Impressionen von der Rehacare 2017

In Düsseldorf fand vom 4. bis 7. Oktober die Fachmesse Rehacare International 2017 statt. In fünf Hallen präsentierten rund 780 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen. Aus dem riesigen Angebot hat die Redaktion einige gute Ideen herausgegriffen.

Augensteuerung im Selbsttest

Auf der diesjährigen Rehacare trafen sich gemäß Angaben der Veranstalter etwa 39.000 Fachleute, Betroffene und deren Angehörige und schätzungsweise noch einmal so viele E-Scooter. Also fast so viele. Der kostenlose Rollstuhl- und Scooterverleih der Firma Mobilis wurde ordentlich in Anspruch genommen, aber auch unter den Produkten waren die Scooter in jeglicher Form stark vertreten. Unter den Anbietern aus aller Welt auch die Firma „Moving life“ mit ihrem „Atto“, der sich zum praktischen Trolley zusammenlegen lässt. Ihn und weitere Modelle haben wir bereits im Beitrag Elektromobile vorgestellt. Auch im Trend: Segways für Rollstuhlfahrer

Reise und Freizeit

Schon mal in einem Mono-Ski gesessen? Gesehen beim Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS)

Am Eingang Nord zogen liebevoll nachgebaute Miniaturausgaben der Bunbos die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Die kleinen barrierefreien Hausboote schippern auf der Havel und sind je nach Modell für 4 bis 6 Personen geeignet.

Ebenfalls aus dem Freizeitbereich: Der Wassersporturlaub von SailWise in den Niederlanden. Segeln, Rudern, Kanu – für alle diese und weitere Wassersportarten stehen Ausrüstungen in behindertengerechter Form zur Verfügung. Mehr unter: www.sailwise.de

Weitere Infos zu den verschiedenen Wassersportarten gibt es auch in der Der-Querschnitt.de-Rubrik Wassersport

Für Fußgänger mit inkompletter Querschnittlähmung hat die spanische Firma Kaldevi Gehhilfen für das Laufen im Sand im Programm:

   Extra breite Stopfen gegen das Einsinken im Sand

Unterwegs

Als Alternative zum auf Der-Querschnitt bereits vorgestellten Rollstuhl-Zuggerät MySkate präsentiert sich der „one“ von nino Robotics. Beide sind sich optisch und funktional recht ähnlich.

Hinweiskarte des BSK

Den „one“ gibt es auch in Rot und Blau

Der kleine Franzose wiegt rund 10 kg, hat eine Reichweite zwischen 10 und 20 km je nach Bodenbeschaffenheit, schafft bis zu 10 km pro Stunde und ist z. B. bei dem deutschen Vertriebspartner max mobility erhältlich.

 

Der Bundesverband  Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) hat sich von dem Cartoon-Zeichner Hubbe wieder mal ein charmantes und ebenso eindeutiges Bild zeichnen lassen: Die Hinweiskarten für Falschparker können beim BSK kostenlos bestellt werden, um sie Verkehrsteilnehmern bei Bedarf hinter die Windschutzscheibe zu klemmen.

 

 

 

Commander von Guidosimplex

Bei „Guidosimplex“ leuchteten den Besuchern Commander in allen Farben des Regenbogens entgegen. Braucht man nicht lebensnotwendig, aber ein Hingucker ist es auf jeden Fall.

Geeignet ist die Infrarot-Fernbedienung 1096 sowohl für die rechte und linke Seite des Lenkrads, erreichbar sind Scheinwerfer, Blinker, Hupe, Warnblinkanlage und Scheibenwischer. Außerdem verfügt das Gerät über einen Dämmerungssensor. Die beleuchtete Tastatur soll die Nutzung in der Nacht erleichtern. 

Siehe auch: Automobil: maßgeschneiderte Umbauten für Rollstuhlfahrer

 

Der elektrische Rollator „ello“ schnitt im absolut subjektiven 1-Personen-Praxistest nicht gut ab: Er war leider schwer lenkbar. Erst nach Abschalten des elektrischen Antriebs fiel das Lenken leichter. Man arbeitete daran, so das Team der eMovements GmbH vor Ort.

Schönes Design kommt mal wieder aus Skandinavien, auch bei den Rollatoren: der „Scandinavian Butler“ von Acre ist zwar nicht elektrisch, aber schick. Mehr unter www.byacre.com

Siehe auch: Stiftung Warentest vergleicht Rollatoren; Die richtige Gehhilfe finden

 Umfeldsteuerungen

Die TalkTools GmbH präsentierte auf der Messe ihre breite Palette an Eingabe- und Kommunikationshilfen, u. a. Augensteuerungssysteme. Mithilfe einer Augensteuerung können Funktionen der Umfeldsteuerung oder aber Computer und Internet nur durch die Bewegung der Pupillen genutzt werden. Die Auswahl des Zielobjektes erfolgt entweder durch Zwinkern oder durch Verweilen auf dem gewünschten Feld.

Siehe auch: Umfeldkontrolle in der eigenen Wohnung

Wohnen

Das Design spielt auch beim Thema Wohnen eine immer größere Rolle. Hersteller wissen, dass ein Fokus allein auf Funktionalität nicht mehr ausreicht. Für mehr Design im barrierefreien Badezimmer sorgen z.B. die Halterungen von Roth aus Altensteig. Dabei werden Fragen der Funktionalität und Sicherheit nicht vernachlässigt.

Haltegriff mit Sicherheitsanzeige

Das patentierte System Mobeli von Roth verfügt über eine Sicherheitsanzeige. Das Vakuum wird permanent überprüft.

Bewegt sich der rote Pfleil mit der Zeit nach vorn, sollte der Griff erneut befestigt werden. Der  Verbrauch des Vakuums ist durch die Pfeilstellung jedezeit prüfbar.

Weitere Anregungen rund ums Wohnen auf www.der-querschnitt.de/wohnen

Insgesamt war die Rehacare auch 2017 wieder ein großes Event zum Entdecken, Ausprobieren, Staunen und sich Vernetzen. Die auf Der-Querschnitt.de schon beschriebene Google Glass und der Glasschair – Spionagetechnologie und Rollstuhlsteuerung waren ebenso vertreten wie der Roboter-Arm Obi, der beim Essen hilft. Und wer noch nicht genug hat, findet z. B. auf www.reha-einkaufsfuehrer.de weitere einschlägige Adressen.

Die nächste Rehacare findet vom 26. bis 29. September 2018 in Düsseldorf statt.

www.rehacare.de

Siehe auch: Reha-Messen im deutschaprachigen Raum