Broschüre: „ABC Teilhabe. Praktische Tipps und Ratschläge zur Teilhabe“

Durch das Bundesteilhabegesetz hat sich vieles verändert und vieles wird sich noch ändern. Ein neuer Ratgeber des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. (BSK) hilft, den Überblick zu behalten bei allen Fragen von A wie „Antrag“ bis U wie „Unterhaltssichernde Leistungen“.

Zielgruppe des Ratgebers sind alle, die mit Rehabilitation und Teilhabe zu tun haben: Betroffene,  z. B. Menschen mit Querschnittlähmung,  genauso wie professionelle Akteure. Die Autoren, Prof. Dr. Torsten Schaumberg und Prof. Dr. Andreas Seidel, wollen mit diesem Ratgeber aus 121 Seiten „anhand von Schlüsselwörtern wichtige Prinzipien und Aussagen des neuen Teilhaberechts verständlich“ erläutern, so ihr Vorwort.

Den Anspruch, die äußerst komplexe Thematik „in seiner gesamten Breite und Tiefe darzustellen“, haben sie nicht. „ABC Teilhabe. Praktische Tipps und Ratschläge zur Teilhabe“ ist als Einstieg in die Thematik gedacht. Dabei legten die Autoren Wert darauf, die Texte, die sich zu einem großen Teil mit gesetzlichen Bestimmungen und ihren Auswirkungen befassen, so zu gestalten, dass sie auch für Laien verständlich bleiben. Doch „jede Vereinfachung findet … dort ihre Grenze, wo es zur Verfremdung kommt“, weshalb manche der Textpassagen durchaus anspruchsvoll zu lesen sind, wie die Autoren selbst anmerken.

Kein Wunder: Mit dem Bundesteilhabegesetz wird in vier Reformstufen ein komplettes System umgekrempelt: Weg vom Fürsorgegedanken hin zur Personenzentrierung, was sich u. a. in der wachsenden Bedeutung der ICF, der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit zeigt (für weiterführende Informationen zur ICF siehe auch: ICF – Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) Den Autoren gelingt der Spagat, sowohl den Ist-Zustand der Jahre 2018 und 2019 (Reformstufe 2) zu behandeln als auch bereits auf Änderungen in Reformstufe 3 (ab 2020) hinzuweisen.

Betroffene sollen künftig rechtlich, tatsächlich und funktional teilhaben, mehr in ihrem Leben selbst bestimmen und stärker am Arbeitsleben partizipieren. Hier spiegeln sich die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention wider (siehe auch: Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen). Was das genau bedeutet und welche Voraussetzungen gelten, erfährt man in Kapitel 1 – Einführung. Hier werden die neue rechtliche Basis und grundlegende Begriffsdefinitionen wie Behinderung, Schwerbehinderung, Rehabilitationsträger, Leistungsgruppe, ICF und Teilhabe erläutert.

Kapitel 2 beinhaltet ein alphabetisches Verzeichnis von A wie „Antrag“ bis U wie „Unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen“. Gut erklärt und mit Beispielen aufgepeppt können Betroffene und Akteure sich hier eine Informations-Grundlage schaffen, egal, ob sie sich für Bedarfsermittlung, Eingliederungshilfe, Leistungsgesetze oder Teilhabeleistungen interessieren. Besonders hilfreich: Am Ende vieler Kapitel findet sich ein „Gut zu wissen …“-Kasten, in dem sehr anschaulich weitergehende Informationen präsentiert werden.

Kapitel 3 beinhaltet Auszüge aus dem Bedarfsermittlungsinstrument Niedersachsen (B.E.Ni) und dem Integrierten Teilhabeplan Thüringen (ITP). Weiterführende Informationen hierzu finden sich im Internetauftritt des Landes Niedersachsen (Das Bedarfsermittlungsinstrument Niedersachsen) sowie des Landes Thüringen (Integrierter Teilhabeplan).

Kapitel 4 – Fragen und Antworten spielt schließlich die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem großen Themenkomplex durch.

Der Ratgeber „ABC Teilhabe. Praktische Tipps und Ratschläge zur Teilhabe“ ist kostenfrei erhältlich, lediglich das Porto muss bezahlt werden. Er kann beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter im Onlineshop oder telefonisch unter Tel.: 06294 4281-70 bestellt werden.

Weitere Informationen zum Bundesteilhabegesetz und seinen Auswirkungen siehe auch:

Der lange Weg zum Bundesteilhabegesetz (BTHG)
„Lotsen im Reha-System“: Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung

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