Paratriathlon – Triathlon für Rollstuhlfahrer

Beim Ausdauerdreikampf Paratriathlon müssen Menschen mit Querschnittlähmung Schwimmen, Handbiken und im Rennrollstuhl fahren. Eine Herausforderung, bei der die Teilnehmer an ihre Grenzen gehen …

Der Paratriathlon ist die Variante des Triathlons für Menschen mit Behinderung. Die Athleten müssen je eine bestimmte Strecke schwimmen, Rad bzw. Handbike fahren und laufen. Wer behinderungsbedingt nicht laufen kann, legt die Laufstrecke im Rennrollstuhl zurück. Laut der Deutschen Triathlon Union (DTU) betragen die Distanzen derzeit 750 m für die Schwimm-, 20 km Rad- und 5 km für die Lauf- bzw. Rennrollstuhlstrecke.

Bei den jährlichen Weltmeisterschaften der Internationale Triathlon Union (ITU) findet jeweils auch in allen Behinderungsstartklassen eine Paratriathlon-Weltmeisterschaft statt. Olympische Disziplin war der Paratriathlon erstmals bei den Sommerspielen 2016 in Brasilien.

Klassen

Gemäß der DTU-Sportordnung gibt es für den Paratriathlon folgende Startklassen, die für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen relevant sind:

  • PTWC1: Handbike/ Rennrollstuhl
  • In dieser Klasse starten Athleten mit Bewegungseinschränkungen und Behinderungen, die dazu führen, dass ein konventionelles Fahrrad nicht sicher gefahren werden kann. Als Ursache können beispielsweise eingeschränkte Muskelkraft, Gliedmaßenverlust, Hypertonie, Ataxie oder auch Atheose sein. In dieser Klasse müssen ein Liege-Handbike (recumbent handcycle) und ein Rennrollstuhl verwendet werden (max. 463 Punkte).
  • PTWC2: Handbike/ Rennrollstuhl
  • Wie auch in der PTWC1 können Athleten in dieser Startklasse ein konventionelles Fahrrad nicht sicher fahren, jedoch sind die Bewegungseinschränkungen nicht so stark wie in der PTWC1. Als Ursache können beispielsweise eingeschränkte Muskelkraft, Gliedmaßenverlust, Hypertonie, Ataxie oder auch Atheose sein. Athleten dieser Startklasse müssen ein Liege-Handbike (recumbent handcycle) und einen Rennrollstuhl verwenden (max. 640 Punkten).
  • PTS2: Schwerwiegende Bewegungseinschränkungen
  • In dieser Klasse starten Athleten mit Bewegungseinschränkungen und Behinderungen wie beispielsweise Gliedmaßenverlust(en), Hypertonie, Ataxie oder Atheose. Die Athleten nutzen Prothesen oder ähnliche unterstützende Hilfsmittel auf der Radstrecke und in der Laufdisziplin. Die Verwendung von Handbike/ Rennrollstuhl ist nicht erlaubt (max. 909,9 Punkte).
  • PTS3: Erhebliche Bewegungseinschränkungen
  • In dieser Klasse starten Athleten und Athletinnen mit Bewegungseinschränkungen und Behinderungen wie beispielsweise  Gliedmaßenverlust(en), Hypertonie, Ataxie oder Atheose. Die Athletinnen und Athleten nutzen Prothesen oder ähnliche Hilfsmittel auf der Radstrecke und in der Laufdisziplin. Die Verwendung von Handbike/ Rennrollstuhl ist nicht erlaubt (910-979,9 Punkte).
  • PTS4: Mäßige Bewegungseinschränkungen
  • In dieser Klasse starten Athleten mit Bewegungseinschränkungen und Behinderungen wie beispielsweise Gliedmaßenverlust(en), Hypertonie, Ataxie oder Atheose mit einer Gesamtpunktzahl zwischen 980 und 1091,9 bei der Klassifizierung. Die Athletinnen und Athleten nutzen Prothesen oder ähnliche Hilfsmittel auf der Radstrecke und beim Laufen. Die Verwendung von Handbike/ Rennrollstuhl ist nicht erlaubt.
  • PTS5: leichte Bewegungseinschränkungen
  • In dieser Klasse starten Athleten mit Bewegungseinschränkungen und Behinderungen wie beispielsweise Gliedmaßenverlust(en), Hypertonie, Ataxie oder Atheose mit einer Gesamtpunktzahl zwischen 1092 und 1211,9 bei der Klassifizierung. Die Athletinnen und Athleten nutzen Prothesen oder ähnliche Hilfsmittel auf der Radstrecke und beim Laufen. Die Verwendung von Handbike/ Rennrollstuhl ist nicht erlaubt.

Siehe auch: Klassifizierung und Startklassen gemäß DTU (externer Link)

Die Ausrüstung

Für das Schwimmen braucht man als querschnittgelähmter Sportler eine angemessene Badebekleidung und evtl. eine Schwimmbrille. Weitere Hilfsmittel sind nicht notwendig. Beim Wettkampf werden Rollstuhlsportler von sog. „Handlern“ aus dem Wasser zur Wechselzone getragen, wo sie selbstständig ins Handbike transferieren.

Siehe auch: Schwimmen mit Querschnittlähmung

Für das Befahren der Radstrecke ist ein Handbike notwendig. Diese gibt es in verschiedenen Varianten als Adaptivbikes, Sitzbikes und Liegebikes, die meist über eine Handkurbel angetrieben werden. In Rennen werden vor allem speziell angefertigte Handbikes verwendet, in denen man liegend oder knieend fährt.

Siehe auch: Handbiken und Handbikes: Varianten von Hybrid bis Extrem

Für das Befahren der „Lauf“-Strecke brauchen Sportler mit Querschnittlähmung einen Rennrollstuhl. Für Rennen werden diese meist spezielle „auf den Leib geschneiderte“, um optimale Leistung erzielen zu können. Die gestiegenen Anforderungen an einen solchen Rollstuhl haben bewirkt, dass diese heute, besonders leicht und aerodynamisch sind. Im Aufbau unterscheiden sie sich Rennrollstühle erheblich von anderen Rollstühlen oder Sportrollstühlen: Die Hinterräder haben normalerweise einen starken Sturz, sind größer als die Antriebsräder herkömmlicher Rollstühle. Der Fahrer sitzt in kauernder Stellung wobei sich die Beine angewinkelt unter dem Sitz befinden. Das einzelne Vorderrad befindet sich weit vor der Sitzeinheit.

Siehe auch: Leichtathletik für Rollstuhlfahrer und Sportrollstühle

 

Für Erfahrungen zum Paratriathlon siehe:

 

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