Fachpublikation: Neurogene Darmfunktionsstörung bei Querschnittlähmung

Die Fachgesellschaft DMGP, die deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie e. V., hat eine Fachpublikation zum Thema Neurogene Darmfunktionsstörung bei Querschnittlähmung veröffentlicht.

Das Ziel der Leitlinie ist es, den aktuellen Kenntnisstand zu Definition und Diagnostik neurogener Darmfunktionsstörungen (nDFS) sowie zum Darmmanagement zusammenzutragen, um die fachkompetente Behandlung von Patienten mit neurogenen Darmfunktionsstörungen zu gewährleisten, Komplikationen vorzubeugen und damit die Lebensqualität der Betroffenen positiv zu beeinflussen.

Auf knapp 40 Seiten beschreiben die Autoren Diagnostik und Darmmanagement neurogener Darmfunktionsstörungen bei rückenmarkgeschädigten Menschen. Somit werden Behandlungsprozesse in der akutmedizinischen Versorgung, der ambulanten und stationären Rehabilitation sowie der nachstationären und ambulanten lebenslangen Nachsorge dargestellt.

Zielgruppe sind alle Personen, die Patienten mit neurogenen Darmfunktionsstörungen z.B. nach erworbener oder angeborener Rückenmarkschädigung betreuen, insbesondere Ärzte und Pflegepersonen sowie Therapeuten. Aber auch alle weiteren an der Betreuung oder lebenslangen Nachsorge beteiligten Berufsgruppen sind Adressaten, z. B. die Physio- und Ergotherapeuten, aber auch Personen in der nicht-stationären Betreuung.

Aus dem Inhalt

  1. Definitionen

2.1. Darmmanagement

2.2. Stuhlinkontinenz

2.3. Obstipation

  1. Pathophysiologie

3.1. Phasenverlauf

3.2. Konzept des neurogenen Darms

3.2.1. Läsion des unteren motorischen Neurons

3.2.2. Läsion des oberen motorischen Neurons

3.2.3. Gegenüberstellung der Läsionen

3.2.4. Klinische Auswirkungen neurogener Darmfunktionsstörungen

3.2.5 Komplikationen neurogener Darmfunktionsstörungen 1

  1. Diagnostik

4.1. Basisdiagnostik

4.2. Erweiterte Diagnostik bei neurogenen Darmfunktionsstörung

4.3. Weiterführende Diagnostik bei speziellen Fragestellungen

  1. Das Darmmanagement

5.1. Phasen des Darmmanagements

5.2. Etablierung eines Darmmanagements

5.2.1. Evaluation des Darmmanagements

5.2.2. Lebenslange Nachsorge

5.3. Überblick zum Darmmanagement

  1. Konservative Methoden des Darmmanagements

6.1. Aspekte der Ernährung

6.2. Entleerungstechniken

6.3. Physikalische Maßnahmen

  1. Medikamentöse Therapie für das Darmmanagement

7.1. Rektale Entleerungshilfen

7.2. Orale Laxantien

  1. Operative Behandlungsmethoden

8.1 Botulinumtoxin/Botox-Externer analer Sphinkter (EAS)

8.2. Sakrale Neuromodulation /-stimulation

8.3. Malone Stoma

8.4. Konus-Deafferentation, Sakrale Deafferentation (SDAF nach Sauerwein) und sakrale

Vorderwurzelstimulation (SARS nach Brindley)

8.5. Kolostoma

  1. Komplikationen

9.1. Meteorismus

9.2. Autonome Dysreflexie

9.3. Blutabgänge

9.4. Fecal Impaction/Paradoxe Diarrhoe

9.5. Spezifische Diarrhoe bedingte Risiken

9.6. Lokale Komplikationen

  1. Hilfsmittel
  2. Anhang

11.1. nDFS.Selbsterhebungsbogen

11.2. Neurogener Darmdysfunktions-Score (NBD)

11.3. Bristol Stool Scale

11.4. Abführschema für Frischverletzte

11.5. Stuhlinkontinenz

11.6. Obstipation

11.7. Checkliste-Transanale Irrigation

11.8. Patientenaufklärung

11.9. Rechtliche Situation digitales Ausräumen

11.10 Finanzierung unsteriler Handschuhe als Hilfsmittel bei Darmentleerungsstörungen

11.11 Erstattungsfähigkeit von Laxantien in Deutschland

 

Download über AWMF.org

Die AWMF, die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, wurde gegründet, um gemeinsame Interessen besser gegenüber staatlichen Institutionen und Körperschaften der ärztlichen Selbstverwaltung vertreten zu können. Heute ist die AWMF der deutsche Dachverband von 184 Fachgesellschaften der Medizin.

Die Leitlinie steht als kostenfreier Download hier zur Verfügung: Leitlinie Neurogene Darmfunktionsstörung bei Querschnittlähmung oder als Download und Printausgabe beim Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter.

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