Segeln auf der Tenacious und der Lord Nelson

Die Tenacious (zu Deutsch: beharrlich) und die Lord Nelson, die als Segelschulschiff in Southampton vom Stapel liefen, sind Windjammer, deren Crew aus Menschen mit und ohne Behinderung besteht. Auch Rollstuhlfahrer können anheuern.

Die Tenacious hat eine zwölfköpfige Stammbesatzung und bietet zudem Platz für jeweils 40 Trainees. Diese Mitsegler können sich an der Bordarbeit – wie dem Hissen und Raffen der Segel, Steuern und Navigieren – beteiligen, oder sie helfen beim Zubereiten von Mahlzeiten oder schrubben einfach mal das Deck. Das Einzigartige an den Schwesternschiffen: Die Hälfte der Trainee-Positionen ist für Menschen mit Behinderungen (Mindestalter 16 Jahre) gedacht. Alle helfen mit und sind nicht passive Zuschauer und Passagiere sondern Teil des Abenteuers.

Segelbuddies

Die Trainees werden an Bord paarweise eingeteilt. Wenn man als Rollstuhlfahrer einen nicht-behinderten Partner mitbringt ist das gut – wenn nicht wird einem ein „Buddy“ zugewiesen. Dieser kümmert sich um seinen Partner, z. B. bei stürmischer See oder, falls nötig, bei der Erfüllung von Aufgaben.

Die Tenacious

Die Tenacious: Das längste Holzsegelschiff auf den Weltmeeren.

Mit ihren 65 Metern Länge von der Spitze bis zum Heck, ist die Tenacious derzeit das längste Holzsegelschiff das noch auf den Weltmeeren auf Fahrt ist. An der breitesten Stelle misst sie 10,6 Meter und der Tiefgang liegt bei 4,58 Metern. Mit einer Gesamtsegelfläche von 1.217 Quadratmetern erreicht der Dreimaster max. 11,5 Knoten (ca. 21 Stundenkilometer).

Die Lord Nelson

Mit ihren 52 Metern Länge von der Spitze bis zum Heck, ist die Lord Nelson kleiner als die Tenacious. An der breitesten Stelle misst sie 8,5 Meter und der Tiefgang liegt bei 4,1 Metern; die Gesamtsegelfläche liegt bei 845 Quadratmetern.

Ausstattung für Menschen mit Behinderungen

Die beiden Schwesternschiffe wurden von Anfang an als Segelschulschiffe auch für Menschen mit Behinderungen geplant. Dazu wurde ein sprechender Kompass für Blinde, eine große Radaranzeige für eingeschränkt Sehende und Vibrationsalarm für eingeschränkt Hörende eingebaut. Für Rollstuhlfahrer gibt es Aufzüge, breite Gänge, die Kabinen sind laut Betreiberangaben entsprechend geräumig gestaltet und spezielle Bedürfnisse an WC und Dusche wurden berücksichtig. Die meisten Stationen an und unter Deck können von Rollstuhlfahrern mühelos bedient werden

Außerdem gut zu wissen: Für Notfälle sind i. d. R. eine angeheuerte Krankenschwester und ein privat mitreisender Arzt mit an Bord.

Anheuern

Die beiden Windjammer fahren auf verschiedenen Routen in Europa, Australien, Neuseeland, Afrika und der Karibik. Die angebotenen Reisen können von einem Tag bis zu über zwei Monate dauern. Wer die teilweise erheblichen Kosten nicht aufbringen kann, kann sich um einen vom Anbieter zur Verfügung gestellten Kostenzuschuss bewerben.

Derzeit (April 2018) kann man z. B. für eine 46-tägige Reise anheuern, die von Kapstadt nach Bermuda führt. Oder für einen Neuntagetrip von Málaga nach Mallorca.

Anheuern können Menschen mit und ohne Behinderung, die über 16 Jahre alt sind. Da Betreiber, Kapitän und Stammcrew aus Großbritannien stammen, ist ein sicheres Beherrschen der englischen Sprache unbedingt empfehlenswert.

Jubilee Sailing Trust

Die Tenacious und die Lord Nelson sind Schiffe des Jubilee Sailing Trusts, eine international agierende und von den Vereinten Nationen anerkannte Hilfsorganisation, die die Integration von Menschen mit Behinderungen durch die Abenteuer und die Herausforderungen des gemeinsamen Segelns vorantreiben will. Der Jubilee Sailing Trust finanziert seine Arbeit über Spenden und das Engagement von freiwilligen Helfern.

Für weitere Informationen (in englischer Sprache) zur Organisation und zu den angebotenen Reisen siehe: www.jst.org.uk

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