5 Dinge, die Querschnittgelähmte im Winter beachten sollten

Warme Kleider, Rollstuhlwinterreifen, ein kuscheliges Sitzkissen, eine Monatskarte für die Sauna und auf dem Herd eine wärmende Suppe. So lässt es sich bis zum Frühling aushalten.

Die kalte Jahreszeit hat ohne Frage ihren Charme. Die Festtage sind stimmungsvoll, Schneeflocken sind malerisch, Schlittenfahren macht Spaß und die Kleidung erlaubt es, das eine oder andere Extrakilo, das sich vielleicht über die Jahre angeschlichen hat, weg zu mogeln. Damit hat es sich aber. Denn die Wintermonate sind vor allem folgendes: kalt, nass und dunkel. Und für Querschnittgelähmte und/oder Rollstuhlfahrer bergen Witterung und Dunkelheit so manche Unannehmlichkeiten, denen man die Stirn bieten muss.

1. Warm bleiben

Querschnittgelähmte haben es oft schwer, während der kalten Jahreszeit nicht zu frieren, da im Zuge der häufig gegebenen Temperaturregulationsstörung (siehe: Temperaturdysregulation) die körpereigenen autonomen Mechanismen zum Erhalt der Körpertemperatur unterhalb der Lähmungshöhe ausfallen. Zum warm bleiben kann man zu verschiedenen Maßnahmen greifen, z. B.

Für einen ausführlichen Beitrag zum Thema „Warm bleiben im Rollstuhl“ siehe: Heiße Tipps für kalte Tage

2. Grippeimpfung

In der kalten Jahreszeit stellt sich auch immer wieder die Frage, ob man sich gegen die Grippe impfen lassen sollte. Nur, „die“ Grippe gibt es gar nicht. Es gibt drei verschiedene Virenarten, die eine echte Influenza auslösen können. Wenn man gegen Typ A geimpft ist, kann man durchaus am Typ B erkranken. Und für einen grippalen Infekt, d. h. eine Erkältung, gibt es keinen Impfschutz. Für mehr zum Thema siehe: Das Immunsystem und Grippeschutzimpfung bei Querschnittlähmung.

3. Ernährung

Die richtige Ernährung spielt im Winter eine große Rolle, denn über sie lassen sich Gesundheit und Wohlbefinden entscheidend beeinflussen. Zum einen gilt das Konzept der Immunonutrition, mit der das Immunsystem, das in der kalten Jahreszeit besonders fleißig arbeiten muss, unterstützt werden soll. Neben der allgemein empfohlenen hohen Aufnahme an bestimmten Mikronährstoffen, lassen sich einzelne Protagonisten des Immunsystems gezielt unterstützten, z. B. Milz und Thymus mit Folsäure (enthalten in Spargel, Rote Beete und Erdbeeren) und Vitamin B6 (enthalten in Avocado, Bananen, Linsen und Karotten). Für mehr Informationen zur Immunonutrition siehe: Das Immunsystem stärken.

Ein anderer Ernährungsansatz für die Wintermonate entstammt der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM), die davon ausgeht, dass bestimmte Nahrungsmittel und Zubereitungsmethoden den Körper auskühlen, während andere wärmend auf ihn einwirken können. Siehe: Wärmende Ernährungsstrategien nach der Traditionell Chinesischen Medizin.

Und zwischen den Mahlzeiten sollte man sich so oft wie möglich ein warmes Getränk gönnen. Für Vorschläge und Rezepte siehe: Wärmende Getränke, Ingwer – Wohltuende Schärfe und Zimt bei Verdauungsbeschwerden und Harnwegsinfekten.

4. Rollstuhl winterfit machen

Rollstühle und Schnee sind nicht wirklich die besten Kumpel. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, wie man sie wenigstens zu einem zivilisierten Umgang miteinander animieren kann. Das einfachste wäre es natürlich, einfach auf Geländerollstühle umzusteigen, für die Eis, Schnee und Schneematsch kein Problem darstellen und die es für Fahrer von sowohl manuellen Rollstühlen (siehe: Ab ins Gelände mit manuellen Outdoor-Rollstühlen) als auch Elektrorollstühlen (siehe: Outdoor-Elektrorollstühle für den Trip ins Abenteuer) gibt. Diese (teurer) Option ist aber nicht für jeden realistisch.

Kostengünstiger ist es den Rollstuhl mit Winterreifen auszustatten. Lenkräder werden wintertauglicher, wenn man ihnen Wheelblades anschnallt und für die verschneite Bergwelt steht der FreedomTrax zu Verfügung. Für mehr Informationen zu diesen drei Produkte siehe: Mit dem Rollstuhl auf Eis und Schnee. Und natürlich kann man dem Rollstuhl auch Schneeketten anlegen. Für Elektrorollstühle gibt es sie zu kaufen; die für den manuellen Rollstuhl kann man selber machen. Siehe: Schneeketten für den Rollstuhl.

Ein weiterer Aspekt, der im Winter beachtet werden muss, ist die früh hereinbrechende Dunkelheit. Wer um sechs Uhr abends noch auf der Straße unterwegs ist, sollte besser dafür sorgen, dass er gut sichtbar ist. Es gibt LED-Lichter, Leuten, Speichenreflektoren, reflektierende Farbe, die man auf den Rollstuhl sprüht, Folien, Bänder und Speichen-LEDS, mit denen man den Rollstuhl (oder sich selbst) in eine fahrende Lichtorgel verwandeln kann. Auch wenn das nicht jedermanns Geschmack ist, gesehen wird man damit auf alle Fälle. Siehe: Sichtbarkeit und Sicherheit im Rollstuhl.

5. Ausgleich schaffen

Die Sonne hat einen unbestreitbar positiven Einfluss auf das Wohlbefinden. Sie steuert die Bildung und das Wechselspiel des Stimmungsaufhellers Serotonin und des körpereigenen Beruhigungsmittels Melatonin, die zusammen für einen optimalen Schlaf-Wach-Rhythmus sorgen. Aber die Sonne ist es ja gerade, die im Winter fehlt. Also muss man sich alternativen Methoden, die das Wohlbefinden steigern, suchen. Und obwohl Schokolade glücklich macht, ist sie auf Dauer einfach keine Lösung (siehe: Schokolade macht glücklich und hilft bei Stress).

Wärmende Seelenschmeichler sind z. B. Saunabesuche (siehe: Mit Querschnittlähmung in Sauna, Dampfbad und Co. und Aromatherapie und Aufgüsse in der Sauna), Moxabehandlungen (siehe: Moxabehandlungen bei Querschnittlähmung) oder Wellness-Massagen, bei denen verschiedene Düfte aus der Aromatherapie (siehe: Aromatherapie bei Querschnittlähmung) zum Einsatz kommen können. Ebenfalls ausgleichend wirken Singen (siehe: Singen: Quelle der Kraft für Körper und Geist) und Musizieren (siehe: Musiktherapie – Der Klang des Unaussprechlichen). Wer trotzdem schlecht schläft, könnte sich für den Beitrag Alternative Methoden für einen besseren Schlaf interessieren.

Einen weiteren wichtigen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden hat Sport – auch im Winter. Für die Sportarten, die in der kalten Jahreszeit auch Rollstuhlfahrern zur Verfügung stehen siehe: Wintersport. Zwischen Monoski-Fahren, Snowboarding, Curling und Eishockey finden bestimmt viele etwas Passendes. Und für alle anderen gibt es immer noch das Spazierenfahren an der frischen Luft.

 

Für einen Erfahrungsbericht bzgl. Schnee und Rollstuhl siehe: Der Winter naht … Schnee vs. Rollstuhlfahrer

 

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