Barrierefreiheit im Gesundheitswesen: VdK-Präsidentin fordert rasches Handeln

Halbzeitbilanz für die Große Koalition: VdK-Präsidentin Bentele erinnert an die Koalitionsvereinbarung, das Gesundheitssystem  zugänglicher zu machen.  Das Gesundheitsministerium müsse „dringend und rasch“ aktiv werden.

„Für mehr soziale Gerechtigkeit muss mehr passieren“ – und diesem Titel stellt der Sozialverbands VdK Deutschland in einer Pressemitteilung einige Forderungen auf, die die Große Koalition in der zweiten Halbzeit der Legislatur-Periode angehen sollte.
„Die große Koalition hat fleißig gearbeitet“, stellt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, fest. „Dennoch hat sie bisher noch keinen ganz großen Wurf geliefert. Was fehlt, sind vor allem nachhaltige Lösungen für die immer drängenderen Probleme in der gesetzlichen Rentenversicherung. Bisher ist nicht erkennbar, wie das Problem der Altersarmut heute und in Zukunft gelöst werden soll.“ So sei die Grundrente noch immer nicht umgesetzt, und Ansätze zu einer grundlegenden Reform des Rentensystems stehen aus, so Verena Bentele.

Weitere Baustellen macht der VdK bei der Barrierefreiheit im Gesundheitswesen aus. Ein zugänglicheres Gesundheitssystem war im Koalitionsvertrag als eines der Ziele für diese Legislaturperiode ausgegeben worden. „Wir warten auf eine entsprechende Initiative aus dem Bundesgesundheitsministerium“, sagt Verena Bentele. „Ältere mit Rollator, Menschen im Rollstuhl oder mit geistiger Behinderung haben ein Recht, zum Arzt zu gehen, so wie alle. Hier muss das Ministerium dringend und rasch aktiv werden.“

Dass Barrierefreiheit im Gesundheitswesen möglich ist, beweisen Arztpraxen, die u. a. eine unkomplizierte Behandlung von querschnittgelähmten Patienten und Rollstuhlnutzern möglich machen – Beispiele finden sich in den Beiträgen Mobile Zahnärzte: Hausbesuche bei Beatmungspatienten oder immobilen Menschen sowie Gynäkologische Sprechstunde für Frauen im Rollstuhl.
Zudem thematisierte der VdK Krankenkassenbeiträge auf Betriebsrenten und die immer stärker steigenden Eigenanteile, die Pflegebedürftige für einen Pflegeheimplatz zahlen müssen. „Diese Kosten … sind für viele Pflegebedürftige ein existenzielles Problem“, sagt Verena Bentele. „Allein können viele Pflegebedürftige diese Beträge nicht aufbringen.“

Das Thema Barrierefreiheit im öffentlichen Raum beleuchtet auch ein Interview mit Landes-Behindertenbeauftragter Stephanie Aeffner: „Als Rollstuhlfahrerin kann ich froh sein, wenn ich überhaupt ein Restaurant finde, in das ich reinkomme.“

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