Stiftung Anerkennung und Hilfe

Die von Bund, Ländern und Kirchen getragene „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ hat am 2. Januar 2017 ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll Menschen unterstützen, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe Unrecht erfahren haben und ihnen helfen, mit Folgewirkungen umzugehen.

Der volle Name der Stiftung lautet: „Stiftung zur Anerkennung und Hilfe für Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 (Bundesrepublik Deutschland) bzw. 1949 bis 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen Leid und Unrecht erfahren haben“.

Betroffene, die in der genannten Zeit z. B. in einem Heim oder einer psychiatrischen Klinik gelebt und dort körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt und Missbrauch erlebt haben, können durch die Stiftung Unterstützung erwarten. Zu den Erfahrungen von Unrecht gehören auch ein verweigerter Schulbesuch, verweigerte Ausbildung oder Arbeit, religiöse Zwangserziehung, politische Indoktrinierung sowie unzureichende gesundheitliche Versorgung oder Ernährung.

Die Länder richten regionale Anlauf- und Beratungsstellen ein. Diese bieten den Betroffenen ein persönliches Gespräch zur individuellen Beratung und Unterstützung bei dem Prozess der Aufarbeitung der eigenen Geschichte an und helfen bei der Anmeldung für Anerkennungs- und Unterstützungsleistungen.

Zum Ablauf

  • Betroffene können bei der örtlich zuständigen Anlauf- und Beratungsstelle einen Termin machen.
  • In einem persönlichen Beratungsgespräch wird dann das weitere Vorgehen besprochen. Die Beratung hat auch das Ziel, das Erlebte gemeinsam aufzuarbeiten.
  • Gemeinsam mit den Beratern vor Ort können Betroffene eine Anmeldung mit einem schriftlichen Bericht über die Erlebnisse und die Folgewirkungen ausfüllen.
  • Sind die Zugangsvoraussetzungen erfüllt, wird die ausgefüllte Anmeldung an die Geschäftsstelle der Stiftung, die beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) angesiedelt ist, weitergeleitet.
  • Die Geschäftsstelle prüft die Anmeldung auf Schlüssigkeit und zahlt die Leistungen ggf. aus.

Die Leistungen der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ seien analog zu denen der Fonds „Heimerziehung“ keine Entschädigungen, heißt es auf der Stiftungsseite. Sie sollen helfen, mit Folgewirkungen umzugehen und die Lebenssituation Betroffener verbessern. Dazu stellt die Stiftung eine Pauschale von 9.000 Euro pro Einzelfall zur Verfügung, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Hinzu kommen ggf. Rentenersatzleistungen.

Die Stiftung hat eine Laufzeit bis Ende 2021.

Weitere Informationen

Stiftung-Anerkennung-und-Hilfe auf der Webseite des BMAS