Kompetenzzentrum: Rudern mit Behinderung

Im April 2019 wurde in Rüdersdorf das „Kompetenzzentrum Rudern mit Behinderung“ eröffnet. Es ist ein Aus- und Weiterbildungszentrum für sportbegeisterte Menschen mit und ohne Behinderung.


Das Bild zeigt v.l.n.r.: Jens Hundertmark (Generalsekretär des DRV), Lutz Bühnert (Leitung des Zentrums und Abteilungsleiter der Handicapabteilung des RRVK), Enrico Schildberg (Sportler), Wencke Hartmann (Sportlerin) und Jürgen Eisner (stellvertretende Vorsitzender des RRVK) bei der Übergabe der Ernennungstafel.

Das Kompetenzzentrum wird unter dem Dach des Deutschen Ruderverbandes (DRV) und der Ruderakademie Ratzeburg als zentrale Bildungseinrichtung geführt. In einer Pressemitteilung heißt es:

Parasportler gibt es in Deutschland bei weitem nicht so viele, wie es Menschen mit Behinderung gibt. „Viele Betroffene wissen vermutlich gar nichts von den vielfältigen und auch technischen Möglichkeiten, die der Rudersport Menschen mit Behinderungen bietet“, erklärt der Generalsekretär des DRV Jens Hundertmark und ergänzt „Umso wichtiger ist es für uns als Verband, diesen Bereich zu stärken und vermehrt auf die Interessen von Menschen mit Behinderung einzugehen.“

Die Idee entstand aus der Überlegung heraus, dass Menschen mit Behinderung es im Wassersport schwerer haben als andere. Im Kompetenzzentrum  „Rudern mit Behinderung“  sollen Betroffene ,Angehörige, Übungsleiter und Sportorganisatoren rund um das Thema informiert und ausgebildet werden.

Die Trainer und Dozenten sind Fachleute und zum Großteil selbst behindert. Dadurch ist eine große Praxisnähe gesichert.  „Wir wollen erreichen, dass kein Verein z. B. einen Rollstuhlfahrer fortschicken muss, weil die Mitarbeiter keine Ahnung von dem Thema haben der Begründung.“

Zentrum zur Aus- und Weiterbildung der Trainer sowie Menschen mit Behinderung

Die Einrichtung in Rüdersdorf soll ein Zentrum zur Aus- und Weiterbildung der Trainer sowie Menschen mit Behinderung sein. „Es soll eine gemeinsame und inklusive Sportlandschaft entstehen, die das gemeinsame Betreiben der Sportart Rudern fördert“, so Hundertmark.

Der Rüdersdorfer Ruderverein Kalkberge e.V. als Hausherr des Zentrums hat bereits Erfahrung im Bereich Inklusionsrudern und bietet als Standort beste Voraussetzungen. Es gibt einen Seminarraum mit rollstuhlgerechtem Zugang sowie einem barrierefreien Sanitärbereich. Zudem sind die Sportstätten – Turnhalle mit Rampe zur Halle, Ruderbecken, Kraftraum – behindertengerecht ausgestattet. Auch das Sportequipment ist auf die Zielgruppe speziell zugeschnitten. „Wir haben fünf Handicap-Einer, zwei Handicap-Zweier, Skullmaterial, Sicherheitsausrüstung sowie ein eigenes Fahrzeug“, erklärt Lutz Bühnert, Abteilungsleiter Handicapsport im Rüdersdorfer RV, der das Kompetenzzentrum zusammen mit Susann Elker leiten wird. Auch ein spezieller Transferkran, der die Sportler beim Ein- und Ausstieg in die Boote unterstützt, ist vorhanden.

Unterstützung durch Aktion Mensch

Auch Axel Eimers, Leiter des Arbeitskreises Inklusion im DRV, sieht in der Einrichtung des Kompetenzzentrums in Rüdersdorf einen Meilenstein für den Verband. „Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und nur durch die Unterstützung der Aktion Mensch in dieser Breite und Qualität möglich geworden. Vielen Dank dafür. Initiiert und betrieben wird das Zentrum vom Verband, der DOSB und besonders aktive Vereine in diesem Bereich begleiten es.“

Termine

Ein erstes Trainingslager ist für den Sommer 2019 geplant. Für weitere Informationen siehe:

www.rudern.de

 

 

Siehe auch: Pararudern – Rudern mit Querschnittlähmung

 

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