Mit Papa auf Augenhöhe – Väter im Rollstuhl

„Mit Papa auf Augenhöhe“ ist eine Sendung des Mitteldeutschen Rundfunks (mdr), die drei Männer mit unterschiedlichen Behinderungen im Familienalltag begleitet. Mit dabei sind die querschnittgelähmten Väter Michael und Lars.

Das Baby füttern, die Kinder aus dem Kindergarten oder der Schule abholen, den Sohn zum Fußballtraining fahren, die Tochter zum Ballett. All dies sind Tätigkeiten, an denen Väter eigentlich gar nicht vorbei kommen. Ob Papa im Rollstuhl sitzt oder mit Prothesen geht, ist für die Kinder dabei letztendlich ziemlich egal. Was zähl ist, dass Papa für sie da ist.

Michael sitzt im Rollstuhl seit er sich bei einem Sturz im Bad eine Rückenmarksverletzung zugezogen hat. Seit zwei Jahren lebt er mit Freundin Birgit zusammen; aus einer früheren Beziehung hat er einen Sohn, der zu gleichen Teilen bei Vater und Mutter lebt. Und vor wenigen Monaten wurde er zum zweiten Mal Vater. Ein halbes Jahr Elternzeit gönnt er sich und seiner Familie nach der Geburt seiner Tochter und ist froh, dass sein Arbeitgeber ihm das so unkompliziert ermöglicht.

Seine Tochter zu wickeln und zu versorgen, ist kein Problem für Micha, sie im Kinderwagen umherzuschieben schon etwas trickreicher. Mit seinem Sohn Louis geht Micha angeln oder er fährt ihn zum Fußballtraining – dass Papa manchmal Hilfe braucht, ist für Louis normal. Und er fühlt sich als Kind eines Elternteiles mit Behinderung auch nicht benachteiligt oder bedauernswert. Er fühlt sich als etwas Besonderes. „Mein Papa ermöglicht mir ganz viele Sachen und nimmt sich Zeit mit mir Dinge zu tun. Ich weiß, dass das andere Väter nicht immer machen.“

Lars ist seit einem Unfall vor sechzehn Jahren querschnittgelähmt. Die Zwillinge Paula und Edgar waren für ihn und seine Freundin Wunschkinder, auf die sie lange warten mussten. Und trotz mancher Barrieren ist er auch nach der Trennung von seiner Frau für die Kinder da. Lars gibt sich Mühe, um die Wochenenden mit seinen fünfjährigen Zwillingen so intensiv wie möglich zu verbringen. Und auch das Verhältnis zu Lena, seiner siebzehnjährige Tochter aus einer früheren Beziehung, wird davon, dass Lars im Rollstuhl sitzt, nicht nachteilig beeinflusst. „Wir gehen sogar zusammen zur Disco“, sagt er.

Vater Nummer 3, Ivo, ist nicht querschnittgelähmt sondern es fehlen ihm beide Unterschenkel. Seit der Trennung leben seine Tochter und sein Sohn bei ihm. Obwohl die erste Zeit nicht einfach war, war laut Ivo bald klar, „dass die Kinder gedacht haben: ok, auf den können wir uns verlassen, der macht nicht einfach das, wozu er lustig ist, sondern der ist da und das schweißt zusammen“, so Ivo.

Die Geschichte dieser drei Familienväter erzählt die Dokumentation „Mit Papa auf Augenhöhe – Väter mit Handicap“ aus dem Frühjahr 2018. Für alle, die es verpasst haben, gibt es die Sendung hier:

Fragen & Kommentare

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  1. susy greb 19.11.2018, 09:25 Uhr

    was ist Müttern im Rollstuhl…. ?

    • Tanja Konrad 01.12.2018, 11:39 Uhr

      Guten Tag,
      ob es eine ähnliche Sendung mit Müttern im Rollstuhl gibt, wissen wir leider nicht.
      Viele Grüße
      Die Redaktion