AB.Coach – Die Antibiotika-App

Mit Antibiotika werden von Bakterien verursachte Krankheiten (Infekte) behandelt und sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in Deutschland. Allgemein bekannt ist, dass eine fachgerechte Einnahme dabei von größter Wichtigkeit ist – die App der Kampagne „Richtig ist wichtig!“ bietet Hilfe an.

Bei der Verwendung von Antibiotika muss streng darauf geachtet werden, dass die Einnahme korrekt ausgeführt wird, da sich sonst antibiotikaresistente Bakterienstämme entwickeln können. Die verheerenden Auswirkungen solcher Resistenzen dürfen keinesfalls unterschätzt werden (siehe auch: Bekämpfung resistenter Erreger: Der10-Punkte-Plan).

Zur Vermeidung solcher Entwicklungen gibt es seit 2017 einen digitalen Antibiotika Coach (AB.Coach), den die die Kampagne „Antibiotika: Richtig ist wichtig!“ zur Verfügung stellt.

Was die App kann

Wenn man eine Krankheit hat, die eine Behandlung mit Antibiotika notwendig macht, werden diese vom Arzt verschrieben. Zusammen mit dem Rezept erhält man auch Anweisungen zur Einnahme, die verdeutlichen wann man wie viele Tabletten nehmen muss und wann man wieder damit aufhören kann.

Die Macher nennen folgende Vorteile:

Alle wichtigen Informationen zur eigenen Antibiotikatherapie an einem Ort

  • Erinnerungen zur richtigen Zeit im korrekten Indikationsryhthmus
  • Gesundheitstipps zur Prophylaxe, Prävention und Therapieoptimierung
  • Monitoring der Adhärenz durch teilnehmenden Arzt oder Apotheker
  • Anerkennung und Motivation durch Instant Feedback und abendliche Belohnung

Die AB.Coach-App hilft den individuellen Behandlungsplan einzuhalten und bietet weitere Informationen zum Umgang mit Antibiotika, z. B. mögliche Nebenwirkungen und wie man mit ihnen umgehen kann.

Beispiele aus dem Inhalt

Mögliche Wechselwirkungen, die aufgezeigt werden, sind z. B.:

  • Lebensmittel
  • Die App weist darauf hin, dass gewisse Lebensmittel die Wirkung der Antibiotika beeinträchtigen können. Auf Milch, kalziumreiches Mineralwasser und die Grapefruit, sollte während der Therapie verzichtet werden.
  • Alkohol
  • Alkohol sollte man während der Antibiotikatherapie vermeiden, weil die begleitende Entzündung die Durchblutung im Körper intensiviert und sich der Alkohol dadurch viel schneller verteilt.
  • Medikamente
    Stets sollte man den Arzt oder Apotheker nach weiteren möglichen Reaktionen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und prophylaktische Produkte für die Vermeidung von Nebenwirkungen fragen.

Mögliche Nebenwirkungen, die aufgezeigt werden, sind z. B:

  • Durchfall
  • Ausgelöst wird Durchfall durch eine Störung der Darmflora, da durch die Antibiotika auch die normale Bakterienbesiedelung des Darmes angegriffen wird. Tritt ein massiver und/oder blutiger Durchfall auf muss der Arzt oder Apotheker kontaktiert werden. Die gesunde Darmflora kann während der Antibiotikabehandlung unterstützt oder wieder aufgebaut werden durch Einnahme von Probiotika. Die App rät bei Durchfall auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr (Tee, Wasser) zu achten, da viel Wasser über den Darm verloren geht.
  • Neurologische Nebenwirkungen
  • Unter Antibiotikatherapie können selten auch mal Kopfschmerzen, Nervosität, Unruhe, Hörstörungen, Verwirrtheit oder gar Halluzinationen auftreten. Kopfschmerzen, Nervosität oder Unruhe sind zwar lästige aber eher harmlose Nebenwirkungen und bedürfen im Normalfall keinen weiteren Massnahmen. Allenfalls kann bei Kopfschmerzen vorübergehend ein übliches Kopfschmerzmittel eingenommen werden. Treten aber Hörstörungen, Verwirrtheit oder Halluzinationen auf, sollte man, so die App, so rasch als möglich einen Arzt oder Apotheker kontaktieren.
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Übelkeit und Erbrechen sind nicht seltene Nebenwirkungen von Antibiotika. Diese können anfangs häufig auftreten und klingen während der Dauer meistens wieder ab. Wenn die Übelkeit leicht ist können Hausmittel wie Tee oder Kräutertropfen helfen. Bei stärkerer Übelkeit oder gar Erbrechen können auch entsprechende Medikamente helfen. Eventuell ist auch ein Wechsel des Antibiotikums sinnvoll. Falls der Abstand zwischen der Antibiotikaeinnahme und dem Erbrechen länger als eine halbe Stunde beträgt, kann man davon ausgehen, dass das Antibiotikum vom Körper bereits aufgenommen wurde und entsprechend wirksam ist. Weitere Massnahmen sind dann, laut App, nicht notwendig.

Wo gibt es die App?

Die AB. Coach App wird in Verbindung mit einer teilnehmenden Apotheke aktiv. Entsprechende Apotheken im deutschsprachigen Raum finden Interessierte hier: Apotheker finden

Als Nutzer muss man:

  1. Dem Apotheker das Rezept geben und die Kontaktdaten mitteilen.
  2. Die nun erhaltene E-Mail auf dem Smartphone öffnen und die App installieren.
  3. Die App über Link in der E-Mail aktivieren.

Die App ist kostenfrei für Android und iOS erhältlich. Für mehr Informationen siehe: www.abcoach.info

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