Den Schwerbehindertenausweis beantragen

In Deutschland wird ein Schwerbehindertenausweis ab einem festgestellten Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50 ausgestellt. Beim Beantragen eines Schwerbehindertenausweises gibt es ein paar Punkte zu beachten.

Ein Schwerbehindertenausweis dient dazu, einen Ausgleich für die behinderungsbedingten Beeinträchtigungen und die Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen bzw. zu vereinfachen. Die Merkzeichen geben über die einzelnen Nachteilsausgleiche Auskunft. Siehe hierzu: Der Schwerbehindertenausweis.

Antrag stellen beim Versorgungsamt

Den Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis stellt man beim zuständigen Versorgungsamt bzw. Landesamt. Auskunft über die jeweilige Zuständigkeit und Kontaktdaten erteilt das Bürgeramt der Stadt (Rathaus). Die verschiedenen Versorgungsämter finden sich aber auch hier: www.versorgungsaemter.de.

Das Formular – Vordruck per Post oder als Download

Zur Antragsstellung benötigt man ein entsprechendes Formular. Den Vordruck des Antragsformulars sendet das zuständige Amt nach schriftlicher Anfrage zu.

Es gibt auf den Internetseiten der Versorgungsämter auch die Möglichkeit den Antrag herunterzuladen oder online auszufüllen und abzuschicken.

Zusätzliche Informationen bei Antragsstellung

Bei der Antragsstellung sind folgende Informationen anzugeben:

  • Persönlichen Daten des Antragstellers (ggf. zusätzlich die des gesetzlichen Vertreters
  • Informationen zu dem gesundheitlichen Zustand, insbesondere zu den gesundheitlichen Einschränkungen und deren Behandlungen in den vergangenen zwei Jahren, inkl.:
    • Umfassende Arztberichte mit genauer Beschreibung des Befundes und des Funktionsausfalles oder
    • Hausärztlichen Untersuchungsunterlagen, z.B.:
      • Facharztbriefe

      • Krankenhausberichte

      • Kurschlussgutachten

      • Röntgenbefunde

    • Hinweis: Ärztliche Bescheinigungen, die nur die geäußerten Klagen und Beschwerden enthalten, reichen nicht aus (service-bw.de, 2020).

  • Kontaktdaten von Fachärzten, bei denen Behandlungen stattgefunden haben oder noch immer stattfinden
  • Kontaktdaten des Hausarztes
  • Informationen zu Gutachten der letzten zwei Jahre, sowie zu den betroffenen Sozialversicherungsträgern, der Kranken- und Pflegekasse
  • Angaben darüber, welche Merkzeichen man bei der Erteilung eines Schwerbehindertenausweises für nötig hält
  • Die eigene Unterschrift (bzw. die eines gesetzlichen Vertreters) zur Bestätigung der Richtigkeit der Angaben sowie zur Entbindung der genannten Ärzte von der gesetzlichen Schweigepflicht.

Dem ausgefüllten Formular sollte unbedingt eine Kopie des Personalausweises, und ggf. eine Kopie des Aufenthaltstitels oder eines Betreuernachweises beiliegen (handicapx.com, 2020).

Nach der Antragsstellung

Die Bearbeitung beim Versorgungsamt dauert i. d. R. drei bis sechs Monate. Der Bearbeitungsprozess kann erst erfolgen, wenn alle relevanten, medizinische Unterlagen eingegangen sind; fehlende Unterlagen müssen nachgereicht werden. Der ärztliche Dienst des Versorgungsamtes oder ein Gutachter prüft und bewertet dann (anhand der Unterlagen – persönliche Untersuchungen kommen sehr selten vor) den Gesundheitszustand des Antragstellers. Dieses Gutachten dient dem Versorgungsamt als Entscheidungsgrundlage zur Feststellung des Grades der Behinderung (GdB) sowie den zu vergebenen Merkzeichen.

Nach Bearbeitung erhält der Antragsteller einen schriftlichen Bescheid mit der Aufforderung ein Passfoto zu senden. Anschließend wird der individuelle Schwerbehindertenausweis erstellt, die zutreffenden Merkzeichen ergänzt und der Schwerbehindertenausweis an den Antragsteller versandt. Erst mit Zustellung des Schwerbehindertenausweises können Betroffene die damit verbundenen Nachteilsausgleiche nutzen.

Widerspruch bei Ablehnung des Antrags

Dass es bei einer Querschnittlähmung zu einer Ablehnung des Antrags auf einen Schwerbehindertenausweis kommt, ist sehr unwahrscheinlich. Sollte dieser Fall dennoch eintreten, kann der Antragsteller innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheides Widerspruch einlegen. Ein medizinisch begründeter Widerspruch des behandelnden Arztes kann dabei hilfreich sein. Nach einem Widerspruch prüft das Versorgungsamt die Entscheidung. Bleibt es dabei, heißt die entsprechende Nachricht „Widerspruchsbescheid“, bei Bewilligung heißt die Mitteilung „Abhilfebescheid“. Gegen einen Widerspruchsbescheid kann Klage beim Sozialgericht erhoben werden.

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