Studie: Medikament zur Reduzierung von Schäden durch Rückenmarksverletzung

Wissenschaftler der australischen Queensland Universität testen ab Januar 2017 erstmals mit einer klinischen Studie am Menschen eine Substanz, die die Schäden, die Rückenmarksverletzungen auslösen, reduzieren soll.

In der von der University of Queensland und dem Princess Alexandra (PA) Krankenhaus geleiteten Studie, wird ein neues entzündungshemmendes Medikament an Patienten verabreicht werden, die wenige Stunden zuvor eine Rückenmarksverletzung erlitten haben. Gewebeschäden, die bei solchen Verletzungen normalerweise aufgrund von Entzündungen auftreten, sollen so auf ein Minimum reduziert werden.

“Bisher gibt es keine Möglichkeit dieses Problem zu behandeln”, sagt Dr Marc Ruitenberg von der UQ School of Biomedical Sciences und fährt fort, „doch Tierversuche haben ergeben, dass die intravenöse Gabe der Substanz Immunoglobulin (IVIg) diese schädlichen Entzündungen reduzieren und – und das ist aufregend – das Wiedererlangen bestimmter Funktionen nach Eintritt einer Querschnittlähmung erheblich verbessern kann.“

Ein großer Vorteil von IVIg sei es, dass die Substanz als sicher eingestuft sei und in Kliniken bereits zu anderen Zwecken eingesetzt würde.

Die Versuchsreihe soll drei Jahre andauern. In diesem Zeitraum sollen 20 Patienten in der Akutphase behandelt werden. Offiziellen Schätzungen zufolge kommt es im Bundestaat Queensland zu 90 Frischverletzungen pro Jahr.

Durch diesen neuen Ansatz erhoffen sich die Verantwortlichen, die Rehabilitation nach einer Rückenmarksverletzung entscheidend verbessern zu können. Sollte die Versuchsphase erfolgreich sein, wird die Behandlung mit IVIg in Zukunft evtl. zum Standard werden.

Siehe auch: Neuentwicklung zur Behandlung traumatischer Rückenmarksverletzungen in der Akutphase und Proteinkonzentrat APOSEC verringert Schäden bei Rückenmarksverletzungen