Infektionen vermeiden durch richtige Händehygiene

Für Querschnittgelähmte und Pflegende, die katheterisieren, ist gründliches Händewaschen von besonderer Wichtigkeit. Die richtige Händehygiene kann z. B. der Entstehung von Blaseninfektionen (siehe: Harnwegsinfekte: erkennen – behandeln – vorbeugen) vorbeugen.

Händewaschen kann effektiv vor Infektionskrankheiten schützen. Überall lauern Krankheitserreger, die sich anhaften wollen: An Türklinken, Griffen, Geländern, den (Greif-) Reifen des Rollstuhls und an anderen Händen, die geschüttelt werden wollen. Die Erreger (Viren, Bakterien, Keime, etc.) versuchen die mechanischen und physiologischen Barrieren, sozusagen den Schutzschild, des Körpers zu durchbrechen und in den Organismus einzudringen. Bei Menschen mit Querschnittlähmung können diese Barrieren u. U. geschwächt sein, z. B. wenn eine spastische Blase vorliegt und der regelmäßige „Spülvorgang“ der Harnröhre durch den ablaufenden Urin nicht stattfinden kann. Siehe hierzu: Das Immunsystem. Umso wichtiger ist Hygiene und häufiges, richtiges Händewaschen von Betroffenen und Pflegenden.

Richtig Händewaschen

So macht man es richtig:

  1. Hände mit warmem Wasser benetzen.
  2. Flüssigseife auf den Händen verreiben.
  3. Daumen, Fingerkuppen, Fingerzwischenräume und Handrücken nicht aussparen.
  4. Die Hände 20 bis 30 Sekunden einseifen.
  5. Die Hände mit warmem Wasser gründlich abspülen.
  6. In öffentlichen Waschräumen zum Schließen des Hahns ein Papierhandtuch verwenden.
  7. Die Hände gründlich abtrocknen. In öffentlichen Waschräumen sind dazu Papierhandtücher am besten geeignet; zuhause verwendet jedes Familienmitglied am besten ein eigenes Handtuch, vor allem dann, wenn ein Krankheitsfall vorliegt.

Und wie lange sollte das Händewaschen dauern?

Effektives Händewaschen sollte mindestens 20 besser noch 30 Sekunden dauern. Es gibt den längst nicht mehr so geheimen Geheimtipp einfach zweimal „Happy Birthday to you“ zu singen. Leise oder laut, je nachdem wo man gerade ist.

Richtig desinfizieren

Als noch effektiver als das Händewaschen gelten Desinfektionsmittel. Vor allem Mitarbeiter im Gesundheitswesen oder Patienten (und auch Besucher) in Kliniken, sollten ein Handdesinfektionsmittel verwenden, das auf den Händen verrieben und nicht wieder abgewaschen wird. Die Hände gelten als Keimüberträger und bedürfen daher einer gezielten Behandlung mit einem speziellen Mittel zur Keimabtötung bzw. Keimzahlverminderung.

So macht man es richtig:

  1. Sollten die Hände sichtbar verunreinigt sein, muss dies zuerst durch Händewaschen behoben werden. Die Hände müssen danach gründlich abgetrocknet werden, da das Wasser auf nassen Händen zu einer Verdünnung des Desinfektionsmittels führt, das dadurch nicht effektiv wirken kann.
  2. Desinfektionsmittel Handflächen und -rücken mit verschränkten, gespreizten Fingern verreiben.
  3. Daumen und Fingerkuppen werden desinfiziert, indem sie mit kreisenden Bewegungen in der Handfläche der gegenüberliegenden Hand gerieben werden.

Das Desinfektionsmittel muss mindestens 30 Sekunden einwirken, wobei zu beachten ist, dass diese Zeit zum abtöten mancher Viren nicht ausreicht. Zudem stört das Tragen von Ringen, Nagellack oder künstlicher Fingernägel die Wirkung der Desinfektion.

Für Querschnittgelähmte kann vor allem außerhalb der eigenen Wohnung, z. B. auf Reisen, die Desinfektion mit mitgeführten Handdesinfektionsmitteln eine gute Alternative sein.

Hygienebestimmungen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtung und Co.

2016 erschienen die neuen Empfehlungen zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI).

Die hygie­nische Hände­desin­fektion gilt welt­weit als die wirksamste Einzel­maß­nahme zur Unter­bre­chung von In­fek­tions­ketten in Gesund­heits­ein­rich­tungen und in Pflege­ein­rich­tungen; somit gilt sie als wichtige Pro­phy­laxe von noso­ko­mialen Infek­ti­o­nen. Die Hände des Personals können bei Maß­nahmen am Patienten sowie bei Kon­takt mit der un­mittel­baren Patienten­um­gebung mit poten­tiell krankheitsverursachenden Erregern verunreinigt werden und spielen damit eine wichtige Rolle bei der Über­tragung von Krankheitserregern.

Die Empfehlungen der KRINKO basieren auf den 2010 erschienenen aktuellen Kategorien der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention und behandeln:

  • Indikationen der hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion
  • Indikationen für nicht sterile und sterile medizinische Einmalhandschuhe
  • Indikationen und Voraussetzungen für die Händewaschung
  • Anforderungen an Spender für Händedesinfektionsmittel und Händewaschpräparate
  • Erforderliche flankierende Maßnahmen wie Hautschutz und -pflege
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung mit dem Scherpunkt der Interventionsmöglichkeiten zur Verbesserung der Compliance der hygienischen Händedesinfektion
  • Rechtliche Aspekte der Hygiene in Gesundheitseinrichtungen. Zum pdf Download der Empfehlungen geht es hier: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Siehe auch: Bekämpfung resistenter Erreger: Der 10-Punkte-Plan

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