in.kon­takt – neue App für pflegende Angehörige

Ein Großteil der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird von Angehörigen gepflegt. Diese Aufgabe kann für den Pflegenden sehr belastend sein. Eine neue App will Betroffene vernetzen und die Selbsthilfe erleichtern.

In Deutschland sind rund 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig. Gut drei Viertel von ihnen werden zu Hause versorgt – 1,76 Millionen durch Angehörige. Einen pflegebedürftigen Menschen im häuslichen Umfeld zu betreuen, ist meist zeitintensiv und kann belastend sein. Um pflegende Angehörige zu unterstützen, hat die „Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e. V. – „wir pflegen“ die App „in.kontakt“ entwickelt. Sie vernetzt Betroffene untereinander und ergänzt klassische Selbsthilfeangebote vor Ort. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen (NRW) unterstützen und fördern das einzigartige Konzept.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Habe höchsten Respekt vor pflegenden Angehörigen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt dazu in seinem Grußwort: „Vor der Leistung der pflegenden Angehörigen in unserem Land habe ich höchsten Respekt. Sie sorgen aufopferungs- und liebevoll für ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder. Die neue App, die maßgeblich von der Selbsthilfe entwickelt wurde, will genau hier helfen. Sie gibt nützliche Informationen und hilft pflegenden Angehörigen, sich in einem Netzwerk miteinander auszutauschen und stark zu machen.“

Digitalisierung – neue Möglichkeiten für die Selbsthilfe

Die Pflegebereitschaft in Deutschland ist groß: 86 Prozent sind grundsätzlich dazu bereit, nahe Angehörige mehrere Stunden in der Woche zu pflegen. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage „Meinungspuls Pflege“ der TK. „Auch wenn die Bereitschaft hoch ist, geraten Menschen, die den Ehepartner oder die Eltern pflegen, irgendwann an ihre Grenzen. Oft hilft dann der Austausch mit anderen Betroffenen. Dabei spielt das Internet eine immer wichtigere Rolle.

Von daher begrüßen wir, dass ‚wir pflegen e. V.‘ diesen digitalen Weg zukünftig geht. Gerne unterstützen und fördern wir deshalb ihre Arbeit“, sagt Ulrich Adler, Leiter regionales Vertragswesen der TK in NRW. Die Katholische Hochschule NRW evaluiert das auf drei Jahre ausgelegte Projekt.

Online-Portal ergänzt bestehende Selbsthilfeangebote

„Für viele pflegende Angehörige ist das Internet das ‚Tor zur Welt‘ und ein Weg, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Wer einen lieben Menschen pflegt, kommt oft nicht aus dem Haus. Die App ‚in.kontakt‘ ist speziell auf die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen zugeschnitten und damit im besten Sinne Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Susanne Hallermann, Projektkoordinatorin von „wir pflegen NRW e.V.“. Die App ermöglicht den Austausch jederzeit und ortsunabhängig.

Die Anwendung läuft auf Smartphones und Tablets (Android und iOS).

 

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