Tiergestützte Therapie in der Rehabilitation bei Querschnittlähmung

Therapiehunde können bei der Rehabilitation von Menschen mit Querschnittlähmung eine wichtige Rolle spielen, indem sie Stress mindern und eine positive Grundeinstellung zu therapeutischen Maßnahmen erzeugen. Und das in nur einer einzigen Sitzung.

Die tiergestützte Therapie kann eine wichtige Rolle bei der Bewältigung einiger der Herausforderungen spielen, mit denen Patienten mit traumatischer Querschnittlähmung konfrontiert sind. Forscher der University of Alabama in Birmingham haben mit „Hand in Paw“, einem Anbieter für tiergestützten Therapie, die Bedeutung von Therapiehunden als Unterstützung bei der Rehabilitation nach einer Rückenmarksverletzung untersucht.

„Patienten haben oft erhebliche Schmerzen, wenn sie sich von ihrer Verletzung erholen und mit der Realität der lebenslangen Behinderung fertig werden“, sagt Dr. David Schwebel, stellvertretender Dekan für Forschung am UAB College of Arts and Sciences. „Aus diesem Grund sind Patienten mit traumatischer Querschnittlähmung einem hohen Risiko für psychische Belastungen ausgesetzt, einschließlich Depressionen und Angstzuständen.“ Aufgrund des Risikos einer psychischen Belastung ist die Rehabilitation von zentraler Bedeutung für das Pflegemanagement eines SCI-Patienten und kann sowohl bei der physischen als auch bei der emotionalen Gesundheit helfen. Die Rehabilitation von Menschen mit traumatischer Querschnittlähmung ist vielfältig und kann sowohl die physischen als auch die emotionale Gesundheit fördern. Es ist, laut den Forschern, jedoch wenig darüber bekannt, wie man Patienten helfen kann, mit den physischen und psychischen Anforderungen dieser Rehabilitation umzugehen. Hier könnte die tiergestützte Therapie hilfreich sein.

Die Studie

Die Studie untersuchte die Auswirkungen von tiergestützter Therapie auf Stimmung, Zuversicht, Schmerz und Stress bei Menschen während der Rehabilitation nach Eintritt einer Querschnittlähmung. Begleitet wurden 31 querschnittgelähmte Patienten während vier ergotherapeutischen Einheiten. Sowohl vor als auch nach den Anwendungen, bewerteten sie positive und negative Emotionen und füllten einen Fragebogen zum Thema Schmerz aus. Zudem wurden Kortisolwerte im Speichel bestimmt, anhand derer das individuelle Stresslevel gemessen wurde.

Therapiehunde interagierten mit einigen der Patienten während der vier Therapieeinheiten, die von ausgebildeten Ergotherapeuten vorgenommen wurden. Die Patienten wurden gebeten sich mit den Hunden zu beschäftigen, und zwar auf eine Art und Weise, die die Mobilität und Reichweite unterstützen sollte, z. B. durch das Handaustrecken nach und Streicheln der Hunde. Feinmotorische Fähigkeiten wurden trainiert, indem die Patienten Fäden vom Hunderücken entfernen, die Hunde füttern oder für sie Wasser aus Flaschen in Näpfe gießen oder ihnen Halsbänder anlegen sollten.

Die Ergebnisse

Die Auswertungen ergaben, dass das Stressniveau der Patienten in der Behandlungsgruppe sank und dass Schmerzwahrnehmung sowie negative Bewertungen der Situation nach den Therapiestunden leicht zurückgingen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die tiergestützte Therapie sich positiv auf die Schmerzwahrnehmung während der logopädischen Rehabilitationssitzungen auswirken kann.

Die tiergestützte Therapie war für Patienten in der ersten Sitzung am effektivsten, insbesondere wurden eine negative Grundeinstellung verbessert und die Begeisterung für die Tätigkeit erhöht. Schwebel hofft, dass zukünftige Forschung die Möglichkeit untersuchen wird, dass eine einzige Sitzung mit Therapiehunden ausreichen könnte, um signifikante Vorteile für den Patienten zu erzielen. Dieser Befund würde bedeuten, dass die Ressourcen für tiergestützte Therapie sinnvoller eingesetzt werden könnten, nämlich dazu, mehr Patienten mit weniger Therapieeinheiten zu versorgen, anstatt mit den begrenzten Ressourcen weniger Patienten in mehreren Sitzungen zu begleiten.

„Wir haben festgestellt, dass die Anwesenheit von Therapiehunden Hilfe bei der Rehabilitation bietet“, sage Schwebel. „Die Auswirkungen waren zwar gering, aber selbst ein klein wenig Hilfe ist sinnvoll und wertvoll für jemanden mit einer so lebensverändernden Verletzung wie einer traumatischen Querschnittlähmung. Hunde beruhigen, wenn man traurig ist, und trösten, wenn man Schmerzen hat. Und unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie uns sogar nach einer lebensverändernden Verletzung helfen. Mehr Forschung ist notwendig; aber wir ermutigen Einrichtungen, die mit Therapietieren arbeiten ihre wertvolle Arbeit fortzusetzen, da sie den Patienten durchaus einen gesundheitlichen Nutzen zu bieten scheint.“

 

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