Pflanzliche Antibiotika richtig anwenden

Der Ratgeber „Pflanzliche Antibiotika richtig anwenden“ zeigt die natürlichen Alternativen zur Behandlung von Infektionen auf. Auch bei wiederkehrendenden Blasenentzündungen und anderen Infekten sind sie eine Überlegung wert.

Ein pflanzliches Antibiotikum steckt z. B. in Kapuzinerkresse.

Vor allem Blaseninfektion sind es, mit denen Querschnittgelähmte oft zu kämpfen haben (siehe: Alternative Methoden zur Vorbeugung und Heilung bakterieller Harnwegsinfektionen), doch auch bei anderen vermehrt bei Querschnittlähmung auftretenden Infektionen (z. B. der Haut oder der Atemwege) können pflanzliche Antibiotika erfolgreich eingesetzt werden. Dabei ist ein Verzicht auf die Chemiekeule nicht nur von Vorteil für den Erhalt einer gesunden Darmflora, sondern auch im Hinblick auf multiresistente Keime (siehe: Bekämpfung resistenter Erreger: Der 10-Punkte-Plan)

Wegen eben dieser auftretenden Resistenzen und möglicher Nebenwirkungen, möchten manche Menschen Infekten gerne mit pflanzlichen Antibiotika begegnen und hinterfragen den teils inflationären Einsatz chemischer Antibiotika. An diese Menschen richtet sich der Ratgeber „Pflanzliche Antibiotika richtig anwenden“ mit der Botschaft, dass bakterielle Infektionen mit pflanzlichen Antibiotika gut zu behandeln und diese als standardisierte Präparate bestens erforscht sind. Es wird erklärt, wie man Infekte erkennt, welche Pflanzen Anwendung finden können und wann der Gang zum Arzt unausweichlich ist.

Aus dem Inhalt

Das Buch unterteilt sich in zwei Bereiche. Im ersten werden pflanzliche Antibiotika und ihre Wirkungsweise erläutert, sowie die Vorteile, die eine Einnahme z. B. für die Darmflora oder das Immunsystem hat. Im zweiten Teil werden Anwendungsgebiete und Darreichungsformen inkl. vieler Rezepte mit Schritt-für-Schritt Anleitungen beschrieben. Behandelt werden können:

  • Nase
    • Schnupfen
    • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Augen
    • Bindehautentzündungen
    • Lidrandentzündungen
  • Mund- und Rachenraum
    • Zahnfleischentzündungen
    • Zahnbettentzündungen
    • Mandelentzündungen
    • Rachenentzündungen
    • Kehlkopfentzündung
  • Ohren
    • Mittelohrentzündung
    • Magen
    • Magenschleimhautentzündungen
  • Darm
    • Unkomplizierte Magen-Darm-Entzündungen
    • Unkomplizierter Reisedurchfall
    • Antibiotika-assoziierter Durchfall
  • Lunge
    • Atemwegsinfekte
  • Ableitende Harnwege
    • Blasenentzündungen
  • Haut
    • Akne
    • Haarbalgentzündungen
    • Nagelbettentzündungen
    • Brustdrüsenentzündungen
    • Wunden und Verletzungen
    • Wundinfektionen mit multiresistenten Erregern

Abschließen gibt es ein Heilpflanzenverzeichnis mit der deutschen und botanischen Bezeichnung der Heilpflanze und den Pflanzenteilen, die in der Behandlung Anwendung finden.

Aufgebaut ist jedes Kapitel nach dem gleichen Muster. Zunächst wird die Erkrankung des betroffenen Organs beschrieben und mit welchen Beschwerden sie einhergeht. Dann erfolgen Hinweise darauf, wann man spätestens einen Arzt konsultieren sollte, gefolgt von einer Aufstellung, welche Heilpflanzen eingesetzt werden können. Die Darstellung erfolgt in einer Tabelle, die das Präparat, den pflanzlichen Wirkstoff, die Wirkungsweise und die Dosierungsempfehlungen zeigt.

Es folgen Empfehlungen, welche Maßnahmen noch helfen können und (oft aber nicht immer) Hinweise darauf, wie man unter dem Schlagwort „Naturheilkunde aus der Küche“ aus Lebensmitteln selbst ein Heilmittel herstellen kann.

Gespickt ist der Ratgeber außerdem mit Portraits von Pflanzen, die ein natürliches Antibiotikum enthalten, die Informationen zu Geschichte, Inhaltsstoffen und Wirkungsweise der fraglichen Pflanze liefert. Zu den vorgestellten Pflanzen ist anschauliches Bildmaterial vorhanden.

Ein Beispiel aus dem Inhalt

Bei einem Infekt der unteren Atemwege (Bronchitis) z. B. erklärt der Ratgeber:

„Typischerweise treten untere Atemwegsinfekte im Rahmen einer Erkältung oder bei schon bestehenden chronischen Lungenerkrankungen auf. Sie sind meist viral bedingt, im weiteren Verlauf können Bakterien hinzukommen, was oft mit einer Verschlechterung der Beschwerden einhergeht.

Husten ist das Hauptsymptom. Dieser ist i. d. R. zunächst trocken und ohne Auswurf, im Laufe der Erkrankung wird dann Schleim abgehustet. Begleitend können Erkältungssymptome wie leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen oder Mattheit bestehen.“

Zum Arzt sollte man, wenn plötzliches hohes Fieber und/oder Atemnot auftritt oder wenn die Beschwerden mehrere Tage andauern.

Als bewährtes pflanzliches Mittel nennt der Ratgeber u. a. Angocin Anti-Infekt, mit den Wirkstoffen von Meerrettich und Kapuzinerkresse als wirksames pflanzliches Antibiotikum, die antibakteriell und antiviral wirkt.

Der Abschnitt „Was sonst noch hilft…“ nennt altbekannte Tipps wie viel trinken, Raumluft befeuchten, auf das Rauchen verzichten und die Inhalationstherapie.

Neben dem Rezept für einen schleimlösenden Hustentee mit Schlüsselblume, Steinklee, Spitzwegerich, Thymian und Anis, stellt der Abschnitt „Naturheilkunde aus der Küche“ die Herstellung eines Zwiebelsirups vor, der antibakteriell und schleimlösend wirken soll. Hierzu wird eine Zwiebel gehackt und mit drei Esslöffeln Zucker oder Honig vermischt. Von der Flüssigkeit, die nach einigen Stunden entsteht, nimmt man stündlich einen Teelöffel ein.

Im Anschluss wird die Heilpflanze Kapuzinerkresse vorgestellt, die im erwähnten Mittel Angocin enthalten ist. Neben der Behandlung von Atems- und Harnwegsinfekten kann Kapuzinerkresse auch erfolgreich bei Muskelschmerzen und Haarausfall eingesetzt werden, da sie nicht nur entzündungshemmend sondern auch durchblutungsfördernd wirkt. Die Blüten, Blätter und Blütenknospen der Kapuzinerkresse sind, laut Ratgeber, leckere Salatzutaten.

Siehe auch: Alternative Methoden zur Vorbeugung und Heilung von bakteriellen Harnwegsinfekten

Das Buch

  • Pflanzliche Antibiotika richtig anwenden: Mit natürlichen Alternativen Infektionen effektiv behandeln
    • Von: Anne Wanitschek und Sebastian Vigil
    • Seiten: 140
    • ISBN: 978-3-89993-888-3
    • Preis: 19,99 Euro (Stand: Feb.: 2017)

Über die Autoren

Anne Wantischek und Sebastian Vigl sind Heilpraktiker mit eigener Praxis in Berlin. Beide haben eine Ausbildung in Phytotherapie und waren Apothekenmitarbeiter im Fachbereich „westliche Heilkräuter“.

 

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