Rollstuhlprototyp Laddroller

Ein Elektrorollstuhl, der seinen Fahrer auf Knopfdruck aus einer sitzenden in eine stehende Position bringt? Und dazu in der Lage ist Hindernisse wie Bordsteine zu überwinden? Sollte es geben, fanden die Entwickler des Laddrollers.

Der Laddroller soll als ein Hybrid zwischen Exoskelett und Elektrorollstuhl verstanden werden. Er ist leicht, stabil, aus hochwertigen Materialien gefertigt und muss laut Designer kaum gewartet werden. Der Laddroller kann vom Fahrer sowohl in sitzender als auch in stehender Position gleichgut bedient werden, und kann dabei Bordsteine sowie Unebenheiten in der Fahrbahn leicht bewältigen.

Als die Entwickler des Laddrollers sich auf dem Markt verfügbare Elektrorollstühle ansahen stellten sie fest, dass sie die Mobilität von Menschen mit Gehbehinderungen nur bis zu einem gewissen Grad sicherstellen können. „Ihre Mobilität ist selbst in eigens für sie geschaffenen Umfeldern hochgradig eingeschränkt. Sie befinden sich fast immer in einer sitzenden Position und sind nicht in der Lage Dinge bzw. Einrichtungsgegenstände zu benutzen, die für nicht-behinderte Personen gedacht sind. Eine verschlossene Tür, ein Lichtschalter oder ein Bankautomat sind außer Reichweite.“ Zudem seien die verfügbaren Elektrorollstühle teuer, schwer und sperrig; des Weiteren seien sie nicht in der Lage kleine architektonische Hindernisse zu überwinden.

Die Antwort auf all diese Probleme, soll der Laddroller sein. Per Knopfdruck an der Steuereinheit des Rollstuhls kann sich der Fahrer aus einer sitzenden in eine stehende Position bringen – wobei der Rollstuhl in beiden Positionen gleichgut manövrierbar sein soll. Zusätzlich ist der Laddroller schnell, wendig und überwindet auch Bordsteine und andere Hindernisse. Dem Prototypen in Aktion zu sehen, macht jedenfalls Lust auf mehr.

Teilnahme am Cybathlon

Der Laddroller schlug sich auch gut bei der Disziplin „Hindernisparcours mit motorisierter Rollstühlen“ beim Cybathlon 2016 in Zürich (siehe: Der Cybathlon – Bionische Spiele 2016)

Über die Wichtigkeit einer Weiterentwicklung der verfügbaren Assistenztechnologien sagt Professor Robert Riener, Initiator des Cybathlons in einem Interview: „Die Grundintention entstand durch die bestehende Unzufriedenheit vieler Menschen mit Behinderung über die mangelnde Funktion der verschiedenen Hilfsmittel, wie Armprothesen, Beinprothesen, Rollstühlen oder Exoskeletten. Viele der Geräte erfüllen nicht die Bedürfnisse der Menschen und werden deshalb nicht akzeptiert. Mit dem CYBATHLON haben wir eine Veranstaltung geschaffen, die die Entwicklung alltagsrelevanter Technologien fördert und die Entwickler näher mit den Nutzern zusammenbringt. … Wir wollten mit dem CYBATHLON auch den kritischen Diskurs fördern und Diskussionen über die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft, Barrierefreiheit und versicherungstechnische Probleme anregen.“

Für das komplette Interview siehe: Neueste Assistenztechnologien auf der Rehacare

Weitere Informationen

Wann (und ob) der Laddroller für Rollstuhlfahrer verfügbar sein wird ist noch unklar. Eine Finanzierungskampagne auf kickstarter.com war nicht erfolgreich, doch die Erfinder suchen weiter nach Sponsoren, die Helfen den Laddroller zu einem angemessenen, noch festzulegenden Preis in Serie zu bringen. Kontaktdaten finden Interessenten auf http://www.laddroller.com/ und auf https://de-de.facebook.com/laddroller/.

 

Für vergleichbare Prototypen siehe:

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