Zehn Dinge, über die sich der Darm freut

Der Darm ist ein hart arbeitendes Organ und nicht nur dann, wenn eine Funktionsstörung vorliegt, sollte man sich Mühe geben dem Darm so oft wie möglich einen Gefallen zu tun. Im Folgenden werden zehn Dinge genannt, über die sich der Darm freut.

Neben den Nahrungsmittelintoleranzen und -unverträglichkeiten (siehe: Nahrungsmittelunverträglichkeiten) sind es meist eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsarmut, die Verdauungsstörungen verursachen. Ein angepasstes Ernährungsverhalten ist bei Darmproblemen also schon die halbe Miete. Es gibt aber noch mehr, was man tun kann, um die Verdauung auf Vordermann zu bringen.

  1. Körner und Co.
    Ballaststoffe in der Nahrung binden Wasser und Giftstoffe, beeinflussen die Stuhlkonsistenz und regen die Peristaltik an. Zudem können sie chronischen Entzündungen vorbeugen und senken indirekt (durch das Binden von Gallensäure) den Cholesterinspiegel. In großen Mengen sind sie in (Vollkorn-)Getreide sowie Nüssen und Saaten enthalten. Die Hitliste wird angeführt von Leinsamen, Flohsamenschalen, Kleie und Haferflocken. Vor allem in Kombination mit viel Flüssigkeit, Beeren und vergorenen Milchprodukten sind sie ein hervorragender Verdauungs-Booster.
    Siehe: Das richtige Müsli bei Verdauungsproblemen.
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  2. Wasser
    Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (siehe: Trinkverhalten bei Querschnittlähmung) ist vor allem bei einer ballaststoffreichen Ernährung von immenser Wichtigkeit. Darüber hinaus können Heilwässer mit hohem Sulfatgehalt (ab ca. 1200 mg/l) die Darmtätigkeit sanft aber wirkungsvoll anregen sanft. Auch bei chronischer Verstopfung kann ein sulfathaltiges Heilwasser Erleichterung bringen, wenn man es mehrere Wochen lang trinkt.
    Siehe: Funktionen von Mineralwasser für Magen und Darm
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  3. Probiotika
    Probiotika stabilisieren eine gesunde Darmflora und stärken ihre natürliche Schutzfunktion. Sie stimulieren das Immunsystem (siehe: Das Immunsystem), welches sich bis zu 80 % in unserem Darm befindet und haben entzündungshemmende Eigenschaften. Probiotika sind in der Regel besonders robuste Milchsäurebakterein (v. a. Bifiobakterien und Laktobazillen), von denen ein Großteil die Magenpassage überlebt und durch die Produktion von Milch- und z. T. auch Essigsäure ein lebensfeindliches Milieu für Krankheitserreger schaffen. Probiotika kommen oft in milchsauer vergorenen Lebensmitteln vor (z. B. Buttermilch, milchsauer vergorene Gemüsesäfte) (Brockhaus, 2008). Probiotika sollen auch dann besonders hilfreich sein, wenn die Darmflora bei einer Antibiotikaeinnahme aus dem Gleichgewicht gebracht wurde.
    Siehe hierzu: Antibiotika & Probiotika – Auswirkungen auf den Darm
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  4. Heilerde
    Heilerde ist ein natürliches, mineralisches Pulver, das aus Löß (Lehm) gewonnen wird. Eingesetzt wird sie bei Hautproblemen und Hauterkrankungen, aber auch innerlich bei Magen-Darm-Beschwerden (z. B. als Heilerde-Kapseln). Durch enthaltene Carbonatsalze hilft mineralische Erde z. B. bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Zudem kann Heilerde Stoffwechselprodukte und giftige Substanzen binden, zeigt positive Wirkung bei entzündlichen Darmerkrankungen und Durchfall. Auch der hohe Anteil an quellfähigen Substanzen macht sie zu einem geeigneten Mittel gegen Durchfall (Clanner-Engelshofen, 2018). Wie bei ballaststoffreichen Lebensmitteln muss auch hier darauf geachtet werden, dass die Einnahme mit einer ausreichenden Trinkmenge kombiniert wird.
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  5. Grünes Gemüse
    Wer seinen Darm erfreuen möchte, sollte häufig zu grünem Gemüse greifen. Es ist nicht nur in den meisten Fällen reich an löslichen und nicht löslichen Ballaststoffen, die die Darmtätigkeit anregen, sondern enthält auch den natürlichen Farbstoff Chlorophyll. Chlorophyll hat eine stark darmreinigende Wirkung, wirkt bei regelmäßigem Konsum gegen Körper- und Mundgeruch und kann auch den Geruch des Darminhalts positiv beeinflussen. Eine regelmäßige Darmsanierung kann z. B. mit grünen Smoothies durchgeführt werden.
    Siehe: Grüne Smoothies für einen gesunden Darm
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  6. Gewürze und Kräuter
    In der Apotheke „Natur“ gibt es verschiedene Kräuter und Gewürze, über die sich der Darm freut. Ingwer z. B wirkt u. a. stoffwechselanregend und fördert die Bildung von Gallensaft. Er hilft bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Bauchkrämpfen. Fenchel wirkt bei Blähungen und Appetitlosigkeit, Salbei bei Blähungen und Durchfall. Zimt regt u. a. eine träge Verdauung an und Kurkuma hilft bei Schmerzen und Druck im Oberbauch und wirkt beruhigend und krampflösend bei Blähungen.
    Für ausführliche Beiträge siehe:
    Ingwer – Wohltuende Schärfe
    Kräuter und Gewürze
    Kurkuma – Gelbwurz für die Darmgesundheit
    Zimt bei Verdauungsbeschwerden und Harnwegsinfekten
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  7. Kombucha
    Kombucha ist reich an rechtsdrehenden Milchsäurebakterien, die im Darm zum einen zu einer Regeneration der „guten“ Darmbakterien führen und dafür sorgen, dass der Stuhl an Volumen zunimmt und regelmäßig ausgeschieden werden kann. Zum anderen unterdrücken sie als natürlich vorkommendes Antibiotikum die Verbreitung von Darmfäulnis verursachenden (d. h. von „schlechten“) Bakterien. Helfen kann das Gärgetränk aus gesüßtem Tee u. a. bei Blähungen, Durchfall und Verstopfung.
    Siehe: Kombucha bei Verdauungsbeschwerden
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  8. Bewegung und Massage
    Bewegung ist sehr wichtig für eine gut funktionierende Verdauung. Wenn eine Querschnittlähmung vorliegt, ist dies natürlich oft einfacher gesagt als getan. Aber auch eine Art passiver Bewegung kann helfen, die in Form einer Bauch- bzw. Colon-Massage vorgenommen werden kann.
    Die Beiträge Colonmassage: Gegen die Verstopfung und Aromatherapie bei Verdauungsproblemen erklären, wie eine Massage helfen kann und welche ätherischen Öle zusätzlich unterstützend wirken können.
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  9. Alternative Methoden zur Behandlung von Verdauungsstörungen
    Last but not least sollen noch die Methoden der Alternativmedizin und Entspannungstechniken genannt werden, die bei Verdauungsproblemen Abhilfe schaffen können. Bei der Verwendung von Bach-Blüten bei Verdauungsbeschwerden gibt es aus therapeutischer Sicht zwei Ansatzpunkte: Zum einen auf der Annahme, dass Gefühle sich körperlich manifestieren können, zum anderen stehen laut Bach jeweils vier bestimmte Blüte über Energiebahnen mit einzelnen Organen in Verbindung. Schüssler-Salze können bei Blähungen, Darmkoliken und -entzündungen, Durchfall und träger Verdauung eingesetzt werden.
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    Für einen ausführlichen Beitrag siehe: Bach-Blüten und Schüssler-Salze bei Darmproblemen.
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    Ebenfalls hilfreich können sich die fernöstlichen Methoden der Akupunktur bzw. Akupressur und der Fußreflexzonenmassage auswirken. Verschiedene Druck- bzw. Stimulationspunkte können die Darmtätigkeit z. B. bei Verstopfung und Durchfall beeinflussen.
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    Für zwei ausführliche Beiträge siehe: Akupressur: Per Fingerdruck zu besseren Verdauung und Fuß an Darm – Die Fußreflexzonenmassage.
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    Entspannungsmethoden sowie Meditationen können bei Querschnittlähmung vor allem helfen Schmerzen (auch im Magen-Darm-Trakt) zu reduzieren und die Körperwahrnehmung zu verändern. Im besten Fall können sie Spastik, Stress und die Verdauung positiv beeinflussen. Verschiedene Techniken werden in folgenden Beiträgen beleuchtet:

    Meditationen und Mudras für die Darmgesundheit

    Entspannen mit autogenem Training

    Jin Shin Jyutsu – Entspannung für Körper und Seele

    Progressive Muskelentspannung bei Querschnittlähmung

    Yoga bei Querschnittlähmung


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  10. Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter
    Menschen mit Querschnittlähmung, die Probleme mit Ernährung, Verdauung und/oder dem Darmmanagement haben, könnte ein Anruf beim Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung der Manfred-Sauer-Stiftung helfen. Das Team um Veronika Geng hilft Ratsuchenden seit Jahren mit Tipps zu einem erfolgreichen Abführen und regelmäßigem Stuhlgang.
    Siehe: Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter

 

 

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