Zimt bei Verdauungsbeschwerden und Harnwegsinfekten

Für den verlockenden Geruch, der einem aus den weihnachtlichen Backstuben entgegenweht, ist neben Vanille, Nelken und Anis meist der lieblich duftende Zimt verantwortlich. Und auch auf die Darmtätigkeit kann die Rinde des Zimtbaumes eine regulierende Wirkung haben.

Zimt ist eines der ältesten bekannten Gewürze und spielte im antiken und mittelalterlichen Handel mit Indien, Arabien und China eine große Rolle. Verwendet wurde die abgeschälte, getrocknete und fermentierte Rinde des Zimtbaumes als Speisezutat, Duft- und Heilmittel. Heute unterscheidet man zwei verfügbare Produkte: Der weiche, zarte matt hellbraune Ceylonzimt (Kaneel) schmeckt sehr aromatisch, während der billigere Chinazimt (Kassia) schärfer und würziger ist. Bezeichnend ist, dass im Chinazimt die potentiell leberschädigende organisch-chemische Verbindung Kumarin in deutlich höherer Konzentration vorkommt als im Ceylonzimt. Die leberschädigende Wirkung kann vor allem bereits vorbelastete Menschen treffen. Im Zweifel empfiehlt es sich daher beim Kauf darauf zu achten, zu ausschließlich reinem, d. h. nicht mit Chinazimt vermischtem Ceylonzimt zu greifen.

Wirkung

Zimt hat eine positive Wirkung auf u. a. den Verdauungstrakt und hilft bei

  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Leichten, krampfartigen Schmerzen
  • Völlegefühl (Brockhaus, 2006)
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Träger Verdauung (Geng/Hess, 2012)
  • Sodbrennen.

Zudem wirkt er entzündungshemmend und kreislaufanregend und soll Blutfettwerte sowie den Blutzuckerspiegel senken können, was ihn besonders interessant für Menschen mit Prä-Diabetes oder Diabetes mellitus II macht (siehe: Diabetes mellitus und Querschnittlähmung).

Und als ob all diese Vorteile nicht schon genug wären, wird Zimt auch noch eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Siehe: Aphrodisiaka – Lustmacher aus der Natur

Vorsicht: Bei empfindlichen Menschen kann Zimt allergische Haut- oder Schleimhautreaktionen hervorrufen. Bei einer Überdosis kann es zu Herzrasen, erhöhter Atemfrequenz und Schweißausbrüchen kommen. Schwangeren, Stillenden, Jugendlichen unter 18, überempfindlichen Menschen und Menschen mit Magen- und/oder Darmgeschwüren wird von einer medizinischen Verwendung von Zimt abgeraten (Oesterle, 2017)

Zimttee für die Verdauung

Für Zimttee gibt es verschiedene Rezepte, die alle verführerisch klingen.

  • Zimttee – Das Basisrezept

Einen halben Teelöffel gemahlenen Zimt mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Oder

Eine Zimtstange zerkleinern, mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und dann abgießen.

 

  • Zimt-Honig Tee

Zwei Teelöffel Honig mit einem Teelöffel gemahlenem Zimt verrühren und in einer Tasse warmem Wasser auflösen.

 

  • Zimt-Ingwertee

Eine Zimtstange und 10g Ingwerstücke mit einem ¾ Liter Wasser zum Kochen bringen. 5 Minuten ziehen lassen und dann abgießen.

 

Von den gewählten Rezepten sollte man zwei bis drei Tassen am Tag trinken.

 

Zimt bei Harnwegsinfekten

Auch bei Harnwegsinfekten kann eine Anwendung mit Zimt aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung u. U. helfen. Hier hilft Zimt als Tee (siehe oben) ein- bis dreimal täglich oder im Sitzbad.

  • Bäder mit Zimtöl

Einen Teelöffel Zimtöl ins warme Badewasser geben und ca. 15 Minuten baden.

Bei Bedarf täglich anwenden.

 

Kochen und backen mit Zimt

In u. a. Indien und arabischen Ländern wird Zimt als Zutat für herzhafte Gerichte verwendet. Besonders gut passt er zu Lamm- und Reisgerichten oder scharfen Curries. In Europa findet man Zimt eher in Süßspeisen (z. B. Milchreis), Kuchen, Likören und Punsch.

In der Weihnachtszeit wird Zimt zum Backen der traditionellen Plätzchen und Kuchen verwendet. Vor allem Lebkuchen, Linzertorte und natürlich Zimtsterne kommen ohne Zimt nicht aus. Für eine leckere Alternative zur herkömmlichen Zuckerbombe siehe: Frei von… Der Zimtstern der Freiheit.

Weitere Informationen

Auch andere Kräuter, Gewürze und Teezubereitungen können sich wohltuend auf die Gesundheit auswirken. Siehe hierzu:

 

 

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