Im Visier: Neurotoxin Acrolein bei neuropathischen Schmerzen

Indische Forscher haben einen Urintest entwickelt, der das Vorhandensein des Neurotoxins Acrolein ausweist, welches im Verdacht steht das Ausmaß von und Schmerzen bei Rückenmarksverletzungen zu verstärken. Dies könnte zu neuen Behandlungsansätzen führen.

Das Neurotoxin Acrolein wird produziert, wenn Nervenzellen geschädigt sind, und erschwert Schmerzzustände. Zudem löst es einen biochemischen Prozess aus, der das Ausmaß der Verletzung verschlimmern kann. Der neuentwickelte Test konnte bei Hunden das Vorhandensein von Acrolein feststellen. Eine Behandlung zur Senkung des Acroleinspiegles soll in der Akutphase helfen, weitere Schädigungen an umliegenden Nervenzellen zu verhindern.

Die Forscher wiesen mit ihrem Test das Vorhandensein der Substanz 3- hydroxypropyl mercapturic acid (3-HPMA) nach, die ein Stoffwechselprodukt von Acrolein ist.  Laut Co-Autor Riyi Shi, Professor für Neurowissenschaften und Biomedizin an der indischen Purdue Universität könnte Urin 3-HPMA künftig als Biomarker dienen, der auf nicht-invasive Weise den Erfolg bei der medikamentösen Senkung von Acrolein testet.

Behandlung mit Hydralazin

Die Acrolein-Konzentration kann durch das zugelassene Medikament Hydralazin verringert werden; frühere Studien zeigen eine Senkung von Acrolein und eine gleichzeitige Verbesserung von Schmerzzuständen bei Querschnittlähmung bei einer Hydralazingabe an Ratten und Mäuse.

Die neue Studie maß die Urinwerte von zehn Hunden mit akuten Rückenmarksverletzungen und zehn weiteren Hunde ohne Rückenmarksverletzungen als Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigten, dass die Durchschnittliche 3-HPMA Konzentration bei den Hunden mit Rückenmarkverletzungen signifikant höher war als bei den anderen (5,76 Micromole bei den verletzten Hunden im Vergleich zu 3,10 Micromole bei den unverletzten).

Während frühere Studien an Ratten und Mäusen vorgenommen worden seien, stelle die Studie an Hunden einen wichtigen Schritt in Richtung einer möglichen Therapie für Menschen dar, sagt Shi. Zudem seien die Ergebnisse besser mit der Situation traumatisch querschnittgelähmter Personen vergleichbar, da Hunde nicht nur eine höhere Körpergröße aufwiesen, sondern ihnen die Rückenmarksverletzung auch nicht zugefügt worden war, sondern sie sie sich auf natürliche Weise zugezogen hatten. Die Summe dieser Faktoren erhöhe die Chancen die Studienergebnisse so umsetzen zu können, dass für den Menschen Therapien gefunden werden könnten.

Die Studienergebnisse wurden erstmals im Dezember 2016 im amerikanischen The Veterinary Journal veröffentlicht. Weitere Studien sollen nun zunächst klären, inwieweit Hydralazin und weitere Medikamente die Acrolein-Konzentration und ggf. Schmerzzustände und Ausmaß der Querschnittlähmung bei Hunden reduzieren kann.

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