Der „Frog“: Hilfsmittel für Kleinkinder mit Mobilitätseinschränkungen

Taylor Moreland wollte seinen 15 Monate alten Sohn Brody, der mit Spina bifida geboren wurde, dabei unterstützen selbständig mobiler zu sein. Entstanden ist dabei ein innovatives Hilfsmittel, das auch anderen Kleinkindern helfen könnte.

Wie „The Frog“ entstand

Taylor und Ally Moreland Sohn Brody Ray wurde 2017 mit Spina bifida geboren. Wegen der Funktionsausfälle unterhalb des Brustkorbs ist er nicht in der Lage frei zu sitzen oder zu krabbeln. Zwar konnte er nach einiger Zeit in einem Baby-Rollstuhl mobil sein, doch er konnte nicht auf dem Boden spielen, bestimmte Orte erreichen oder so mit Spielzeug spielen, wie es andere Kinder in seinem Alter es taten. Taylor war klar, dass Brody einen Weg brauchte, um zu krabbeln.

Obwohl er keine Ausbildung zum Ingenieur hat, entwickelte er einen Prototypen von „The Frog“ (dt. der Frosch), eine Art Wippe mit Rädern, – mit spektakulären Ergebnissen: Bevor er den „Frog“ hatte, musste Brody immer an dem Fleck bleiben, an dem seine Eltern ihn absetzten und er hatte es sehr schwer, mit den meisten seiner Spielsachen zu spielen. Nachdem er anfing, den „Frog“ zu benutzen, konnte er durch das Haus streifen, die Katze jagen, mit Spielzeug spielen und alles machen, was alle anderen Krabbelkinder tun. Laut Taylor und Ally sei seine kognitive Entwicklung in diesem Zeitraum geradezu explodierte, denn zum ersten Mal konnte er seine Welt eigenständig entdecken und erforschen. Mit einigen Veränderungen am „Frog“ ist Brody in dem Hilfsmittel heute schneller unterwegs als seine Eltern laufen können – was für einen 21-Monatigen, der seine Beine nicht bewegen kann, ziemlich gut ist, finden sie.

Mehrere Physiotherapeuten bestätigten den Morelands, dass es derzeit nichts Besseres als den „Frog“ gäbe; es sei das erste echte Mobilitätsgerät, das für Kinder mit Behinderungen im Alter von ca. sechs Monaten entwickelt wurde. Das Paar aus den USA will das zum Patent angemeldete Hilfsmittel nun für andere Kinder mit eingeschränkter Mobilität verfügbar machen.

Das Mobilitätshilfsmittel „Frog“

Der „Frog“ ist leicht zu verwenden: Das Baby wird mit dem Bauch nach unten auf die Schale gelegt und festgeschnallt. Dann treibt es sich selbst mit den Armen an.

Die Krabbelhilfe bietet noch andere Vorteile. Z. B. kann die Position der Räder so eingestellt werden, dass sie mehr oder weniger Armstärke erfordern. So kann er an die Bedürfnisse des Kindes individuell angepasst werden. Wenn das Kind müde ist und sich ausruhen möchte, kann es leicht nach vorne kippen, indem es seine Arme senkt, um seinen Kopf auf jeder Oberfläche abzustützen.

Kinder, die den „Frog“ nutzen sollten

• Mind. sechs Monate alt sein.
• Nicht schwerer als 15 kg und nicht größer als 85 cm sein. (Ein weiterer „Frog“ für ältere, schwerere Kinder ist in Planung.)
• In der Lage sein, den Kopf für mehr als 15 Sekunden hochzuhalten.
• Über Mobilität in den Armen verfügen.
• Auflagedruck am Bauch vertragen.

Therapeutische Vorteile

• Stärkt Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur
• Ermöglicht es dem Kind, selbstständig die Umgebung zu erforschen und sich zu entwickeln.
• Ermöglicht es dem Kind mit anderen Kindern auf dem gleichen Niveau spielen.
• Motiviert zur Mobilität.
• Der „Frog“ ist sehr leicht und funktioniert gut auf Teppichen, Fliesen, Holz und auf engstem Raum.

Der „Frog“ ist für 300 US Dollar* (ca. 265 Euro) zzgl. Versand und Importkosten direkt beim Hersteller in den USA zu beziehen.

Interessenten wird geraten eine eventuelle Anschaffung im Vorfeld mit dem Physiotherapeuten und/oder Ergotherapeuten des Kindes zu besprechen, um zu entscheiden, ob der „Frog“ für das betreffende Kind geeignet ist.
Für weitere Informationen siehe: https://www.frogmobilityllc.com/

*Stand: Juli 2019

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