Fünf Dinge, die man bei Sodbrennen tun kann

Bei Querschnittlähmung kann es aufgrund der sitzenden Haltung, eventuellen Übergewichts, Stress und der Einnahme bestimmter Medikamente zu Sodbrennen kommen. Die folgenden fünf Maßnahmen können gegen Schmerzen in Oberbauch und Speiseröhre helfen.

Sodbrennen kann unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen. Klassisch ist der brennenden Schmerz hinter dem Brustbein von Magengrube bis Mundhöhle. Weitere Symptome sind ungewolltes Aufstoßen und Reflux des Mageninhalts, sowie asthmaähnlichen Beschwerden, Heiserkeit und häufige Entzündungen der Stimmbänder.

Zu Sodbrennen kann es aus verschiedenen Gründen kommen, wobei meist das, was im Magen landet, eine große Rolle spielt:

  • Alkohol, Kaffee oder Nikotin
  • Zu fette, süße, stark gewürzte und/oder sehr kalte oder heiße Speisen
  • Schwer verdauliche Lebensmittel (Hülsenfrüchte, Eier, Fritiertes, etc.)
  • Zu große Mahlzeiten

Weitere Faktoren sind:

  • Bewegungsmangel
  • Schwangerschaft
  • Übergewicht
  • Chronischer Stress
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Psychopharmaka, Anticolinergika oder Kalziumblocker, die bei Querschnittlähmung in verschiedenen Phasen der Rehabilitation zum Einsatz kommen können)

Fünf Dinge, die man bei Sodbrennen tun kann

Im Akutfall können folgende Maßnahmen helfen:

  1. Nahrungsmittel
    Nahrungsmittel, die – in kleinen Mengen konsumiert – die Magensäure regulieren sollen:

    • Avocado
    • Banane
    • Haferflocken
    • Kartoffelsaft
    • Leinsamen
    • Mandeln
    • Zwieback
  2. Getränke
    Trinken sollet man z. B.

    • Hydrogen-carbonathaltiges Wasser (Heilwasser)
    • In Wasser aufgelöste Heilerde
    • Ungesüßte, kurz gezogene Kräutertees
    • Kamille
    • Fenchel
    • Kümmel
    • Anis
    • Ingwerwasser (siehe: Ingwer – Wohltuende Schärfe)
  3. Homöopathische Ansätze
    Bachblüten, Schüssler Salze und homöopathische Mittel, die verwendet werden können:

    • Bachblüten
    • Cherry
    • Plum
    • Beech
    • Centaury
    • Schüssler Salz
    • Nr. 9 – Natrium phosphoricum (3x täglich eine Tablette)
    • Homöopathische Mittel
    • Robinia pseudoacacia bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen
    • Arsenicum album bei Sodbrennen mit starken Schmerzen und Erschöpfung
    • Nux vomica bei Stress oder übermäßigem Kaffeegenuss (Ratgeber Sodbrennen, 2018)
  4. Yoga
    Es gibt verschiedene Yogaübungen, die dabei helfen können, die Magensäure zu regulieren, und die auch von Rollstuhlfahrern in angepasster Form ausgeführt werden können.

    • Der Krieger im Sitzen
    • Drehsitz
    • Feuerreinigung im Sitzen
    • Alle Übungen, die dem Stressabbau dienen, z. B. die Atemübungen

Yoga sollte unter der Anleitung eines Trainers gelernt und erst dann zuhause eigenständig durchgeführt werden, da andernfalls eine Verletzungsgefahr gegeben und das Risiko die Übungen falsch auszuführen zu groß ist. Yogakurse für Rollstuhlfahrer sind bundesweit bei verschiedenen Anbietern (z. B. Querschnittzentren, Rehafachhändlern, der Manfred-Sauer-Stiftung, etc.) möglich.

5. Medikamente
Wenn gar nichts anderes hilft, kann man (kurzfristig) zum Schutz der Speiseröhre vor dem Reflux, der im Extremfall Speiseröhrenkrebs auslösen kann, Medikamente gegen das Sodbrennen einnehmen:
Verwendet werden bei entsprechender Indikation Medikamente aus der Gruppe der H2-Blocker und der Protonenpumpenhemmer. Ebenfalls möglich ist der Einsatz von Antazida, die mit den Bestandteilen Aluminiumhydroxid, Magnesiumhydroxid und Calciumcarbonat die Magensäure binden, oder Alginat, das sich über den Mageninhalt legt und dessen Aufsteigen in die Speiseröhre verhindert.

Sodbrennen vorbeugen 

Um zu verhindern, dass es überhaupt erst zu Sodbrennen kommt, sollte man die individuell zutreffenden Ursachen möglichst vermeiden und auf eine leichte Ernährung achten (s. o.) und auf Kaffee, Genussmittel, Zitrusfrüchte und kohlensäurehaltigen Getränke zu verzichten. Um dem Schließmuskel übermäßigen Druck zu ersparen, sollten fünf bis sechs kleine Mahlzeiten – und davon die letzte nicht zu spät am Abend – gegessen werden.

Extratipp: Das (Ein-) Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper verringert die Gefahr eines Rückflusses. Durch diese Schlafposition wird aber auch der Auflagedruck auf den unteren Rücken und die Oberschenkel erhöht, weshalb man zur Vermeidung von Dekubiti auf eine konsequente Hautkontrolle achten muss.

Bei regelmäßig auftretendem Sodbrennen sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Siehe auch: Was hilft bei Sodbrennen?

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