Teilhabebericht 2016

Die Bundesregierung erstellt alle vier Jahre einen Bericht über die Lebenslagen der Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland. Nun hat sie den Teilhabebericht 2016 vorgelegt.

Dem Bericht sind zahlreiche Fakten zu entnehmen, die Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten oder ähnliche Verhältnisse im Vergleich von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen aufzeigen:

  • „Menschen mit Beeinträchtigungen leben am häufigsten in Zwei-Personen-Haushalten, überwiegend als Paare ohne Kinder (44%). 31% sind alleinlebend, und nur 7% leben in Paarbeziehungen mit Kindern. Menschen ohne Beeinträchtigungen leben dagegen am häufigsten in Paarbeziehungen mit Kindern (35%) oder in Paarbeziehungen ohne Kinder (25%), von ihnen leben nur 18% allein.“
  • „Im Jahr 2013 waren 49% der Menschen mit Beeinträchtigungen und 80% der Menschen ohne Beeinträchtigungen im erwerbsfähigen Alter erwerbstätig.“
  • „Über die Hälfte der Menschen ohne Beeinträchtigungen und etwas weniger als die Hälfte der Menschen mit Beeinträchtigungen gehen Freizeitaktivitäten nach oder sind selbst künstlerisch oder musikalisch aktiv.“
  • „Das Interesse an Politik ist dagegen bei Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen ähnlich hoch und hat sich in den vergangenen Jahren aneinander angenähert.“

Von A wie Arztbesuche bis Z wie Zufriedenheit mit der Freizeitgestaltung beleuchtet das Dokument die verschiedenen Lebensbereiche von Menschen mit Behinderungen. Leider ist das Licht zuweilen nicht sehr hell. Das liegt auch daran, das bestimmte Fragen explizit nicht gestellt wurden. Zur Frage der Zufriedenheit behinderter Menschen mit dem derzeitigen politischen System etwa heißt es schlicht:

„Das SOEP (sozio-oekonomisches Panel, repräsentative Wiederholungsbefragung, Anm. d. Red.) der Befragungswelle 2010 enthielt eine Frage zur Zufriedenheit mit der Demokratie in Deutschland. Das Ergebnis war, dass Menschen mit Beeinträchtigungen unzufriedener mit der Demokratie in Deutschland sind als Menschen ohne Beeinträchtigungen. In den Wellen 2012 und 2014 der SOEP-Befragung war diese Frage nicht mehr enthalten, so dass hierzu keine weiteren Aussagen getroffen werden können.“

Auch ist es anhand des Teilhabeberichts nicht möglich, z.B. die Situation von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen abzuleiten, da die Gesamtgruppe der Menschen mit Behinderungen nur in Grunddaten (z. B. Anzahl) differenziert wird.

Die Erstellung des Berichts wurde durch einen wissenschaftlichen Beirat begleitet. Mit Blick auf den nächsten Teilhabebericht ist eine neue, über fünf Jahre laufende Repräsentativbefragung von Menschen mit Beeinträchtigungen geplant, die bestehende Datenlücken verringern könnte.

Zum Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen der Menschen mit Beeinträchtigungen – 2016 (PDF)