Wege und Bodenbeläge im barrierefreien Garten

Die Sonne lockt uns in den warmen Monaten hinaus ins Freie, und glücklich kann sich schätzen, wer einen Garten hat. Bei der Gestaltung des barrierefreien Gartens und den Gartenwegen, gibt es allerdings einiges zu beachten.

Wie im Beitrag Der barrierefreie Garten erwähnt, sollten Gartenwege gut begeh- oder befahrbar, ausreichend breit und ggf. mit Beleuchtung ausgestattet sein. Wie das im Detail aussehen kann, wird im Folgenden dargestellt:

Mindestbreite

Das Online-Portal bauen.de nennt folgende Mindestbreit für eine ausreichende Bewegungsfreiheit mit Rollstühlen oder Rollatoren als sinnvoll:

  • Gerade Gehwege sollten mind. 1,20 Meter breit sein.
  • Im Fall von Kurven und rechtwinklige Abzweigungen ist es sinnvoll die Breite auf mind. 1,60 Meter zu erhöhen.
  • Sollte es notwendig sein auf den Gartenwegen zu wenden, muss bedacht werden, dass der Wendekreis eines Rollstuhls i. d. R. 1,50 Meter beträgt (Schönbach, 2017).

Bodenbeläge

Für den Außenbereich gilt es nicht nur wetterfester sondern auch besonders rutschhemmende und griffige Bodenbeläge zu wählen. Zudem sollten sie erschütterungsarm und gefahrlos begeh- und befahrbar sein, auch wenn es regnet oder Schnee liegt.

Man wählt am besten Material, das fest ist, eine ebene Oberfläche hat und in seiner Verarbeitung keine Stolperfallen birgt. Außerdem ist es wichtig darauf zu achten, dass der Bodenbelag im Garten weder zu hell noch zu dunkel ist, da ein sehr heller Boden spiegeln und blenden kann, während dunkle Materialien eine Orientierung in der Dämmerung oder Dunkelheit erschweren. Zudem sind Mängel im Boden, wie Löcher, Schwellen oder Mulden schwerer zu erkennen (selber-bauen, 2017). Mögliche Bodenbeläge sind:

  • Beschichtete Betonplatten

Betonplatten bieten verschiedene Vorteile: Sie sind witterungsunempfindlich, strapazierfähig und leicht zu reinigen. Die Oberfläche ist griffig und vor allem wenn sie z. B. mit Teflon beschichtet sind sehr rutschfest und daher bestens für das Befahren mit dem Rollstuhl geeignet. Die Optik muss inzwischen auch keinen mehr vor Betonplatten zurückschrecken lassen, da die herkömmlich graue Farbe mit der Zugabe verschiedener Farbpigmente aufgepeppt werden kann.

  • Dränsteine

Als Bodenbelag der Gartenwege eignen sich auch wasserdurchlässige Dränsteine. Ihre raue Oberfläche gibt Halt und Regen oder Tauwasser versickert optimal.

  • Elastikplatten für die Veranda

Für die Veranda sind vor allem Elastikplatten aus Kautschuk gut geeignet, da sie rutschfest, witterungsbeständig und formstabil sind und sich außerdem leicht verlegen lassen.

  • Natursteine

Natursteinplatten sind optisch ein Hingucker, da sie mit ihren Mustern, Kontrasten und Marmorierungen sehr lebendig wirken. Zudem sind sie robust, strapazierfähig und witterungsbeständig. Rutschfest sind allerdings nicht alle Natursteine: Inwieweit sie geeignet sind muss beim Kauf beachtet werden. Naturstein kann sowohl großformatig (in Plattenform in verschiedenen Größen) sein, als auch als kleine Mosaiksteine verwendet werden. Eine Alternative zu Natursteinen können auch Klinkersteine sein, da sie ähnliche Eigenschaften aufweisen. Beide Materialien sind aber, ebenso wenig wie Beton, wasserdurchlässig, weshalb ein zusätzlicher Wasserablauf nötig ist.

Kunstrasen

Wenn man über Bodenbeläge im barrierefreien Garten spricht, kommt man am Stichwort Kunstrasen nicht vorbei. Für viele Gartenfreunde ist Kunstrasen schlechtweg undenkbar, denn mit Natur hat er herzlich wenig zu tun. Allerdings bringt dieser Bodenbelag auch gewisse Vorteile:

  • Er muss nicht gepflegt werden, d. h. mähen, wässern und unkrautjäten kann man sich sparen.
  • Er sieht, sofern ein hochwertiger Rasen gewählt wird, immer gut aus.
  • Er ist belastbar, unempfindlich und es besteht keine Gefahr mit dem Rollstuhl stecken zu bleiben.

Zumindest eine Überlegung ist er bei all den Vorteilen jedenfalls wert.

Unebenheiten

Nicht nur aber vor allem im barrierefreien Garten ist es laut bauen.de wichtig, dass Platten oder Steine sorgfältig verlegt werden. „Die Ausgleichsschicht aus Splitt sollte genau abgezogen werden, damit die einzelnen Platten oder Pflastersteine bündig verlegt werden können. Eine Wasserwaage ist bei dieser Arbeit unerlässlich. Jede kleine Unebenheit kann eine Stolperfalle darstellen (Schönbach, 2017).“ Zudem ist es nötig, die Wege regelmäßig auf abgesunkene Pflastersteine oder glattgelaufene Stellen zu überprüfen. Evtl. auftretende Schäden sollten dann sofort behoben werden.

Was vermieden werden sollte

Vermieden werden sollten alle Beläge, die nur lose verlegt bzw. aufgeschüttet sind, Beläge, die krumme und unebene Flächen mit mehr als 4 mm Absätzen aufweisen und solche, die sehr dunkel oder stark reflektierend sind. Beispiele sind:

  • Beläge aus Sand, Kies, Splitt und Schotter
  • Beläge Beton und Steinplatten aus glatten Steinen wie z. B. Basalt oder Granit
  • Rasengittersteine und Großpflastersteine, die sehr uneben zu befahren sind
  • Holzbeläge, die bei Nässe schnell rutschig werden können

Zudem sollten Verlegetechniken gemieden werden, die im Resultat über 2 cm breite Furchen aufweisen (selber-bauen.de, 2017).

Beleuchtungselemente

Beleuchteter Gartenweg.

Beleuchtungselemente können dekorativ sein und für ein stimmungsvolles Ambiente sorgen, sie können aber, wenn es sich um Wegebeleuchtung handelt, auch einem praktischen Zweck dienen.

Die Beleuchtung im barrierefreien Garten sollte sich an den tatsächlichen Wegen orientieren und sie säumen, so dass Nutzer bei Dämmerung oder Dunkelheit nicht vom Weg abkommen, das Ziel sicher finden und Stolperfallen vermeiden oder davor bewahrt werden im evtl. matschigen Untergrund steckenzubleiben. Die Beleuchtungselemente sollten entlang der Gartenwege in gleichmäßigem Abstand angebracht sein und möglichst wenig Schatten werfen. Zudem sollten die Strahler so angebracht werden, dass sie nicht blenden.

Hilfreich bei allen Lichter und Lampen im Garten sind

  • Dimmfunktion
  • Zeitschaltuhr
  • Bewegungsmelder

Die Technik sollte leicht zu bedienen und so angebracht sein, dass sie auch im Rollstuhl leicht zu erreichen ist. Eine Fernbedienung kann die Handhabung erleichtern (Schönbach, 2017).

Für Bodenbeläge im Innenraum siehe: Wohnen mit rollstuhlgerechten Bodenbelägen

Siehe auch: Hochbeete im barrierefreien Garten

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