, wenn man sich endlich an ihre Umsetzung wagen würde:
  5. Unausweichliche Dinge nicht auf die lange Bank schieben
    Meist ist die Angst davor, das größere Problem als die Sache selbst. Hierzu zählen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt oder Zahnarzt, das Öffnen von Rechnungen sobald sie ins Haus flattern oder die jährlich wiederkehrende Steuererklärung (siehe: Steuertipps für Menschen mit Behinderungen). Einfach anpacken und durchziehen ist auf lange Sicht die bessere Lösung als das sowieso Unausweichliche wochenlang hinauszuschieben.
  6. Mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen
    Qualitativ hochwertige Zeit mit Menschen, die einem wichtig sind, zu verbringen, ist für viele das Schönste überhaupt und doch findet es in der Hektik des Alltags kaum statt. Die Lieben und auch sich selbst auf einen festen Termin pro Woche (oder Monat) ohne Fernseher, Smartphone oder Tablet festzunageln, führt meist zum gewünschten Ergebnis.

Und dann gibt es da noch die Liste mit „Dingen, die ich schon immer einmal machen wollte“, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten im Schrank liegt (oder nur im Kopf existiert) und zu deren Umsetzung man einfach nie gekommen ist. Auf dieser Liste steht bei jedem natürlich etwas anderes, doch gängige Beispiele sind:

7. Orte, an die ich schon immer einmal reisen wollte.

8. Bücher, die ich schon immer einmal lesen wollte.

9. Sportarten, die ich schon immer einmal ausprobieren wollte.

10. Menschen, die ich schon immer einmal küssen wollte.

… oder so ähnlich.

Wer es schafft diese Liste abzuarbeiten, fühlt sich besser und räumt dadurch nicht nur im Schrank sondern auch der Seele auf.

Zur Umsetzung. So klappt es mit den Vorsätzen.

Die eigentliche Herausforderung besteht ja darin, die guten Vorsätze, die man gefasst hat, auch wirklich in die Tat umzusetzen. Und zwar möglichst über den 15ten Januar hinaus. Wie aber kann solch eine Änderung des Lebensstils langfristig gelingen?

  1. Ursachenforschung betreiben
    Meist gibt es einen Grund dafür, dass die Dinge nicht so sind, wie man sie gerne hätte. Es könnten z. B. alltägliche Gewohnheiten sein, die einem gesunden Lebensstil entgegenstehen. Oft wird etwa aus einem anderen Grund als Hunger gegessen, etwa aus Langeweile oder aus Stress. Wenn es psychische Belastung ist, die einen dazu bringt sich ungesund zu ernähren oder zu rauchen, sollten auch diese Probleme es sein, die behandelt werden.
  2. Zielsetzung formulieren
    Es ist wichtig konkrete und realistische Ziele setzten und sie eindeutig zu formulieren. Sie stärken die Motivation und das Durchhaltevermögen. So lässt sich das Ziel „täglich nach jeder Mahlzeit eine halbe Stunde draußen sein“ eher erreichen als das allgemeine formulierte Ziel „mehr Sport an der frischen Luft“. Zusätzlich hilft es, die Ziel, die man hat, in Teilschritte herunter zu brechen. Wer z. B. im kommenden Jahr 15 Kilo abnehmen möchte, setzt sich zunächst das Ziel „5 Kilo weniger bis Mai“.
  3. Gleichgesinnte suchen       
    In einer Gemeinschaft geht alles leichter, denn Menschen, die dieselben Vorsätze und Ziele haben, spornen sich gegenseitig an und helfen beim Durchhalten. Gleichgesinnte kann man innerhalb der Familie, des Freundeskreises oder ggf. auch in Selbsthilfegruppen finden.
  4. Um Hilfe bitten
    Es gibt manche Dinge, die schafft man einfach nicht allein, und um Hilfe zu bitten, ist nicht etwa ein Zeichen von Schwäche sondern vielmehr von Stärke. Wer es z. B. nicht schafft, das gewählte Sportprogramm zu Hause aus eigenem Antrieb durchzuziehen, sucht sich einen qualifizierten Trainer. Und wer es im Rollstuhl partout nicht geregelt kriegt alleine auf Berge in Tibet zu klettern, heuert einer Sherpa an.
  5. Mit Misserfolgen leben
    Stolpersteine sind auf jedem Weg zum Ziel zu erwarten und es kann sein, dass man an manchen Tagen über alle Stränge schlägt und sich an keinen, wirklich keinen der guten Vorsätze, die man hat, hält. Oder man stellt fest, dass „täglich nach jeder Mahlzeit eine halbe Stunde draußen sein“ einfach nicht machbar ist, weil man nach dem Frühstück schleunigst zur Arbeit muss. An dieser Stelle ist es wichtig den Misserfolg zu verbuchen und in abgewandelter Form mit dem weiterzumachen, was machbar ist. Und: sich Mittwoch eine Zigarette angesteckt oder einen Käsekuchen verdrückt zu haben, bedeutet nicht, dass man es Donnerstag auch tun muss.

Zum Thema „Durchhalten“ gibt es viele schlaue Sprüche und Mottos, etwa „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“, „Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt“ und „Über raue Pfade zu den Sternen“. Am besten macht man sich eine dieser Weisheiten zu Eigen und legt einfach los.

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