Boris Grundl: Mach mich glücklich

Selbsthilfebücher zum Thema „glücklich sein“ gibt es viele und viele Autoren scheinen die Formel zu kennen, mit der man glücklich wird. Einer von ihnen ist Rollstuhlfahrer Boris Grundl, der erklärt, wie er’s gemacht hat.

Die Tendenz von anderen zu verlangen, einen glücklich zu machen ist weit verbreitet – und ein großer Fehler. Findet Redner, Autor und Führungsexperte Boris Grundl. Glück bezeichnet er als das große Lebensziel! Das Verlangen nach einem erfüllten und erfolgreichen Leben löst im Menschen oft die tiefe Sehnsucht nach einem universellen Glücksrezept aus. Doch worin besteht das Geheimnis glücklicher Menschen? Grundl versucht in seinem Buch „Mach mich glücklich“ eine andere Sichtweise auf individuelles Glück zu geben und beschreibt in teilweise sehr persönlichen Einblicken jene Glücksförderer und Glücksverhinderer, die an der Substanz eines ausgefüllten Lebens wirken. Und er zeigt auf, wie leicht und schnell das Verschieben von Verantwortung in eine zerstörerische Sackgasse führt und die persönliche Weiterentwicklung und damit Glück verhindert. Er schreibt: „Ob im Beruf, im persönlichen Umfeld oder bei Diskussionen um Politik und Gesellschaft – es sind scheinbar immer die anderen, die die richtigen Entscheidungen blockieren. Nur zu schnell machen wir sie im Alltag für die eigene Unzufriedenheit verantwortlich. Die Aufforderung „Mach mich glücklich!“ überträgt die Verantwortung für das eigene Glück an jemand anderen. Das ist nicht nur unfair, sondern fatal.“

Im Buch wird in verschiedene Kapitel erklärt, wie sich der Mensch zielsicher unglücklich macht:

  • Teil 1:
    Wie Sie unabsichtlich, aber todsicher Ihre wichtigsten Beziehungen sabotieren.
    Forderungen an andere: Sie sollen uns lieben, glücklich machen, wertschätzen, gut dastehen lassen, stolz machen, beschützen und respektieren.
  • Teil 2:
    Wie Sie unbewusst, aber effektiv den Erfolg Ihres Unternehmens blockieren.
    Forderungen an andere: Sie sollen uns motivieren, loben, angenehmes Feedback geben, unseren Job sichern, uns weiterbilden, bezahlen und unser Leben in Ordnung bringen.
  • Teil 3:
    Wie Sie ungewollt, aber ganz sicher die gesellschaftliche Entwicklung unterbinden.
    Forderungen an andere: Sie sollen uns absichern, bilden, uns einen Job geben, uns gesund machen und für uns sorgen.

Alle diese Forderungen sind Strategien zum Scheitern, da sie die Verantwortung für den Erfolg bzw. das persönliche Glück in die Hände anderer legt. Von Eigenverantwortung kann keine Rede sein.

Aus dem Inhalt

In „Mach mich glücklich“ schildert Grundl seine persönlichen – privaten und beruflichen – Erfahrungen. Dass er Rollstuhlfahrer ist, bleibt nicht unerwähnt und hat sicher auch einen Einfluss auf seine Einstellung, sein Verhalten und sein Verständnis von Eigenverantwortung. Was er sagt, ist mal mehr, mal weniger leicht anzunehmen.

Grundl beschreibt z. B. wie er seine Opferrolle als Rollstuhlfahrer ablehnt. Im Kapitel „Die Perspektive des Gelingens“ spricht er über seine Erfahrungen als Mitarbeiter im Vertriebsaußendienst. Er schreibt: „Für einen Rollstuhlfahrer ist dieser Job denkbar ungeeignet. Morgens dauerte es alleine schon zwei Stunden, bis ich vorzeigbar angezogen und bereit war, das Haus zu verlassen. Dann die ganze Reiseplanung. Begebenheiten vor Ort. Barriere. Treppen. Das Ein- und Ausladen von Demoprodukten… Das Ein- und Aussteigen dauert bei mir mehrere Minuten und ist ein riesiger Kraftakt… Ich merkte schnell, dass ich auf diese Weise keine Chance hatte, meine Ziele zu erreichen. Und ich kam auch nicht annährend auf die gleiche Terminfrequenz wie meine Kollegen. Nun hätte ich sagen können: Chef, schau doch her, ich bin behindert! Ich kann doch nicht das Gleiche leisten wie alle anderen. Also stell mir ein Auto mit Schiebetür hin. Mit elektrischen Sitzen. Und besorge mir eine Route, auf der alle Kunden über Behindertenparkplätze verfügen. Außerdem brauche ich niedrigere Ziele als die anderen, jedoch bei gleicher Bezahlung. Denn ich strenge mich sogar mehr an als die anderen. Was soll ich denn machen? Das musst du doch verstehen. Wenn du das alles für mich geregelt hast, dann spiele ich mit!

Damit hätte ich mich zum Opfer gemacht. Damit hätte ich von meinem Arbeitgeber gefordert, Verantwortung für meine Behinderung zu übernehmen. Tatsache ist aber, dass das Unternehmen keinerlei Verantwortung dafür trug, dass ich im Rollstuhl sitze. Das ist zu 100 Prozent meine eigene Verantwortung. Es steht mir einfach nicht zu, Forderungen zu stellen.

Ich überlegte, wie ich die niedrigere Terminfrequenz ausgleichen konnte. Was habe ich? Was ist da? Nun, ich konnte denken und sprechen. Ich kann ja auch mehr telefonieren… Also lernte ich, besser am Telefon zu verkaufen… Und dann war da das Messe-Prinzip! Ich organisierte regionale Messen, auf denen Produktschulungen und Vorführungen stattfanden, und lud meine Kunden dazu ein. Wie sich herausstellte, fanden die Kunden das toll… Plötzlich war ich der beste Verkäufer. Was ich getan hatte, war keine Hexerei. Sondern etwas, das jeder kann: Ich hatte einfach nur dankbar angenommen, was mir zur Verfügung stand. Mich nicht auf das fokussiert, was mir fehlte, sondern auf das, was da war. Im Ergebnis wurde es immer mehr.“

Letztendlich schlägt Grundl mit seinen Beispielen immer vor, dass man sich bei der Erfüllung des persönlichen Glückszustandes niemals darauf verlassen sollte, dass andere das für einen übernehmen. Die Verantwortung gesteckte Ziele zu erreichen liegt bei niemand anderem als bei einem selbst.

Wer mehr über „Mach mich glücklich“ erfahren möchte, kann dies auf der Buch-Website http://www.machmichgluecklich.de/ tun.

Das Buch

  • Mach mich glücklich. Wie Sie bekommen was sie wollen
  • Autor: Boris Grundl
  • Seiten: 295
  • ISBN: 978-3-430-20178-0
  • Preis: 18 Euro (Stand: Juni 2019)

Über den Autor

Im Dezember 1990 sprang der damals 25-jährige Boris Grundls im mexikanischen Dschungel von einer Felswand kopfüber in eine Lagune und brach sich dabei den Hals. Er erzählt: „Nachdem mein Freund Stefan mich damals aus dem Wasser gezogen hat, wusste mein Kopf, ich war querschnittgelähmt – auch wenn ich es noch nicht richtig begreifen konnte. Wofür war das jetzt gut, fragte ich mich damals. Und: Was geht jetzt noch? Was ist überhaupt noch möglich? Hat dein Leben noch einen Sinn? Komischerweise hatte ich darauf ziemlich schnell eine Antwort: Du könntest mit Deinem Leben ein Beispiel geben. Ein Beispiel dafür, was alles in uns Menschen steckt.“

Seit dem Unfall sind 90% seines Körpers gelähmt. Was ihm geblieben ist, sind neben der 10% Restmuskulatur ein klar denkender Kopf, ein starker Wille und die Fähigkeit sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Diese Eigenschaften führten ihn zu neuen Höhen als  Rollstuhl-Rugby-Spieler, Manager, Führungsexperte, Vortragsredner und Buchautor.

Zuhause ist Grundl im süddeutschen Trossingen, wo er mit seiner Familie lebt. Als Ausgleich zu seiner beruflichen Tätigkeit hält er sich mit Handbiken und im Sportstudio fit (Grundl, 2017).

Weitere Bücher

Ebenfalls von Grundl sind erschienen:

  • Die Zeit der Macher ist vorbei
    • Autor: Boris Grundl
    • Seiten: 295
    • ISBN: 978-3-430-20178-0
    • Preis: 18 Euro (Stand: Juni 2017)
  • Steh auf! Bekenntnisse eines Optimisten
    • Autor: Boris Grundl
    • Seiten: 232
    • ISBN: 978-3-430-20041-7
    • Preis: 19,90 Euro (Stand: Juni 2017)
  • Diktatur der Gutmenschen
    • Autor: Boris Grundl
    • Seiten: 272
    • ISBN: 978-3-430-20107-0
    • Preis: 19,95 Euro (Stand: Juni 2017)
  • Leading Simple – Führen kann so einfach sein
    • Autor: Boris Grundl
    • Seiten: 192
    • ISBN: 978-3-897-49708-5
    • Preis: 22,90 Euro (Stand: Juni 2017)

Weitere Informationen

Weitere Informationen über Boris Grundl, seine Arbeit, seine Angebote und Bücher gibt es auf www.borisgrundl.de.