Das sind die Para-Sportler des Jahres

In jedem Jahr ehrt der Deutsche Behindertensportverband (DBS) die Para-Sportler des Jahres. Frauen, Männer und Teams werden für ihre Leistungen in einer Para-Sportart gewürdigt. Menschen mit Querschnittlähmung waren in diesen Jahren (seit 2014) unter den Gewinnern.

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Das sind die Para Sportler des Jahres 2021

Nach Gold bei den Paralympics in Tokio trägt Para Schwimmerin Elena Semechin den Titel Para Sportlerin des Jahres 2021. Bei den Männern freut sich Para Tischtennis-Ass Valentin Baus über die Auszeichnung. Para Team des Jahres wurde die Rollstuhlbasketball Damen-Nationalmannschaft, die in Tokio den vierten Rang belegte.

Para Sportlerin: Elena Semechin (28, Berliner Schwimmteam, Para Schwimmen)

Eine Siegerin und ein „Krawt-Paket“ in jeder Lebenslage: Elena Semechin setzte sich im Kopf-an-Kopf-Rennen unter den nominierten Para Sportlerinnen durch – und das nach einem außerordentlich turbulenten Jahr. In Tokio komplettierte die Para Schwimmerin noch unter dem Namen Elena Krawzow ihren goldenen Medaillensatz: nach EM- und WM-Gold holte sie die Goldmedaille bei den Paralympics. Es folgte die Hochzeit mit Freund und Trainer Phillip Semechin. Anfang November verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihr sogar die höchste deutsche Auszeichnung im Sport, das Silberne Lorbeerblatt. Dass dies möglich war, gleicht einem kleinen Wunder. Denn wenige Tage zuvor hatte sie sich einer riskanten Hirntumor-OP unterziehen müssen. Ihr Erfolgshunger ist trotzdem nicht gestillt: Semechin träumt bereits vom nächsten Gold – bei der WM 2022. „Was für ein Jahr: Endlich bin ich Paralympics-Siegerin geworden, endlich habe ich meinen Traummann geheiratet, zum Glück wurde mein Gehirntumor erfolgreich entfernt und nun auch noch die Krönung, dass ich zur Para Sportlerin des Jahres gewählt worden bin. Nach diesen turbulenten Monaten mit vielen Aufs und Abs bin ich sehr froh und dankbar, dass ich diese Auszeichnung erstmals erhalten habe. Für mich ist es auch eine Anerkennung für unsere harte, jahrelange Arbeit“, sagt die 28-jährige Semechin und fügt an: „Ich bin einfach ein Glückspilz.“ Para Leichtathletin Lindy Ave (HSG Uni Greifswald), die in Tokio Weltrekord-Gold über 400 Meter und Bronze über 100 Meter gewann, belegte Rang zwei. Dritte wurde die Bonnerin Annika Zeyen, Paralympics-Siegerin im Zeitfahren und Silber im Straßenrennen mit dem Handbike. Dahinter folgten Para Kanutin Edina Müller, Para Radsportlerin Jana Majunke und Para Sportschützin Natascha Hiltrop.

Para Sportler: Valentin Baus (25, Borussia Düsseldorf, Para Tischtennis)

Mentale Stärke und die gelungene Revanche für Rio 2016: Para Tischtennisspieler Valentin Baus holte sich nach einer Aufholjagd im Finale Paralympics-Gold. Musste sich der Athlet mit den Glasknochen im Finale in Brasilien noch gegen Cao Ningning (China) geschlagen geben, gelang dem Spieler von Borussia Düsseldorf die Revanche nun fünf Jahre danach. „Ich habe die ganze Zeit gespürt, dass etwas geht“, berichtete Baus nach dem packenden 3:2-Erfolg in einem dramatischen Match, mit dem er die TV-Zuschauer offensichtlich nachhaltig begeisterte. „Dass ich zum Para Sportler des Jahres gewählt worden bin, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Die anderen Jungs hätten es alle genauso verdient. Trotzdem freue ich mich natürlich sehr über diese Auszeichnung. Ich habe viel gearbeitet, hart trainiert und auf vieles verzichtet, Gold bei den Paralympics war die Belohnung dafür. 2021 lief für mich sportlich perfekt und der Preis rundet dieses erfolgreiche Jahr ab“, sagt der 25-jährige Bochumer. Ihm folgt Para Schwimmer Taliso Engel auf Rang zwei. Der 19-jährige sehbehinderte Schwimmer aus Nürnberg war in Tokio über 100 Meter Brust in Weltrekord-Zeit sensationell zu Gold geschwommen. Auch Para Triathlet Martin Schulz durfte sich freuen: Nach zahlreichen Nominierungen wählte ihn die Öffentlichkeit gemeinsam mit einem Expertengremium auf den dritten Rang. Der 31-jährige Athlet des SC DHfK Leipzig blickt auf eine sehr erfolgreiche Saison zurück – mit seinem neunten EM-Titel und Paralympics-Gold. Schulz blieb dabei nur hauchdünn vor Para Leichtathlet Felix Streng, der Gold und Silber über 100 und 200 Meter gewann. Dahinter rangieren die Para Leichtathleten und Paralympics-Sieger Johannes Floors (400 Meter) und Markus Rehm (Weitsprung).

Para Team: Rollstuhlbasketball Damen (Lisa Bergenthal, Annabel Breuer, Laura Katharina Fürst, Barbara Groß, Lena Knippelmeyer, Katharina Lang, Maya Lindholm, Svenja Mayer, Mareike Miller, Anne Patzwald, Catharina Jule Weiß, Johanna Welin-Ryklin)

Dank Teamgeist den Umbruch gemeistert: Das Rollstuhlbasketballteam der Damen bewies bei den Paralympics in Tokio die Stärke als Gemeinschaft. In jedem Spiel legten sie bis zur letzten Sekunde alles rein und begeisterten so ihre Fans. Nach „weißer Weste“ in der Gruppenphase und einem weiteren starken Auftritt im Viertelfinale war im Halbfinale Endstation. Platz vier erreichten die deutschen Damen, die kurzfristig mit Interimscoach und insgesamt fünf Paralympics-Debütantinnen angereist waren, und verpassten damit die Medaillenränge knapp. „Ich bin sprachlos. In Tokio hatten wir nicht das erhoffte überragende Turnier. Dass die guten Leistungen dennoch so enorm wertgeschätzt werden, und wir die Emotionen und den Einsatz in die Heimat transportieren konnten, freut unsere ganze Mannschaft sehr“, sagt Kapitänin Mareike Miller stellvertretend für das gesamte Team. Ihnen folgt mit weniger als zwei Prozent Rückstand das Para Tischtennis-Duo Thomas Schmidberger und Thomas Brüchle, das bereits bei den Paralympics in Tokio knapp an Gold vorbeigeschrammt war. In einem Final-Krimi gegen das chinesische Rollstuhl-Duo hatten Schmidberger/Brüchle beim 1:2 denkbar knapp den Gewinn der Paralympics-Goldmedaille verpasst, obwohl sie zunächst das Doppel für sich entschieden hatten. Rang drei belegten ihre Para Tischtennis-Teamkollegen Björn Schnake und Thomas Rau, die mit Bronze aus Tokio zurückgekehrt waren – für beide war es das erste paralympische Edelmetall.

Das sind die Para-Sportler des Jahres 2018

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ehrte in diesem Jahr in Düsseldorf die Behindertensportler des Jahres. Freuen dürfen sich Andrea Eskau, Martin Fleig, die Para Ski nordisch-Staffel und Denise Grahl. Der Ehrenpreis ging an Heinrich Popow.

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Der DBS ehrt die Preisträger als Helden von Pyeong Chang und singt ihr wohlverdientes Lob mit folgenden Worten:

Para Sportlerin: Andrea Eskau (47, USC Magdeburg, Para Ski nordisch & Para Radsport)

Bei den Para Sportlerinnen setzte sich Andrea Eskau durch, die das erfolgreichste Jahr ihrer beeindruckenden Karriere erlebte. Erst Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Paralympics in PyeongChang, dann in der Loipe alles abgeräumt: Zweimal Gold, dreimal Silber und zudem Staffel-Bronze. Sechs Medaillen bei sieben Starts – eine herausragende Bilanz. Doch satt war die 47-jährige Vollblut-Sportlerin danach noch nicht. Bei den Para Radsport-Weltmeisterschaften jubelte Eskau über Gold und Silber. Für die Athletin des USC Magdeburg war 2018 wie ein Sportmärchen. Dabei feierte auch die weibliche Konkurrenz fantastische Erfolge. Die zweifache Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber (Para Ski alpin) wurde Zweite, auf Rang drei folgte Para Radsportlerin Denise Schindler, die bei den Weltmeisterschaften auf der Bahn und auf der Straße einmal Gold sowie dreimal Silber gewann. Vierte und Fünfte wurden Anna-Lena Forster und Andrea Rothfuss (Para Ski alpin).

Para Sportler: Martin Fleig (29, Ring der Körperbehinderten Freiburg, Para Ski nordisch)

Sein Triumph war historisch: Nach 29 deutschen Paralympics-Medaillen durch Athletinnen in Folge kämpfte sich Martin Fleig im Para Biathlon zu Gold, es war der erste deutsche Herren-Sieg bei Winterspielen seit 2010. Der 29-Jährige vom Ring der Körperbehinderten Freiburg erfüllte sich über 15 Kilometer mit einem perfekten Schießen und einer starken Leistung in der Loipe selbst seinen großen Traum. Nach Doppel-Gold bei der WM 2017 krönte sich Fleig nun mit dem ersehnten Paralympics-Sieg. Fest steht: Den 16. März 2018 wird er nicht so schnell vergessen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten mit Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm und Felix Streng, der zu dreimal Gold sprintete und zu Silber sprang, zwei Sportler, die bei den Para Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin für Furore sorgten. Zudem schafften es Para Triathlet Martin Schulz als Vierter und Para Radsportler Pierre Senska unter die Top Fünf.

Para Mannschaft: Para Ski nordisch-Staffel (Andrea Eskau, Alexander Ehler, Steffen Lehmker)

Es war das Happy End, der perfekte Abschluss der Winterspiele: Andrea Eskau, Alexander Ehler und Steffen Lehmker sprinteten zur ersten Staffel-Medaille seit Nagano 1998. Während Eskau bereits fünf Medaillen gewonnen hatte, warteten „ihre Buben“ noch auf paralympisches Edelmetall. Über 4×2,5 Kilometer holte das Trio noch einmal alles aus sich heraus – und belohnte sich mit Bronze. Ebenso hart war der Kampf um den Titel der Para Mannschaft des Jahres. Die Staffel landete nur knapp vor den Goalball-Herren, die bei den Weltmeisterschaften sensationell Silber holten und das Ticket für die Paralympics in Tokio 2020 lösten. Dritte wurden die Rollstuhlbasketballerinnen durch ihre Bronzemedaille bei der Heim-WM nach einem dramatischen kleinen Finale Bronze.

Para Nachwuchssportlerin: Denise Grahl (25, Hanse SV Rostock, Para Schwimmen)

Nach drei Silbermedaillen bei der WM 2017 schaffte Denise Grahl diesmal den Sprung nach ganz oben aufs Treppchen – und das gleich dreimal. Die 25-Jährige vom Hanse SV Rostock gewann bei den Europameisterschaften im Para Schwimmen drei Titel über 50 und 100 Meter Freistil sowie 50 Meter Schmetterling und feierte damit ihre internationale Gold-Premiere. Hinzu kam eine weitere Silbermedaille. Die Plätze zwei und drei gingen an Rollstuhlfechter Julius Haupt und Para Leichtathlet Phil Grolla.

Heinrich Popow hat nach 18 Jahren seine großartige Karriere mit zwei Paralympics-Siegen sowie unzähligen Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften beendet. Doch den DBS-Ehrenpreis erhielt der 35-Jährige nicht wegen seiner Erfolge oder der zum Teil noch bestehenden Weltrekorde, sondern als herausragender Botschafter und Kämpfer für den Sport von Menschen mit Behinderung, der zugleich eine Inspiration und ein Kümmerer für den Nachwuchs ist. „Er begeistert Menschen auf der ganzen Welt für den Behindertensport, lernt ihnen das Laufen mit der Sportprothese und sorgt dabei für leuchtende Augen und glückliche Gesichter. Heinrich kann Menschen emotional mitreißen und anstecken mit seiner Leidenschaft für den Sport wie kaum ein Zweiter“, betonte Friedhelm Julius Beucher in seiner Laudatio. Der Name Popow werde immer untrennbar mit dem Para Sport in Verbindung bleiben, sagte der DBS-Präsident. „Als einer, der die paralympische Bewegung liebt und lebt. Als einer, der Begeisterung entfachen kann. Und der mit seiner Leidenschaft auch künftig noch viele Menschen zum Sport bringen wird – in Deutschland und weltweit.“

Das sind die Behindertensportler des Jahres 2017

Bereits zum fünften Mal freut sich Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber über die Wahl zur Behindertensportlerin des Jahres. Ebenfalls Grund zur Freude haben Para-Leichtathlet Niko Kappel (Kugelstoßen) sowie die 4×100-Meter-Sprintstaffel der Para Leichtathletik-Weltmeisterschaften.

Anna Schaffelhuber

Die 24-jährige fünffache Paralympicssiegerin im Para Ski alpin ist bereits zum fünften Mal zur Behindertensportlerin des Jahres gewählt worden. Bei den Weltmeisterschaften im italienischen Tarvisio im Januar gewann Schaffelhuber drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Sowohl in der Abfahrt, der Super Kombination als auch im Slalom konnte sie die Spitze des Siegertreppchens erklimmen. Damit sicherte sich die Ausnahmeathletin ihre Weltmeistertitel sieben, acht und neun. Im Super-G und Riesenslalom unterlag sie nur knapp und wurde Zweite. Ziel bei den bevorstehenden Paralympics 2018 im südkoreanischen PyeongChang ist es, die Titel von 2014 in allen fünf gewonnenen Disziplinen zu verteidigen.

Niko Kappel

Für Niko Kappel war 2016 das Jahr der Superlative: Gold bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro mit persönlicher Bestleitung, anschließend gekrönt mit der Auszeichnung Behindertensportler des Jahres 2016. Kaum zu glauben, dass das noch zu toppen ist. Doch der 1,40 Meter große Kappel ist auch bei den Para Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2017 in London seiner Favoritenrolle gerecht geworden und knüpfte an die Leistungen des Vorjahres an. Er verbesserte seinen persönlichen Rekord in der Startklasse F41 auf 13,81 Meter und stellte damit zugleich zum damaligen Zeitpunkt einen neuen Weltrekord auf. In seiner noch jungen Karriere hat der Sindelfinger, der von Peter Salzer trainiert wird, bereits bei den Weltmeisterschaften 2015 und den Europameisterschaften 2016 mit Silbermedaillen geglänzt. Nun wird Kappel zum zweiten Mal für eine hervorragende Saison mit dem Behindertensportler des Jahres ausgezeichnet.

Team des Jahres 2017

Team des Jahres ist die 4×100-Meter-Sprintstaffel mit Johannes Floors , Markus Rehm, Léon Schäfer und Tom-Sengua Malutedi. Nachdem sich die Sprint-Staffel bereits im vergangenen Jahr paralympisches Gold und den Titel „Mannschaft des Jahres 2016“ sicherte, gelang den Leverkusener Sprintern in der Startklasse T42-T47 mit neuer Besetzung in diesem Jahr erneut der Coup. Bei den Para Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London spielte sich ein ähnliches Szenario ab, wie bereits bei den Paralympics 2016. Die aufgrund von Verletzungen neu formierte deutsche Staffel überquerte in 42,81 Sekunden zunächst hinter den USA die Ziellinie. Die Freude über die Silbermedaille  war bereits groß, als etwas verspätet die Meldung kam: Gold für Deutschland. Aufgrund eines Wechselfehlers wurde der Dauerrivale USA nachträglich disqualifiziert und die deutschen Sprinter sicherten sich nach 2015 erneut den Weltmeistertitel. Weil Felix Streng, David Behre und Ersatzmann Heinrich Popow verletzt fehlten, sprang Léon Schäfer ein. Als Vierter im Bunde wurde Tom-Sengua Malutedi von Bundestrainer Willi Gernemann kurzfristig nachnominiert. Für Malutedi, der als ehemaliger Bundesligaboxer erst zu Beginn des Jahres mit der Leichtathletik begonnen hat, war es das erste internationale Rennen. Obwohl es kaum gemeinsame Trainingseinheiten gab vergoldete die Staffel mit einer starken Team-Leistung den Abschluss der Para Leichtathletik-Weltmeisterschaften und ist Mannschaft des Jahres 2017.

Das sind die Behindertensportler des Jahres 2015

Anna Schaffelhuber hat es wieder geschafft. Bereits zum vierten Mal nimmt sie die Auszeichnung Behindertensportlerin des Jahres des DBS entgegen. Ebenfalls erneut freut sich die Basketballmannschaft der Damen; und zum ersten Mal Georg Kreiter.

Anna Schaffelhuber

Die WM-Goldmedaillengewinnerin im Super-G und im Riesenslalom, Anna Schaffelhuber, konnte erneut durch ihre herausragenden Leistungen in diesem Jahr die Wahl für sich entscheiden und erhält damit zum vierten Mal die beliebte Auszeichnung des Deutschen Behindertensportverbands. Darüber hinaus darf sich die Monoskifahrerin in den kommenden zwei Jahren offiziell „Beste Behindertensportlerin der Welt“ nennen (siehe: Anna Schaffelhuber ist Weltbehindertensportlerin).

Bei der diesjährigen Alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Panorama (Kanada) konnte die fünffache Paralympics-Siegerin gleich vier Medaillen gewinnen. Die Regensburgerin sicherte sich Gold im Super-G und im Riesenslalom. Hinzu kamen die Silbermedaille in der Super-Kombination und Bronze in der Abfahrt.

Doch viel Zeit zum Feiern bleibt Schaffelhuber nicht. Schon bald beginnt für die Monoskifahrerin die neue Saison. Und die nächsten Winterspiele 2018 in Pyeongchang sind stets im Hinterkopf. „Südkorea ist das große Ziel, auf das alles ausgerichtet ist“, betont die ehrgeizige Sportlerin, die auf der Piste wieder angreifen will – um die Erfolge von Sotschi möglichst zu wiederholen.

Georg Kreiter

Der WM-Goldmedaillengewinner im Riesenslalom und in der Super-Kombination, Georg Kreiter, darf sich zum ersten Mal Behindertensportler des Jahres nennen.

Bei der diesjährigen Alpinen Ski-Weltmeisterschaft im kanadischen Panorama stand der Monoskifahrer gleich zwei Mal ganz oben auf dem Treppchen. Schon bald beginnt für den 30-jährigen Doppel-Weltmeister 2015 die neue Saison. Die nächsten Winterspiele 2018 in Pyeongchang sind das große Ziel.

Basketballmannschaft der Damen

Bei der diesjährigen Basketball-Europameisterschaft in Worcester (England) konnte sich das Team von Trainer Holger Glinicki im Finale gegen die Niederlande souverän durchsetzen und gewann EM-Gold. Für die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen war es der neunte EM-Titel. Mit dem Sieg der Europameisterschaft hat auch gleichzeitig die Vorbereitung auf die Paralympics 2016 in Rio begonnen. Der Lohn für diese Saison ist die Wahl zum DBS-Team des Jahres. Diese Auszeichnung nehmen die Rollstuhlbasketballerinnen mit Spielführerin Marina Mohnen, bereits zum siebten Mal entgegen.

Das erfolgreiche Team in England bildeten Annabel Breuer, Linda Dahle, Heike Friedrich, Laura Fürst, Anna Gerwinat, Barbara Groß, Maya Lindholm, Marina Mohnen, Anne Patzwald, Gesche Schünemann, Johanna Welin, Annika Zeyen. Neben Cheftrainer Holger Glinicki gehören die Co-Trainer Chris Giles und Josef Jaglowski sowie  Bundestrainer Nicolai Zeltinger, Teamarzt Dr. Jürgen Völpel  und Teammanager, Rober Bauch zur Mannschaft.

Das sind die Behindertensportler des Jahres 2014

Anna Schaffelhuber (Paralympicsiegerin im Ski-Alpin), Markus Rehm (Deutscher Meister im Weitsprung) und die Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen wurden als Behindertensportler des Jahres 2014 geehrt.

Bild DBS copyright Andreas Joneck, 2014 Quelle: Pressedownload DBS http://www.dbs-npc.de/presse-bildergalerien.html

Monoski-Fahrerin Anna Schaffelhuber nahm die Auszeichnung zur Behindertensportlerin des Jahres zuvor schon zweimal entgegen und kommentiert diesen sensationellen Erfolg mit den Worten: „Ich freue mich wahnsinnig darüber, dass ich heute zum dritten Mal Behindertensportlerin des Jahres geworden bin und möchte mich bei allen Fans bedanken, die mich gewählt haben.“

  • 2011 konnte sich Schaffelhuber erstmals über den Titel freuen, nachdem sie bei der Alpin-WM in Sestriere dreimal Gold gewann.
  • 2013 holte die heute 21-Jährige bei der Weltmeisterschaft in La Molina (Spanien) Gold im Slalom sowie zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen.
  • 2014 gewann sie bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi in den alpinen Skiwettbewerben gleich fünf Goldmedaillen: im Slalom, im Riesenslalom, im Super-G, in der Abfahrt und in der Superkombination.

Schon im Alter von fünf Jahren hat sich Schaffelhuber das erste Mal auf einen Monoski gesetzt und mit 17 erstmals olympische Bronze geholt. Sport war früh für die von Geburt an inkomplett Querschnittgelähmte ein wesentlicher Teil ihres Lebens, die Familie unterstützte sie in jeder Beziehung. „Seit ich klein bin will und mache ich alles irgendwie genauso wie meine Mitmenschen – nur hin und wieder auf andere Art. Wie das Skifahren“, erklärt Anna Schaffelhuber, „auf dem Ski fühle ich mich unabhängig und beflügelt, und dieses Gefühl möchte ich mir noch lange bewahren“.

Die Wahl zum Behindertensportler des Jahres ist für Leichtathlet Markus Rehm die Krönung eines erfolgreichen Jahres: „Ich freue mich, dass ein für mich herausragendes Jahr 2014 mit dem Titel des Behindertensportlers des Jahres gekrönt wird und danke allen, die mich gewählt haben. Auch diesen Titel werde ich nutzen, um meinen Beitrag zum inklusiven Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung im Sport und in der Gesellschaft weiter voranzubringen.“

Rehm trat 2014 bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften gegen die nicht behinderten Sportler an und gewann mit einer sensationellen Weite von 8,24 Metern. Damit verbesserte er zudem seinen eigenen paralympischen Weltrekord um 29 Zentimeter und sprang als erster paralympischer Athlet über acht Meter. Weil er vom Deutschen Leichtathletik-Verband aber nicht für die Europameisterschaften nominiert wurde, löste er eine bis heute andauernde Diskussion aus und rückte die Inklusion in das Licht der Öffentlichkeit.

Zum Team des Jahres 2014 wurde die Damennationalmannschaft im Rollstuhlbasketball gewählt, die bei den Weltmeisterschaften in Toronto im Finale nur knapp den Gastgebern unterlag und Silber holte.

„Wir sind in der Weltspitze mit dabei, und ich blicke alles in allem auf eine tolle Saison zuru?ck“, bilanzierte Trainer Holger Glinicki. Das erfolgreiche Team in Kanada bildeten Mareike Adermann, Annabel Breuer, Annegrit Briessmann, Linda Dahle, Laura Fürst, Simone Kues, Maya Lindholm, Marina Mohnen, Edina Müller, Gesche Schünemann, Johanna Welin und Annika Zeyen. Unterstützt wurden sie von Bundestrainer Nicolai Zeltinger, Physiotherapeutin Angelika Jacobi, Mechaniker Timo Bauer und Teamarzt Dr. Jürgen Völpel zur Mannschaft.