Acht Hausmittel und Sofortmaßnahmen bei Sommer- „Notfällen“

Im Urlaub sollte man eine Reiseapotheke dabeihaben, die auf die teilweise besonderen Anforderungen von Querschnittgelähmten ausgerichtet ist. Aber auch wer zu Hause bleibt, sollte auf Sommersonderfälle vorbereitet sein.

Im Sommer, egal ob im Urlaub oder zu Hause, sollten Menschen mit Querschnittlähmung, neben den regelmäßig verwendeten Medikamenten, Folgendes in der Haus- oder Reiseapotheke haben:

  • Mittel gegen Verdauungsbeschwerden .
  • Mittel gegen Übelkeit
  • Mittel gegen akute Blasenentzündung
  • Mittel gegen Reizungen der Atemwege
  • Schmerz- und Fiebermittel (inkl. Fieberthermometer)
  • Brandsalben
  • Verbandsmaterial
  • Sonnen- und Insektenschutz

Für einen ausführlichen Beitrag zum Thema Reiseapotheke mit Hinweisen zum Transport von medizinischen Hilfsmittel bzw. Medikamenten im Flugzeug oder über Landesgrenzen siehe: Reiseapotheke bei Querschnittlähmung.

Hausmittel und Sofortmaßnahmen bei gesundheitlichen Eventualitäten im Sommer

Auch wer nicht verreist, und den Sommer zu Hause genießt, sollte darauf vorbereitet sein, dass z. B. das warme Wetter oder viele Aktivitäten im Freien zu gesundheitlichen Problemen führen können, die klein aber nichtsdestotrotz unangenehm sind – und denen mit folgenden Hausmitteln und Sofortmaßnahmen begegnet werden kann. Und da man als Mensch mit Querschnittlähmung meist ohnehin schon Medikamente verschiedenster Art einnehmen muss, ist es eine schöne Abwechslung, dass diese Mittelchen allesamt aus der Vorratskammer oder aus dem Kühlschrank kommen:

  1. Blasen
    Wer beim Antreiben eines manuellen Rollstuhls keine Handschuhe trägt, riskiert die Entstehung von Blasen an den Händen. Ein 15-minütiges Handbad in mit Meersalz versetztem warmem Wasser (2 EL auf ca. 3 Liter Wasser) kann helfen, die Blase schneller abheilen zu lassen.
  2. Durchfall
    Wer plötzlich auftretenden Durchfall hat, läuft Gefahr zu dehydrieren. Als Sofortmaßnahme sollte man die Flüssigkeitszufuhr erhöhen und zweimal täglich 1 bis 2 TL Heilerde in etwas Flüssigkeit auflösen und in kleinen Schlucken 60 Minuten vor oder nach einer Mahlzeit trinken. Die Heilerde soll dazu beitragen überschüssige Säure abzufangen, die Speisen im Magen zu zerkleinern, Gifte zu binden und magenfremde Keime zu hemmen (Praxisvita, 2018). Auch ein Kombucha-Getränk (siehe: Kumbucha bei Verdauungsbeschwerden) oder das stimulieren bestimmter Akupressurpunkte (siehe: Akupressur: Per Fingerdruck zur besseren Verdauung) können bei akutem Durchfall helfen.
  3. Halsschmerzen
    Bei Halsschmerzen greifen viele instinktiv zum Salbeibonbon. Ebenfalls wirksam sind aber auch Tees aus getrockneten oder frischen Salbeiblättern oder Salbei-Sprays, die direkt auf die Zunge gesprüht werden. Die ätherischen Öle im Salbei verhindern eine Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen und können laut Studien bereits nach zwei Stunden die Beschwerden erheblich verringern (mylife.de/2018).
  4. Insektenstich
    Insektenstiche sollte man nicht unterschätzen. Durch sie können Krankheiten (z. B. Malaria) übertragen werden, und manche Menschen reagieren stärker als andere auf Stiche bestimmter Insekten. Schwellungen, Rötungen und Juckreiz können mit einem Tupfer Zahncreme oder einer Paste aus geriebenem Aspirin und Wasser behandelt werden. Beides wirkt kühlend und beugt Infektionen und Entzündungen vor (smarticulture, 2018)
  5. Reisekrankheit und Übelkeit
    Bei der bei Reisen auftretenden Übelkeit können Ingwer und Zitrone helfen. Die ätherischen Öle des Ingwers wirken u. a. durchblutungsfördernd und stoffwechselanregend, sie beschleunigen die Entleerung des Magens und helfen Gase im Darm zu reduzieren. Für die Anwendung siehe: Ingwer – Wohltuende Schärfe. Noch verstärkt werden sollen die positiven Eigenschaften des Ingwers durch die Kombination mit Zitrone, die den bei Reisekrankheit vermehrten Speichelfluss reduziert, indem sie die Mundschleimhaut leicht austrocknet, was zu einer Verminderung weitere Symptome sorgen kann. Für ein Ingwer-Zitrone-Getränk im Sommer siehe: GIMZ – Für Verdauung und Fettverbrennung.
  6. Schluckauf
    Das Eiswasser zu schnell getrunken, weil man so schrecklich Durst hatte? Dann darf man sich über Schluckauf nicht wundern. Sehr schnell kann man aber mit etwas gemahlenem Pfeffer Abhilfe schaffen, der durch die Nase eingeatmet wird. Das im Pfeffer enthaltene Capsaicin stimuliert die Nervenenden in der Nase und löst den Niesreflex aus. Ebenfalls bewährte Hausmittel sind Zucker schlucken, Essig trinken, die Luft anhalten oder an der Zunge ziehen (Lungenärzte im Netz, 2018)
  7. Sonnenbrand und kleine Verbrennungen
    Wenn man zu lange in der Sonne war und die Haut sich rötet, kann ein kühlender und entzündungshemmender Quark-Umschlag helfen. Dazu gekühlten Magerquark großzügig auf die betroffene Hautstelle streichen, mit einem sauberen Tuch bedecken und 30 Minuten einwirken lassen. Bei kleinen Verbrennungen kann auch Apfelessig mit einem sauberen Waschlappen vorsichtig auf die Haut getupft werden, was die Haut kühlen und Schmerzen lindern soll. Außerdem gilt: Bei Sonnenbrand oder Verbrennungen sollte man viel trinken, da dem Körper über die geschädigte Hautstelle Flüssigkeit entzogen wird (gesundmed.de, 2018). Siehe auch: Mit Verbrennungen richtig umgehen.
  8. Überhitzung und Hitzschlag
    Querschnittgelähmte haben aufgrund der Lähmung ein höheres Risiko für Überhitzungen. Der Körper unterhalb der Lähmungshöhe ist nicht in der Lage zu schwitzen und so kann es schneller zu Überhitzungen aufgrund von zu hohen Außentemperaturen kommen (siehe: Temperaturdysregulation), die mit Fieber und allgemeinem Unwohlsein einhergehen kann. Als Sofortmaßnahme muss hier versucht werden, die Körpertemperatur zu senken, z. B. mit kühlenden Umschlägen um Hals, Unterarme und Beine. Hierzu werden Tücher mit kaltem Wasser, dem Essig zugesetzt wurde, getränkt und um die Extremitäten gewickelt.
    Bei einem Hitzschlag kommt es zusätzlich zu der erhöhten Körpertemperatur zu stechenden Kopfschmerzen, Übelkeit und einem erhöhtem Puls, wobei Schwitzen allerdings ausbleibt. Hier oder im Zweifelsfall lautet die Sofortmaßnahme: „Sofort den Notarzt rufen und für Kühlung sorgen, bis Hilfe kommt.“ (Siehe auch: Der Hitze trotzen).

 

Achtung: Die beschriebenen Methoden sind beispielhaft und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzen keinen Arztbesuch und sind nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt bzw. Therapeuten anzuwenden.

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