Querschnittgelähmte des Jahres 2019 geehrt

Die Freiburger Architektin Ursula Schwaller und der Aargauer Psychotherapeut und Politiker Peter Lude sind die «Querschnittgelähmten des Jahres 2019». Die Ehrung fand am 8. 12. im Schweizer Paraplegiker-Zentrum statt.

 

Bereits zum 27. Mal hat die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) gestern Sonntag zwei «Querschnittgelähmte des Jahres» geehrt, die in ihrem Leben Großartiges geleistet haben. In diesem Jahr kürte die fünfköpfige Jury (siehe Box) die Freiburger Architektin Ursula Schwaller und der Aargauer Psychotherapeut und Politiker Peter Lude. Sie sind gemäß Jury wichtige Vorbilder für andere Betroffene. Die Ehrung fand anlässlich des alljährlichen Adventskonzertes im Schweizer ParaplegikerZentrum statt. Begleitet wurde die Ehrung von einem Auftritt bekannter Künstler des Internationalen Opernstudios IOS Zürich.

Ursula Schwaller lebt die Inklusion Seit 17 Jahren ist die 43-jährige Ursula Schwaller querschnittgelähmt. Eine Schneeschuhtour veränderte das Leben der damals 26-Jährigen radikal. Ihre Lebensfreude hat sie trotz des folgenschweren Unfalls nicht verloren. Noch während der Rehabilitation in Nottwil wurde der Paraplegikerin klar, dass sie ihre sportliche Zukunft auf dem Handbike verbringen wird. Schnell war Ursula Schwaller bei den Besten und wurde in die Nationalmannschaft berufen. Höhepunkt ihrer Spitzensport-Karriere waren die Weltmeisterschaften von 2009 bis 2011 mit insgesamt sechs Goldmedaillen im Zeitfahren und Straßenrennen. Ebenso zu den Highlights gehörten die Teilnahmen an den Paralympischen Spielen in Peking und London. Die Inklusion lebe Ursula Schwaller nicht nur als Sportlerin, wenn sie mit Velofahrern 500 Kilometer lange Rundfahrten absolviert, so Laudator Heinz Frei. Beruflich ist sie heute als Architektin tätig und somit regelmäßig auf Baustellen anzutreffen. Gesellschaftlich engagiert sie sich beispielsweise für rollstuhlgängige Züge und bekleidet das Vize-Präsidium der Stiftung «Denk an mich».

Peter Lude Der 55-jährige Peter Lude war vor seinem Unfall ein erfolgreicher Schwimmsportler und Rettungsschwimmer. Das Schicksal wollte es, dass genau das Wasser sein Leben komplett veränderte. Wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag führte ein Kopfsprung ins Meer zu einer Tetraplegie. Im Paraplegiker-Zentrum in Basel wurde er nicht nur dazu motiviert, seine Matura nachzuholen und Selbständigkeit zu erlangen, er lernte auch seine zukünftige Frau Yvonne kennen. Ein Paar und einzigartiges Team, so Laudator Guido A. Zäch, seien die Beiden erst etwas später geworden, als Yvonne von ihrem Auslandaufenthalt aus Kolumbien zurückkehrte. In diesem Jahr starteten beide das Studium Klinische Psychologie, Sozialpsychologie und Psychopathologie an der Uni Bern. Das anschließende Doktorat war ein vom Nationalfonds unterstütztes Forschungsprojekt an der Uni Bern, eine große Längsschnitt- und Querschnittstudie, die beide mit einer eigenen Dissertation abschlossen und dafür 2002 die Doktorwürde erlangten. Für diese beiden Doktorarbeiten wurde das Ehepaar Lude/Sigrist im Jahre 2004 mit dem Sir Ludwig Guttmann-Preis der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie (DMGP) ausgezeichnet. Seit 1998 arbeitet Peter Lude in seiner eigenen Praxis für Psychotherapie FSP und engagiert sich seit 2010 im Gemeinderat von Bad Zurzach (AG).

 

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