Aktionstag setzt Zeichen für Inklusion

Mit der Präsentation einer Studie im Bundesministerium für Gesundheit, einer Bürgersprechstunde und einer Aktion vor dem Brandenburger Tor rücken vier Verbände gemeinsam die Situation von Menschen mit Querschnittlähmung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Die Aktion findet im Rahmen des „Spinal Cord Injury Day“ statt, der am 5. September 2019 zum vierten Mal weltweit veranstaltet wird.

Ungefähr 140.000 Menschen in Deutschland sind von einer Querschnittlähmung betroffen. Darunter versteht man eine verletzungs- oder krankheitsbedingte Schädigung des Rückenmarks, die mit dem Ausfall zahlreicher Körperfunktionen einhergeht. Die Mehrzahl aller Querschnittgelähmten ist auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen. Der weltweite Verband der Querschnittgelähmten, die International Spinal Cord Injury Society (ISCoS), hat gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Internationalen Tag der Querschnittlähmung ins Leben gerufen, um auf die besonderen Belange dieser Zielgruppe hinzuweisen. In Deutschland wird die Aktion unter anderem von der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten e.V. (FGQ), der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP), der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) und dem Deutschen Rollstuhlsportverband e.V. (DRS) unterstützt.

Im Rahmen der aufwändigen Studie German Spinal Cord Injury Survey (GerSCI), basierend auf der Befragung von 1.479 Betroffenen, wurden nun erstmals belastbare statistische Informationen zur Situation von Querschnittgelähmten in Deutschland ermittelt. Die Studie ist Teil eines internationalen Projektes, mit dem einer Forderung der WHO entsprochen wird, möglichst genaue Zahlen zur Lebenssituation von Menschen mit Behinderung zu ermitteln. Die Ergebnisse der Studie für Deutschland haben beträchtliche Defizite bei der Teilhabe von Menschen mit Querschnittlähmung zutage gefördert.

Die Studie und daraus resultierende Forderungen wird der Chefarzt und Abteilungsleiter der Klinik für Rehabilitationsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover, Herr Prof. Dr. Gutenbrunner, im Bundesministerium für Gesundheit Frau Staatssekretärin Sabine Weiss präsentieren. Hieraus abgeleitete Kernforderungen sind unter anderem die Gewährleistung einer spezialisierten, lebenslangen Versorgung von Menschen mit Querschnittlähmung, die Schaffung von barrierefreien ambulanten Versorgungsstrukturen sowie eine kostenträgerunabhängige Hilfsmittelversorgung.

Öffentlichkeitswirksam werden die Belange von Menschen mit Querschnittlähmung bei einer anschließenden Aktion vor dem Brandenburger Tor in den Blickpunkt gerückt. Dort besteht ab 15 Uhr auf dem Pariser Platz die Möglichkeit zur Begegnung mit Betroffenen und zur Nutzung eines Rollstuhlparcours. Mit zur Verfügung gestellten Rollstühlen und unter fachkundiger Anleitung können sich Interessierte ein eigenes Bild davon machen, wie eine an Hindernissen reiche Umgebung auf Rädern zu bewältigen ist.

Der weltweite Aktionstag will Bewusstsein schaffen für die Belange der Betroffenen. Er setzt ein Zeichen für die Bedeutung von Chancengleichheit und Teilhabe für Querschnittgelähmte, ihre Familien, Lebenspartner und Angehörigen.

 

Siehe auch: Zehn Forderungen zur Versorgung von Menschen mit Querschnittlähmung

 

 

Weiterführende Auskünfte zur GerSCI-Studie und zum Aktionstag erteilt:

Kevin Schultes

Vorstandsmitglied Öffentlichkeitsarbeit

Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V. (FGQ)

Neurott 20

74931 Lobbach

kevin.schultes@fgq.de

Tel. +49 7142 7792426

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