Ernährung bei Gallensteinen

Gallensteine können zu schmerzhaften Unterleibskrämpfen und Koliken führen, weshalb bei entsprechender Neigung eine prophylaktische Behandlung oft Gold wert sein kann. Über die Ernährung lassen sich Gallenprobleme gut beeinflussen.

Gallensteine sind auskristallisierte, schlecht lösliche Bestandteile der Gallenflüssigkeit, die entweder im der Gallenblase oder im Gallengang auftreten. In Deutschland haben ca. 7 – 9 Millionen Menschen Gallensteine, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer, da Östrogene die Bildung von Gallensteinen fördern können.

Symptome:

  • Schmerzen und Koliken (treten nur bei ca. 1/3 der Betroffenen auf, weshalb Gallensteine oft lange unerkannt bleiben) – bei Querschnittgelähmten ist aufgrund der fehlenden Sensibilität oft die Diagnose erschwert.

Ursachen und Risikofaktoren:

  • Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit, ausgelöst durch z. B. hochkalorische und gleichzeitig ballaststoffarme Ernährung oder durch eine fettreiche Ernährung, die hoch an raffinierten Kohlenhydraten ist.
  • Körpergewicht: Adipöse Menschen erkranken häufiger an Gallensteinen als Normalgewichtige.
  • Typ-2-Diabetes
  • Hyperlipoproteinämie
  • Lebererkrankungen (Hepatitis oder Zirrhose)
  • Bestimmte Medikamente können die Entstehung von Gallensteinen fördern.

Behandlung:

  • Medikamentöse Auflösung (Ursodeoxycholsäure)
  • Stoßwellenbehandlung zur Zerkleinerung der Steine (Stoßwellenlithotripsie)
  • Entfernung der Gallenblase (in Ausnahmefällen)

Ernährung bei Gallensteinen

Der Ernährung kommt bei der Therapie eine begleitende und vorbeugende Funktion zu. Auf Folgendes ist dabei zu achten:

  • Ballaststoffe essen
    Ballaststoffreiche Kost senkt die Cholesterolkonzentration im Serum (Blut). Getreideprodukte sind hierbei Hülsenfrüchten vorzuziehen, da letztere zwar einen hohen Ballaststoffgehalt haben, aber einen gegenteiligen Effekt haben können.
  • Normalgewicht erreichen bzw. halten
    Vorhandenes Übergewicht sollte langsam abgebaut werden. Extreme Reduktionskost oder Fastentage sind zu meiden, da sich hierbei die die Gallenblase wegen des geringeren Fettgehalts in der Nahrung langsamer leert und sich Cholesterol anreichert.
  • Raffinierte Kohlenhydrate, d. h. Zucker und Weißmehlprodukte, auf ein Maximum von ca. 15 g am Tag reduzieren.
  • Cholesterolanteil der Nahrung reduzieren
    Vermieden werden sollten Tierprodukte, wie

    • Fleisch
    • Wurstwaren
    • Milch- und Milchprodukte
    • Wenn überhaupt diese Nahrungsmittel nur in sehr kleinen Mengen und in fettarmer Variante verzehren.
  • Anteil gesättigter Fette in der Nahrung reduzieren
    • Fette tierlichen Ursprungs
    • Kokosfett
    • Backwaren
    • Fettreichen Süßigkeiten
  • Transfette meiden
    Transfette entstehen bei der Lebensmittelherstellung im Zug der Fetthärtung (Hydrierung), wenn aus flüssigen Ölen streichfähige Fette gemacht werden. Enthalten sind sie u. a. in

    • Kartoffelchips u. ä. Produkte
    • Nougatcremes
    • Backwaren
    • Brat- und Frittierfetten
  • Lebensmittel meiden, die im Verdacht stehen, Gallenkoliken auszulösen, wie
    • Gebratene und frittierte Speisen
    • Hülsenfrüchte
    • Eier
    • Alkohol
    • Kaffee
    • Schwarzer Tee
  • Genussmittel meiden
    Nikotinkonsum erschwert die Gallenfunktion, während Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee im Verdacht stehen, Gallenkoliken auslösen zu können.
  • Langfristige Ernährungsumstellung
    Nach einer erfolgreichen Therapie sollten Betroffene nicht in alte Essgewohnheiten zurückfallen. Empfohlen werden:

    • Mehrere kleine Mahlzeiten, statt weniger großer Mahlzeiten
    • Ein kleiner Snack vor dem Zubettgehen wie z. B. eine kleine Handvoll Mandeln
    • Eine Ernährung, die reich ist an viel Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mind. 2 Litern täglich

 

 

 

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.