Leistungen bei Pflegebedürftigkeit

Die Pflegebedürftigkeit wird je nach individueller Situation in fünf Pflegegrade (siehe: Pflegegrade: Ein Überblick) unterteilt. Die damit verbundenen Sach- und/oder Geldleistungen werden für jeden Pflegegrad im Folgenden beschrieben.

Anspruch auf Pflegeleistungen haben anerkannt Pflegebedürftige, die zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen versorgt werden. Für Kosten, die auch ohne Pflegebedürftigkeit aufkommen, also insbesondere Wohnen und Essen, kommt die Pflegeversicherung nicht auf.

Wichtig zu wissen ist, dass die Zuschüsse der gesetzlichen und privaten Pflegekassen für die notwendige Betreuung und Pflege begrenzt bzw. gedeckelt sind. Das gilt auch für Pflegehilfsmittel und vieles Notwendige, was die Pflege und Betreuung der Betroffenen erleichtert und ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität fördert.

Die jeweiligen Pflegegrade sind mit monatlichen Sach- und/oder Geldleistungen verbunden. Wie und nach welchen Kriterien die Pflegegrade ermittelt werden, beschreibt der Beitrag Pflegegrade: Ein Überblick.

Mögliche Leistungen* der Pflegekassen sind:

  • Pflegegeld
  • Pflegesachleistungen
  • Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistung
  • Kombinationsleistung aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen
  • Tages- und Nachtpflege
  • Verhinderungspflege
  • Kurzzeitpflege
  • Hilfsmittel
  • Zuschüsse für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
  • Zuschüsse zum Hausnotruf
  • Zuschüsse zur Wohnraumanpassung
  • Förderung selbstorganisierter, ambulant betreuter Wohngruppen (Pflegeleistung, 2018)
  • Zuschüsse für Versorgung in einer stationären Einrichtung
  • Kostenlose Pflegekurse für Angehörige

Leistungen nach Pflegegraden

Je nachdem welchen anerkannten Pflegegrad ein Betroffener hat, stehen ihm oben genannte Leistungen in unterschiedlichem Ausmaß zu.

Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

  • Kostenerstattung von bis zu 125 Euro pro Monat für Betreuungs- und Entlastungsleistungen
  • Wohnraumanpassung: bis zu 4.000 Euro
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 40 Euro pro Monat
  • Zuschüsse zum Hausnotruf: 10,49 Euro einmalig für die Anschlusskosten und 18,36 Euro monatlich für den Betrieb

Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

  • Pflegesachleistungen von 689 Euro pro Monat
  • alternativ Pflegegeld bei häuslicher Pflege von 316 Euro pro Monat
  • Zuschuss für die vollstationären Pflege in Höhe von 770 Euro pro Monat
  • Leistungen für die teilstationäre Pflege (Tages- und Nachtpflege) in Höhe von 689 Euro pro Monat
  • Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat
  • Kurzzeitpflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Wohnraumanpassung: bis zu 4.000 Euro
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 40 Euro pro Monat
  • Zuschüsse zum Hausnotruf: 10,49 Euro einmalig für die Anschlusskosten und 18,36 Euro monatlich für den Betrieb

Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

  • Pflegesachleistungen: 1.298 Euro pro Monat
  • Alternativ Pflegegeld bei häuslicher Pflege: 545 Euro pro Monat
  • Zuschuss zur vollstationären Pflege im Alten- oder Pflegeheim: 1.262 Euro pro Monat
  • Leistungen für die teilstationäre Pflege: 1.298 Euro pro Monat
  • Entlastungsbeitrag von 125 Euro pro Monat für zusätzliche Betreuungs- und Entastungsleistungen
  • Kurzzeitpflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Wohnraumanpassung: bis zu 4.000 Euro
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 40 Euro pro Monat
  • Zuschüsse zum Hausnotruf: 10,49 Euro einmalig für die Anschlusskosten und 18,36 Euro monatlich für den Betrieb

Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

  • Pflegesachleistungen: 1.612 Euro pro Monat
  • Alternativ Pflegegeld bei häuslicher Pflege: 728 Euro pro Monat
  • Zuschuss zu einer vollstationären Pflege im Alten- oder Pflegeheim: 1.775 Euro pro Monat
  • Leistungen für die teilstationäre Pflege: 1.612 Euro pro Monat
  • Entlastungsbeitrag für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen: 125 Euro pro Monat
  • Kurzzeitpflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Wohnraumanpassung: bis zu 4.000 Euro
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 40 Euro pro Monat
  • Zuschüsse zum Hausnotruf: 10,49 Euro einmalig für die Anschlusskosten und 18,36 Euro monatlich für den Betrieb

Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

  • Pflegesachleistungen: 1.995 Euro pro Monat
  • alternativ Pflegegeld bei häuslicher Pflege: 901 Euro pro Monat
  • Zuschuss zu einer vollstationären Pflege im Alten- oder Pflegeheim: 2.005 Euro pro Monat
  • Leistungen für die teilstationäre Pflege: 1.995 Euro pro Monat
  • Entlastungsbeitrag für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen: 125 Euro pro Monat
  • Kurzzeitpflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Wohnraumanpassung: bis zu 4.000 Euro
  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: 40 Euro pro Monat
  • Zuschüsse zum Hausnotruf: 10,49 Euro einmalig für die Anschlusskosten und 18,36 Euro monatlich für den Betrieb (Pflegeleistungen, 2018)

Weitere Informationen

Informationen zu den ersten Schritten bei Pflegebedarf

Der Flyer „Pflegebedürftig. Was nun?“ des Bundesministerium für Gesundheit hilft bei den ersten Schritten im Pflegefall. Er gibt Informationen und einen ersten Überblick über die Ansprechpartner und die verschiedenen Pflegegrade. Wie ein Antrag zu stellen ist und was Betroffene dazu wissen sollten, erklärt die Publikation kurz und übersichtlich. Als kostenfreier Download steht sie hier zur Verfügung: Pflegebedürftig. Was nun?

Pflegegradrechner

Die Seite http://www.pflege.de/ informiert über die Pflegegrade und stellt auch einen „Pflegegradrechners“ zur Verfügung. Zwar weist der Anbieter darauf hin, dass die Berechnung einem komplizierten System unterliege und nur die Pflegeversicherung verbindlich über die Einordnung in Pflegegrade entscheiden könne, aber dennoch vermitteln die Fragebögen einen Eindruck von den Faktoren, die von Pflegegrad 1 bis 5 eine Rolle spielen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Infos zum Verfahren, den Leistungen und Neuerungen.

Zum Pflegegradrechner geht es hier.

 

*Alle Angaben Stand: Januar 2019

Fragen & Kommentare

Fragen & Kommentare zu diesem Artikel


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Zur Registrierung geht es hier lang.