Unterstützungspflege

Menschen mit Querschnittlähmung können in vielen Fällen ohne Hilfe ein selbständiges Leben führen. Was aber wenn eine Situation eintritt, die vom Normalen abweicht? Dann kann die Unterstützungspflege helfen.

Wer im Alltag gewöhnlich gut alleine klar kommt, aber z. B. nach einer Schulter- oder Karpaltunnel-Operation Hilfe bei der Grundpflege oder im Haushalt braucht, kann sich Unterstützungspflege vom Arzt verordnen lassen.

Die Unterstützungspflege

Seit 2016 haben Versicherte bei schwerer Krankheit oder bei akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung den gesetzlich auf das Krankenhausstrukturgesetzt zurückgehenden Anspruch darauf, die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung erhalten. Dies ist möglich, wenn der Betroffene alleine lebt, keine Pflegebedürftigkeit oder nur Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 1 vorliegt und die Einschränkung rein körperlicher, nicht kognitiver Natur ist. Bei den Pflegegraden 2, 3, 4 oder 5 erfolgen grundpflegerische und hauswirtschaftliche Leistungen in der Regel bereits über die Pflegeversicherung.

Die Leistungen der Unterstützungspflege

Die Unterstützungspflege können Patienten sofort nutzen, da das Krankenhaus sie im Rahmen des Entlassmanagements organisieren kann. Sie umfasst grundpflegerische und hauswirtschaftliche Leistungen, z. B.:

  • Hilfe beim An- und Ausziehen
  • Duschen
  • Haare waschen
  • Zähne putzen
  • Reinigen der Wohnung
  • Einkaufen
  • Kochen

Befristeter Anspruch

Der Anspruch besteht für bis zu vier Wochen je Krankheitsfall. Er kann von der Krankenkasse in begründeten Ausnahmefällen nach Einschaltung des Medizinischen Dienstes verlängert werden.

Alternative

Der VDK weist darauf hin, dass Patienten alternativ, „bevor sie zum Beispiel operiert werden, bei ihrer Krankenkasse eine Haushaltshilfe für die Zeit nach dem Krankenhaus beantragen können. Das Problem dabei: Krankenkassen bearbeiten Anträge auf Haushaltshilfen oft nur verzögert und genehmigen sie nicht rechtzeitig, so dass Patienten die Leistungen nicht dann nutzen können, wenn sie sie brauchen.

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