Medizinisches Zentrum für erwachsene Menschen mit Behinderungen

Das Bruno-Valentin-Institut in Hannover ist ein Medizinischen Zentrum für (nicht nur) erwachsene Menschen mit Behinderungen (MZEB) mit dem Schwerpunkt auf die orthopädische Behandlung. Verantwortliche erklären im Folgenden die Vorteile für Menschen mit Querschnittlähmung.

„Barrierefreiheit beginnt für uns mit der Wertschätzung des Menschen“ ist der Leitspruch des DIAKOVERE Annastift des Bruno-Valentin-Instituts, das seinen Schwerpunkt auf die orthopädische Behandlung von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderungen legt.

Auch unterstützen erfahrenen Kinder- und Neuroorthopäden das jeweilige Angebot der mitbehandelnden Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ).  Dort endet jedoch das Angebot zum 18. Lebensjahr. Das MZEB schließt diese Versorgungslücke im Übergang zur Erwachsenenmedizin. Wie in einem SPZ  bekommen Betroffene hier die Möglichkeit der Behandlung unter „einem Dach“.

Verschiedene Fachärzte und Therapeuten arbeiten eng zusammen und erarbeiten einen individuellen Behandlungsplan, wobei auch eine enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Haus- und Fachärzten sowie den Einrichtungen der Eingliederungshilfe angestrebt wird. Darüber hinaus soll die wohnortnahe medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung gestärkt werden.

Welche Angebote haben Sie für Menschen mit Spina bifida oder Querschnittlähmung?

Das MZEB in Hannover bietet ein interdisziplinäres Angebot an orthopädischen, neurologischen, urologischen, internistischen und psychiatrischen Behandlungen und Empfehlungen sowie therapeutische Beratungen im Bereich Ergo- und Physiotherapie, Kontinenzberatung und bei Bedarf Fallbegleitung, was allen Patienten, auch jenen mit Querschnittlähmung oder Spina bifida, zugutekommen kann.

Warum könnte es für Menschen mit einer Para- oder Tetraplegie von Vorteil sein ein MZEB zu besuchen anstatt eines der 27 Querschnittzentren in Deutschland?

Das MZEB arbeitet ähnlich wie ein SPZ als vorgelagerte ambulante Form. Wir bieten:

  • Ein interdisziplinäres ambulantes Angebot mit zielgruppenspezifischer Diagnostik und geeigneten Kommunikationsstrategien
  • Beziehungsaufbau durch vertraute Umgebung und mit möglichst gleichen Behandlern/Bezugspersonen
  • Teilhabeorientierte Medizin unter Berücksichtigung des sozialen Settings unter Einbeziehung der dazugehörigen Kontextfaktoren im wohnortnahen Bereich
  • Kürzere Wege
  • Networkmanagement/gute Vernetzung
  • Förderung von Peer-Counseling

Wie können sich Patientinnen und Patienten den Austausch des MZEB mit heimischen Fachärztinnen und -ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten oder neurologischen Rehabilitationskliniken vorstellen?

Bei Spina bifida-Patienten wird eine jährliche Befunderhebung als Gesamtbeurteilung der beteiligten Fachgebiete im MZEB empfohlen. Je nach Befund werden weitere diagnostische Maßnahmen und Behandlungen eingeleitet. Im Anschluss wird ein Behandlungsplan für die weiterbehandelnden Ärzte und Therapeuten erstellt und ggf. erfolgen aufsuchende Tätigkeiten in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Es können auch telefonische Beratungen durch das MZEB erfolgen. Von uns wird angestrebt den Fachaustausch zwischen den beteiligten Gesundheitsdiensten zu fördern.

Auf welche Wartezeiten bis zu einem Termin und auf welche Wartezeiten bei Ihnen im Hause müssen sich Patientinnen und Patienten einstellen?

Da wir uns noch im Aufbauprozess befinden, können wir bezüglich der Terminierung noch keine verlässlichen Aussagen treffen, zurzeit ca. ein bis zwei Monate. Bezüglich der Wartezeit im Hause versuchen wir ohne Abweichung von der Terminierung zu arbeiten. Kombinationstermine können zwei bis drei Stunden Aufenthalt im MZEB bedeuten.

Was wird im Bruno-Valentin-Institut unter Fallbegleitung verstanden?

Wir bieten die Unterstützung einer bedarfsgerechten nötigen Versorgung im individuellen Einzelfall, sowie eine multidisziplinäre und ganzheitliche medizinische Bestandsaufnahme zur Planung der Teilhabeleistungen einschließlich eines gesundheitsbezogenem Teilhabeplans. Geboten wird zudem:

  • Vermeidung von überflüssigen oder gar schädlichen Interventionen
  • Leistungen zur Leistungserschließung, d.h. Unterstützung in der optimalen Nutzung vorhandener Angebote (sammeln und koordinieren)
  • Durch Förderung der Teilhabekompetenz den Bedarf an fremder Hilfe so gering wie möglich halten
  • Unterstützung der kooperierenden Ärzte und Therapeuten
  • Unterstützung bei der Planung und Durchführung von stationären Behandlungen einschließlich der jeweiligen Nachsorge
  • Unterstützung der Beschäftigungsfähigkeit im Arbeitsleben einschließlich Werkstatt und Tagesstruktur
  • Unterstützung/Beratung bei der Suche nach geeigneten Wohnformen

Vielen Dank für diesen Einblick in das MZEB des Bruno-Valentin-Instituts.

 

Weitere Informationen

Für weitere Informationen zur Einrichtung siehe: www.diakovere.de

 

 

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.