Sieben Lebensmittel, die man bei der Tendenz zur Verstopfung meiden sollte

Eine Verstopfung oder Obstipation kann einem bei Querschnittlähmung das Darmmanagement erschweren bis unmöglich machen. Wer ohnehin schon zu Verstopfungen neigt, sollte die im Folgenden aufgeführten Lebensmittel wenn möglich meiden.

Der Beitrag Sieben Fakten zur Prävention von Verstopfungen bei Querschnittlähmung erklärt, was man tun kann, wenn man Obstipation vermeiden möchte. Als besonders wichtig gelten eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Ballaststoffanteil bei angepasster Trinkmenge. Wenn man sich an diese Empfehlungen hält, gibt es eigentlich keinen Grund vor als stopfend geltenden Lebensmitteln Angst zu haben und sie nicht zumindest hin und wieder in den sonst ausgewogenen Speiseplan zu integrieren. Wer allerdings täglich zu mehreren Mahlzeiten die im Folgenden genannten Lebensmittel konsumiert, darf sich nicht wundern, wenn es mit dem Abführen nicht so klappt wie gewünscht.

Stopfende Wirkung durch Stärke und Zucker

Stärke und Zucker können den Verdauungsprozess verlangsamen, wodurch dem Stuhl zu viel Flüssigkeit entzogen und eine Verstopfung entstehen kann. Besonders reich an einer Kombination aus Stärke und Zucker sind:

1. Weißmehlprodukte

Kuchen, Kekse, Brot und Brötchen aus Auszugsmehl und salziges Knabbergebäck schmecken lecker, sind aber anders als Vollkornprodukte wegen des hohen Gehalts an Stärke und ggf. und Zucker für die Verdauung nicht unbedingt von Vorteil. Im Fall von Salzgebäck, kann auch noch Wasser im Körper gebunden werden, das dann im Darm nicht zu Verfügung steht.

2. Schokolade

Die stopfende Wirkung von Schokolade beruht nicht auf ihrem Kakaogehalte, deren enthaltene Tannine sich tendenziell sogar anregend auf die Darmfunktion auswirken können, sondern auf ihrem hohen Zuckergehalt.

3. Unreife Bananen

Anders als reife Bananen, die reich an Ballaststoffen und leicht abführend wirkendem Fruchtzucker sind, können unreife, grüne Bananen tendenziell Verstopfung verursachen, da sie einen hohen Stärkeanteil haben.

4. Fastfood

Burger, Pommes und Co. bestehen quasi ausschließlich aus Salz, Zucker, Fett und Stärke. Die Salatblätter, die sich noch einschmuggeln zählen nicht und Ketchup ist kein Gemüse.

Stopfende Wirkung durch Flüssigkeitsentzug

Wer viele ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich nimmt und dazu ausreichend trinkt, sollte eigentlich keine Probleme mit Verstopfung haben. Eigentlich. Denn Ballaststoffe können im Darm nur dann aufquellen und für eine leichte Darmpassage sorgen, wenn genügend Flüssigkeit zu Verfügung steht. Und wenn diese Flüssigkeit dem Körper zwar zugeführt, aber auf anderem Wege wieder abgezweigt wird, kann es auch hier zu Problemen kommen. Neben bestimmten Medikamenten und salzreicher Kost, können folgende Getränke dazu führen, dass dem Stuhl vermehrt Wasser entzogen wird:

5. Alkohol

Alkohol wirkt dehydrierend und sollte, wenn überhaupt, nur in Maßen genossen werden. Zusätzlich empfiehlt es sich pro Glas alkoholischem Getränk zwei Glas stilles Wasser zu sich zu nehmen. Damit beugt man nicht nur Verdauungsbeschwerden vor sondern auch dem Kater am nächsten Morgen.

6. Entwässernde Kräutertees

Es kann durchaus Sinn machen entwässernde Kräutertees zu sich zu nehmen, z. B. dann wenn man drohende oder akute Blasenentzündungen bekämpfen will (siehe: Tees bei Blasenproblemen). Je nach Kraft des entwässernden Wirkstoffes, kann es aber auch hier zu einer Dehydrierung und Verstopfung kommen, wenn man nicht zusätzlich Flüssigkeit zu sich nimmt.

7. Schwarzer Tee

Schwarztee hat dann eine stopfende Wirkung, wenn er lange (länger als drei Minuten) gezogen hat. Die prinzipiell verdauungsanregende Wirkung des enthaltenen Teein entfällt dann nämlich und lediglich die hemmende Wirkung auf die Peristaltik bleibt.

Kann in beide Richtungen wirken: Koffein und Nikotin

Eine Tasse Kaffee und/oder eine Zigarette am Morgen sind für viele Menschen wie ein Kickstart für die Verdauung, denn Koffein und Nikotin können beide eine anregende Wirkung auf die Verdauung haben. Oder auch nicht.

Darüber, wie Kaffee auf die Verdauung wirkt, gibt es zahlreiche Studien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen: Während die einen Hinweise auf eine Verlangsamung der Passage der Nahrung durch den Darm liefert, zeigen die anderen das genaue Gegenteil. Zudem kann Kaffee dehydrierend wirken, was dem Stuhl wieder Wasser entzieht.

Nikotin sorgt für eine vermehrte Ausschüttung von Magensaft, was die Verdauung anregt. Nervenschädigungen, die durch den Langzeitkonsum von Nikotin entstehen können, sorgen allerdings für einen gegenteiligen Effekt.

Bei diesen widersprüchlichen Eigenschaften von Koffein und Nikotin, kann bei Verstopfung oder Tendenz zur Verstopfung keine klare Empfehlung ausgesprochen werden. Allerdings ist vom Konsum von Nikotin natürlich generell abzuraten.

Siehe hierzu: Rauchen und Querschnittlähmung.

Weitere Informationen

Empfehlungen über das richtige Ess- und Trinkverhalten bei Querschnittlähmung gibt es in den Beiträgen:

 

 

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