Sieben Fakten zur Prävention von Verstopfungen bei Querschnittlähmung

Eine Verstopfung (auch: Obstipation) kann das Darmmanagement zur täglichen Folter werden lassen. Es gibt einige Wege, mit denen man dem Problem der Verstopfung bei Querschnittlähmung vorbeugen kann.

Verstopfung ist bei Menschen mit Querschnittlähmung aufgrund der Beeinflussung des Darms aufgrund der Lähmung ein sehr präsentes Thema. Man spricht auch von einer neurogenen Darmfunktionsstörung. d.h. eine Störung der Verdauungs- und Ausscheidungsfunktion aufgrund der Lähmung (siehe: Darmfunktion bei Querschnittlähmung). Dies geht einher mit einer Stuhltransportstörung, so dass die Zeit zwischen der Nahrungsaufnahme und der Ausscheidung im Vergleich zum Fußgänger verlängert ist und das Ausscheiden nicht willentlich geschieht sondern mittels dem Darmmanagement wieder in Gang gebracht werden muss.

7 Fakten zur Prävention von Verstopfungen bei Querschnittlähmung

Im Folgenden werden sieben Fakten genannt, die das Problem der Verstopfung bei Querschnittlähmung positiv beeinflussen und im Idealfall sogar verhindern.

  1. Ausgewogene Ernährung
    Eine ausgewogene Ernährung, die sowohl Obst und Gemüse beinhaltet, Eier, Fleisch und Fisch sowie ein ausgewogener Anteil an Eiweißen, Kohlehydraten und Fetten, sorgen für eine gute Verdauung (siehe: Ernährung bei Querschnittlähmung).
  2. Ballaststoffanteil
    Der empfohlene Ballaststoffanteil sollte täglich zwischen 25-30 Gramm betragen. Dies führt dazu, dass Wasser im Stuhlgang gebunden wird und dadurch die Peristaltik angeregt wird. Der Stuhlgang der voluminöser ist, drückt gegen die Darmwand und die Stretch-Rezeptoren im Darm werden getriggert, so dass es vor der Stuhlmasse zu einer Entspannung kommt und nach der Stuhlmasse zu einer Kontraktion. Somit wird die Peristaltik angeregt. Hier eigenen sich zum Beispiel auch die Müsli-Varianten (siehe: Das richtige Müsli bei Verdauungsproblemen).
  3. Trink- und Flüssigkeitsmenge
    Der Trick mit den Ballaststoffen funktioniert aber nur, wenn die Trinkmenge dazu stimmt. Mindestens 1.500 ml sollen getrunken werden – besser 1.800 – 2.000 ml pro Tag. Stimmen Ballaststoffmenge und Trinkmenge nicht überein, kann es kontraproduktiv sein. D.h. die Ballaststoffe verklumpen im Darm und verstärken die Verstopfung (siehe: Trinkverhalten bei Querschnittlähmung).
  4. Stuhlmodulation
    Mit der Ernährung, der entsprechenden Flüssigkeitsmenge als auch langzeitverträglichen Laxantien (Magrocol oder Laktulose aber auch Flohsamenschalen oder Leinsamen) wird die Stuhlkonsistenz in eine gute Form gebracht. Dier Stuhlgang in guter Stuhlkonsistenz (wurstförmig weich) kann vom Darm besser transportiert werden und regt wie oben beschrieben auch die Peristaltik an.
  5. Ernährung und Entleerungsrhythmus
    Der Darm ist ein Gewohnheitstier und hat es gerne regelmäßig. Da der Stuhldrang bei Menschen mit Querschnittlähmung nicht mehr wahrgenommen wird aufgrund der fehlenden oder eingeschränkten Innervation, muss ein Rhythmus eintrainiert werden. Regelmäßige Nahrungsaufnahme führt auch dazu, dass der Darm einen Rhythmus erhält. So kann dann der Darm quasi nach der Uhr entleert werden.
  6. Bewegung
    Der Darm reagiert auf Bewegung – da hilft schon das Rollstuhlfahren und bei jeder Unebenheit, die Überfahren wird, kommt es zu kleinen „Erschütterungen“ im Darm, so dass auch hier der Einfluss auf die Peristaltik gegeben ist.
  7. Abführmittel
    Hier muss unterschieden werden, zwischen Mitteln, mit denen eine Stuhlmodulation angestrebt wird (Magrocol oder Laktulose aber auch Flohsamenschalen oder Leinsamen) und Mitteln die eine Entleerung auslösen. Dies erstgenannten sind langzeitverträgliche Mittel, die für eine gute Stuhlkonsistenz sorgen und so der Stuhlgang besser Transport werden kann. Die zweitgenannten sind zum einen Mittel aus der Gruppe der Stimulantien, die oral eingenommen werden und zum anderen Mittel, die als rektale Entleerungshilfen (Stuhlzäpfchen, Miniklistier oder Klistier) zum Einsatz kommen.Wenn die Ernährung und der Lifestyle alleine nicht ausreichen, dass es zu einer regelmäßigen ausreichenden Stuhlentleerung kommt, können die Mittel zur Stuhlmodulation sowie die rektalen Entleerungshilfen auch über lange Zeiträume eingesetzt werden.

 

 

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