Heizbare Kleidung für kalte Wintertage

Bis zum Frühling ist es noch eine Weile hin und frieren ist angesagt. Zum Glück gibt es Kleidungsstücke, die dafür sorgen, dass einem mollig warm ist, wie z. B. Westen, Gürtel, Socken und Schuhsohlen.

Wenn es kalt draußen ist, muss man vor allem eines tun: Sich warm anziehen. Gerade dann, wenn aufgrund der Temperaturdysregulation (siehe: Temperaturdysregulation) bei Querschnittlähmung die körpereigene Fähigkeit die Körpertemperatur zu regulieren gestört ist. Je mehr Muskeln von der Lähmung betroffen sind, d. h. je höher die Lähmung ist, umso eingeschränkter ist die Wärmeproduktion, für die die Muskeln z. B. durch Zittern sorgen können. Strategien gegen sibirische Kälte werden im Beitrag Heiße Tipps für kalte Tage beschrieben; auf die Möglichkeit beheizbarer Kleidung wird im Folgenden anhand einiger Beispiele eingegangen.

Neben Thermokleidung, die dämmen, isolieren und die eigene Körperwärme reflektiert, gibt es Kleidungsstücke, die mit integrierten Akkus eine aktive Wärmequelle darstellen. Zur Auswahl stehen verschiedene Produkte verschiedener Hersteller*, die alle nach einem mehr oder minder ähnlichen Prinzip funktionieren.

So funktioniert beheizbare Kleidung

Beheizbare Kleider funktionieren so ähnlich wie Heizdecken. Das Kleidungsstück ist von dünnen ummantelten elektrischen Drähten durchzogen, wobei sie an den Außenseiten, wo die Wärmezufuhr wichtiger ist, meist dicker gebündelt sind. Gespeist werden die Drähte von einem sehr kleinen aber leistungsstarken Lithium-Akku, der vor jedem Tragen aufgeladen und direkt am Kleidungsstück getragen wird. Der Akku ist mit einem Schalter kombiniert, mit dem man die Wärme stufenweise einstellen kann, sodass man die Leistung immer an evtl. schwankende Außentemperaturen anpassen kann. (Die Produkte mancher Hersteller lassen sich auch mit dem Smartphone kontrollieren.) Nach diesen Einstellungen richtet sich auch die Heizdauer: Je niedriger die eingestellte Temperaturstufe ist, umso länger hält der Akku. Je nach Hersteller kann diese Laufzeit bis zu sechs Stunden betragen.

Alternativ zu den Akkus werden von manchen Herstellern auch 12 V Batterien verwendet.

Materialien

Das Material, aus dem beheizbare Kleidung gefertigt wird, ist meist eine Kombination aus wind- und wetterfester Hülle außen und warmem Fleece- oder Mikrofasermaterial innen. Dies schafft eine gute Isolierung bei gleichzeitig gegebener Bewegungsfreiheit.

Die Kleidungsstücke der meisten Hersteller kann man im Schongang der Waschmaschine mitwaschen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Elektronikteile (Akku, Batterien, Schalter, etc.) komplett abnehmbar sind.

Kleidungsstücke

Je nachdem was warmgehalten werden soll, können Interessenten zwischen folgenden Kleidungsstücken wählen:

Für ein Beispiel zur Funktionalität von beheizbarer Kleidung siehe folgendes Video:

Neben dem offensichtlichen Vorteil, den beheizbare Kleidungsstücke bieten – man friert nicht, wenn es draußen kalt ist – können sie auch wohltuend bei Erkältungen, Blaseninfektionen, Verdauungsbeschwerden, Muskelverspannungen und bei z. B. Rückenschmerzen eingesetzt werden.

Vorsicht!

Aufgrund der bei Querschnittlähmung gegebenen Sensibilitätsstörung und Druckstellengefahr ist beim Tragen von beheizbaren Kleidungsstücken Vorsicht geboten. Ein gute Idee ist es in jedem Fall, das Kleidungsstück, das man haben möchte, vor dem Kauf im Laden auszuprobieren, um festzustellen, wie hoch die Temperatur steigt. Temperaturen über 60 Grad Celsius sollten vermieden werden. Wenn die Haut ihr dauerhaft und direkt ausgesetzt ist, kann schon eine Temperatur ab 45 Grad Celsius schwerwiegende Folgen haben.

Wenn keine ausreichende regelmäßige Entlastung stattfindet, können die Drähte in den Kleidungsstücken Druckstellen und Verbrennungen verursachen. Sollten bei den Kleidungsstücken Fehlfunktionen auftreten und die Temperatur unkontrolliert ansteigen ist hohe akute Verbrennungsgefahr (siehe auch: Mit Verbrennungen richtig umgehen) gegeben. Querschnittgelähmte sollten daher darauf achten die Temperatur nie zu hoch einzustellen und/oder beheizbare Kleidung nach Möglichkeit an Körperteilen tragen, in denen eine (Rest-) Sensibilität gegeben ist und auf denen wenig Druck lastet. Das macht immer noch Sinn, denn das Tragen einer heizbaren Weste, z. B. kann den Rumpf so gut warm und damit die Kerntemperatur des Körpers auf einem derart günstigen Niveau halten, dass keine Wärme aus den Extremitäten abgezogen werden muss.

Rollstuhlfahrer, die den Rollstuhl manuell antreiben, sollten auf beheizbare Handschuhe ganz verzichten und lieber unter herkömmlichen Modellen wählen, die z. B. im Beitrag Rollstuhlhandschuhe beschrieben sind.

Siehe auch: Mit dem Rollstuhl auf Eis und Schnee

 

*Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.