Rollstuhlrampen aus Legosteinen

In Köln fing es an: Seit 2018 wurden Ladengeschäfte in Köln dank farbenfroher Legobausteine und dem Engagement vom Team der Projektgruppe „frank und frei“ für Rollstuhlfahrer zugänglicher sein. Und auch bunter!

Lego oder Geldspenden werden für das fortlaufende Projekt weiterhin gerne angenommen. Für weitere Informationen siehe: 100 Rampen für Köln

Auch Organisationen in andere Städte folgen dem Beispiel.  Die selbst querschnittgelähmte Rentnerin Rita Ebel baut Legorampen für Hanau…

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… und in Heidelberg möchte die Organisation BiBeZ nachziehen. Zum Spendenaufruf geht es hier.

Sind Legorampen geeignete Alternativen?

Allerdings stoßen die Legorampen nicht überall auf uneingeschränkten Zuspruch. Der BSK Saarland erklärt in einer Stellungnahme vom 12.1.2021: „In letzter Zeit wird in den saarländischen Medien immer mehr darüber berichtet, dass die Zukunftswerkstatt Dillingen und weitere Institutionen Legosteine sammeln, um mit diesen bunten Bausteinen Rampen zu bauen, mit denen Stufen an Geschäftseingängen überwunden werden sollen.
Doch leider erfüllen viele dieser Legorampen längst nicht die Mindestanforderungen an Barrierefreiheit, die es Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ermöglicht, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe eine Rampe zu nutzen. Denn das ist die Definition einer barrierefreien Zugänglichkeit. Um dies zu erfüllen werden Mindestanforderungen an die bauliche barrierefreie Zugänglichkeit im deutschen Baurecht durch technische Baubestimmungen (DIN-Normen) vorgegeben.

Die in der DIN-Norm geregelte 6% Regelung bedeutet beispielsweise, dass man bei
einer Stufe von 18cm eine Rampe von 3 Metern Länge braucht.

Doch leider ist dies bei den im Saarland bereits produzierten Legorampen nicht immer der Fall. Diese sind meist zu steil, zu schmal und es gibt keinen seitlichen Rand, der Betroffene davor schützt, von der Rampe abzudriften und zu stürzen. „Ich kann nicht verstehen, dass solche Legorampen von Menschen, die selbst im Rollstuhl sitzen, beworben bzw. für gut befunden werden, obwohl sie den Mindestanforderungen von Barrierefreiheit nicht entsprechen“, ärgert sich Uwe Wagner, Vorsitzender des LSKS e.V., „dies konterkariert das gemeinsame Ziel nach Barrierefreiheit!“.

Diese Rampen sind als reine Notlösungen zu betrachten und kein Ersatz für Rampen die der DIN-Norm entsprechen und für die sichere Nutzung von Schieberollstühlen, Elektrorollstühlen, Rollatoren und Kinderwagen entworfen sind.“ Zur ausführlichen Stellungnahme geht es hier.