Mitbewohnerbörse für Menschen mit Behinderung

Denn zusammen ist man weniger alleine: Careunities ist die Vermittlungsplattform für junge Menschen mit Körperbehinderung, die auf die Suche nach einem neuen Zuhause jenseits der Pflegeheime sind.

Menschen mit Behinderung im Alter zwischen 20 und 60 sollen zusammen mit anderen Betroffenen eine Wohngemeinschaft gründen können, um so die Herausforderungen ihres Lebens besser zu bewältigen. Die Initiative Careunities will dabei helfen und unterstützen. Seit Ende 2018 die Vermittlungsbörse online: Careunities.de

Mögliche geplante Wohnorte sind derzeit:

  • Ankum
  • Stuhr / Nähe Bremen
  • Hagen (Westfalen)
  • Lübeck
  • Leer
  • Siegburg

Die Macher um den Initiator, Bauunternehmer Andreas Hettwer, sagen über ihr Projekt: „Können junge Menschen durch eine Krankheit wie Multiple Sklerose oder eine erworbene Behinderung, wie einer hohen Querschnittlähmung, nicht mehr ohne Hilfe selbständig leben, brauchen sie Unterstützung. Haben sie dann nicht das Glück finanzieller Absicherung oder einer aufopferungsvollen Familie, die eine ständige Versorgung gewährleisten kann, bleibt oft nur das klassische Pflegeheim als Alternative. Dies ist aber gerade für junge Menschen nicht der richtige Ort. Das wollen wir ändern und eine wirkliche Alternative bieten.“

So funktioniert es:

Junge Menschen mit körperlicher Behinderung können sich auf der u. U. kostenpflichtigen Plattform als Wohnungssuchender registrieren. Bietet jemand im angegebenen Suchumkreis ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft an, kann der Interessent Kontakt zum Anbieter aufnehmen. (Careunities.de weist allerdings darauf hin, dass es ca. ein Jahr dauern kann, bis erste Angebote eingehen. Eilig sollte man es also nicht haben.)

Umgekehrt können Menschen, die bereits in einer WG wohnen und einen neuen Mitbewohner suchen, ihr Angebot über Careunities an den Mann bringen. Der Pflegedienst, den alle Beteiligten brauchen, kann dann geteilt werden.

Finanzielle Aspekte

Das Bundesministerium für Gesundheit schreibt zu diesen „Alternativen Wohnformen“ in seinem Online-Pflegeratgeber: „ Zu den neuen Wohnformen zählen auch die sogenannten Pflege­-Wohngemeinschaften (Pflege­-WGs). Diese bieten die Möglichkeit, zusammen mit Gleichaltrigen zu leben und gemeinsam Unterstützung zu erhalten – ohne auf Privatsphäre und Eigenständigkeit zu verzichten. Die Bewohnerinnen und Bewohner einer Wohn­gemeinschaft leben in eigenen Zimmern, in die sie sich jederzeit zurückziehen können. Gleichzeitig besteht aber auch die Möglichkeit, in Gemeinschaftsräumen gemeinsame Aktivitäten durchzuführen. Pflegebedürftige, die Pflegegeld, ambulante Pflegesachleistungen, die Kombinationsleistung, Leistungen des Umwandlungsanspruchs und/oder den Entlastungsbetrag beziehen, können in ambulant betreu­ten Wohngruppen zusätzlich zu den sonstigen Leistungen auf Antrag eine Pauschale in Höhe von 214 Euro im Monat, den sogenannten Wohngruppenzuschlag, erhalten.“ Zu weiteren Informationen und Voraussetzungen geht es hier: Alternative Wohnformen.

Weitere Informationen

Für weitere Informationen siehe: careunities.de

 

Siehe auch: Inklusive Wohnprojekte und Deutschlandweites Bündnis für inklusives Wohnen

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