Tees bei Blasenproblemen

Harnwegsinfektionen gehören für viele Menschen mit Querschnittlähmung leider fast schon zum Alltag. Es gibt aber Methoden, mit denen den wiederkehrenden Entzündungen begegnet werden kann – u. a. auch verschiedene Teesorten.

Im Beitrag Alternative Methoden zur Vorbeugung und Heilung von bakteriellen Harnwegsinfekten wird beschrieben, welche Heilpflanzen und Hausmittel bei Blasenentzündungen helfen können. Im Folgenden werden Teesorten betrachtet, die der Blase guttun und dazu beitragen können Harnwegsinfekte zu vermeiden und zu behandeln. Es ist allerdings wichtig zu beachten, dass sich die Therapie einer akuten Blasenentzündung keinesfalls auf die Einnahme von Tee beschränken darf.

Wie Tees bei Blasenentzündungen helfen können:

Generell ist es bei der Prophylaxe und Behandlung von Harnwegsinfekten wichtig, auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr zu achten, da so Blase und Harnwege „gespült“ und Bakterien ausgeschwemmt werden (siehe auch: Trinkverhalten bei Querschnittlähmung und Studie zu Blasenentzündungen: Viel trinken hilft viel). Hierfür eignet sich Wasser ebenso gut wie Tee.

In der Phytotherapie kennt man aber verschiedene Pflanzen, denen antibiotische, antibakterielle, antivirale, entwässernde, entzündungshemmende und/schmerzlindernde Wirkungen zugeschrieben werden (siehe: Pflanzliche Antibiotika richtig anwenden) – alles Eigenschaften, die für das Vermindern von Bakterien wichtig sind. Je nach Inhaltsstoff können Tees die Darmflora, die Nieren oder den Hormonhaushalt im Körper unterstützen bzw. regulieren. Eine Verwendung sollte stets im Vorfeld mit einem Arzt besprochen werden.

Bärentraubenblätter

Zu den wichtigsten Heilpflanzen bei Harnwegsinfekten gehören Bärentraubenblätter. Sie enthalten die Wirkstoffe Hydrochinon und Methylhydrochinon, die stark antibiotisch wirken und das Wachstum von Bakterien in der Blase hemmen. Da Bärentraubenblätter evtl. Magenschmerzen und/oder Übelkeit hervorrufen können, sollte ein Tee stets auch andere Bestandteile enthalten, die diesen Nebenwirkungen vorbeugen (z. B. Pfefferminze und Süßholz).

Brennnessel

Brennnessel wirkt stark aquaretisch, d. h. sie ist zwar harntreibend, die gleichzeitige Ausscheidung von Elektrolyten wird allerdings nicht gefördert, während ihr hoher Kaliumgehalt zusätzlich basisch wirkt und den Urin verdünnen soll. Durch die so erzielte verkürzte Verweildauer des Urins in der Harnblase, werden Bakterien schnell aus dem Körper gespült.

Goldrutenkraut

Das Kraut der Goldrute wirkt entzündungshemmend, krampflösend und harntreibend, wobei es allerdings nicht die verstärkte Ausscheidung von Natrium-, Kalzium und Kalium über die Niere begünstigt und somit das Gleichgewicht der Mineralstoffe im Körper nicht beeinträchtigt. In Tees zur Bekämpfung von Harnwegsinfekten, wird Goldrutenkraut häufig mit Birkenblättern gemischt, die ihrerseits entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken können.

Goldrutenkraut soll zudem regulierend bei Reizblase wirken, eine Eigenschaft, die sich das Kraut z. B. auch mit Anis teilt.

Grüner Hafer und Hopfen

Grüner Hafer wirkt harntreibend und entzündungshemmend, Hopfen krampflösend, antibakteriell und schmerzstillend. Beide helfen bei chronischer Blasenentzündungen, vor allem auch durch ihre hormonregulierenden Eigenschaften.

Grüner Tee

Grüner Tee wird aufgrund der in ihm reichlich vorhandenen Antioxidantien gerne als Allheilmittel für eine Vielzahl von Beschwerden genannt. Es gibt sogar Studien, die seine Wirksamkeit bei Rückenmarksverletzungen untersucht. In Tierversuchen zeigte sich, dass die Tiere, denen Grüntee verabreicht wurden weniger oxidativen Stress und neuronaler Zellschwund festgestellt als bei der Kontrollgruppe (siehe: Can green tea really help spinal cord injury? externer Link). Bei akuten Blasenentzündungen soll vor allem Sencha Tee helfen, der gegen Staphylokokken vorgehen und stark entzündungshemmend und harntreibend wirken soll. Auch gegen Schmerzen und Brennen beim urinieren soll er helfen können.

Vorbeugend kann Grüner Tee (genannt werden vor allem die Sorten Bancha und Gyokuro) in Kombination mit dem südafrikanischen Buchutee verwendet werden, der antiseptisch, entzündungshemmend und anregend für Blase und Verdauung ist, sowie helfen soll Harnsäure auszuschwemmen. In Kombination sollen die drei mittel- bis langfristig mit Harnwegsinfektionen verursachenden Keimen aufräumen, Stress abbauen sowie harntreibend und antientzündlich wirken.

Kamille, römische

Römische Kamille gilt als Königin unter den Heilpflanzen und wirkt antibakterielle, entzündungshemmend, beruhigend und krampflösend. Bei Harnwegsinfekten wird sich auch gerne als Zusatz zu einem Sitzbad empfohlen.

Zistrose

Zistrose (Cistus) wirkt vor allem antibakteriell und hat auch antifungale Eigenschaften. Bei akuter beginnender Blasenentzündung sollten täglich mehrere Tassen getrunken werden. Allerdings können auch hier Übelkeit, Magenbeschwerden sowie Schwindelgefühle auftreten; bei dauerhaftem Konsum muss zudem beachtet werden, dass die enthaltenen Gerbstoffe und Polyphenole die Verdauung und die Aufnahme der Nährstoffe im Darm beeinträchtigen können.

Blasen- und Nierentees

Zur Unterstützung der Blasen- und Nierengesundheit, bieten verschiedene Hersteller und Vertreter von Heilberufen Vorschläge für Kräuterteemischungen an, die sich besonders wohltuend auswirken sollen und von denen einige im Folgenden beispielhaft genannt werden*.

  • Teemischung I
    • Brennnesselblätter
    • Birkenblätter
    • Goldrutenkraut
    • Hauhechelwurzel
    • Ringelblumenblüten
    • Orthosiphonblätter
    • Schachtelhalmkraut
    • Süßholzwurzel
  • Teemischung II
    • Bärentraubenblätter
    • Birkenblätter
    • Pfefferminzblätter
    • Schachtelhalmkraut
    • Süßholzwurzel
  • Teemischung III
    • Fenchel
    • Pfefferminz
    • Hagebutte
    • Birkenblätter
  • Teemischung VI
    • Brennnessel
    • Ackerschachtelhalm
    • Echtes Mädesüß
    • Löwenzahn
    • Birkenblätter
  • Teemischung V
    • Bärentraubenblätter
    • Birkenblätter
    • Hauhechel
    • Kamillenblüten
    • Löwenzahn
  • Teemischung TCM

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geht man davon aus, dass bei chronischer Blasenentzündungen und Reizblase der Körper sanfte Kühlung benötigt. Daher wird empfohlen erkalteten Tee aus

  • Lavendel
  • Melisse
  • Passionsblume
  • Hopfen und
  • Rose

zu trinken.

  • Teemischung bei hormonellem Ungleichgewicht

Auch Hormonschwankungen stehen im Verdacht Blasenentzündungen zu begünstigen. Sollte dies der Fall sein, kann dem mit Himbeerblättertee, Hopfen und/oder Maca-Pulver (aus der Wurzel der peruanischen Macapflanze) begegnet werden.

    • Himbeerblättertee
    • Kamille
    • Hopfen

Weitere Informationen

Für weitere Informationen siehe:

 

 

*Die Redaktion hat keine der Mischungen getestet und es wird keine Empfehlung ausgesprochen.

 

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