Querschnittlähmung und das Coronavirus

Eine Querschnittlähmung allein führt nicht dazu, dass die Menschen mit Querschnittlähmung ein erhöhtes Risiko für Viruserkrankungen haben. Aufgrund von Einschränkungen der Atemfunktion (Tetraplegiker) oder anderen Begleiterkrankungen können sie aber zu Risikopersonen werden. Es gibt Empfehlungen, wie sich Betroffene verhalten sollten. Diese unterscheiden sich allerdings nicht von den Empfehlungen der Allgemeinbevölkerung.

SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2, Isolat SARS-CoV-2/Italy-INMI1). Elektronenmikroskopie, Negativkontrastierung (PTA). Maßstab: 100 nm. Quelle: Tobias Hoffmann, Michael Laue, Robert Koch-Institut (RKI), 2020.

Inwieweit die Immunabwehr bei Menschen mit chronischer Querschnittlähmung beeinträchtigt ist, wird untersucht. Siehe hierzu: Das Immunsystem

Ob und inwieweit Querschnittgelähmte zu den sogenannten Risikogruppen für Corona zählen, beantworten am besten einige der Betroffenen selbst. „Hi, wir sind´s. Die Risikogruppe“ – unter #Risikogruppe erklären einige Aktivisten um Raul Krauthausen auf Instagram, weshalb es für sie und viele andere mit ähnlichen Behinderungsbildern so extrem wichtig ist, die Ausbreitung zu stoppen.

Empfehlungen speziell für Menschen mit Querschnittlähmung können derzeit in Bezug auf Corona nicht ausgesprochen werden, weil es keinerlei Erfahrungswerte gibt, auf die man zurückgreifen könnte.

Allgemeine Informationen und Handlungsempfehlungen gibt es auf:

Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO beantwortet die Wissenschaftlerin Lindsay Lee (selbst Rollstuhlnutzerin) Fragen zum Thema Behinderung und COVID-19: Wie können Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen ihre körperliche und psychische Gesundheit schützen? Die Aufzeichnung des kompletten Live-Streams (in englischer Sprache) ist über die Homepage der WHO oder über deren Facebook-Auftritt abrufbar.

Zudem ist es in Zeiten einer erhöhten Ansteckungsgefahr wichtig zu wissen, wie sich das Immunsystem stärken und die Infektionsgefahr einschränken lässt.

Bei Assistenzbedarf

In Gebieten mit Ausgangssperre gilt für Menschen mit Assistenzbedarf, dass ihre Assistenten natürlich trotzdem zu ihnen nach Hause kommen müssen. Sollte es zu Kontrollen kommen und damit ein Arbeitsnachweis erforderlich werden, haben das Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) und das Netzwerk für Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Assistenz (NITSA) entsprechende Vordrucke für Arbeitgeberbescheinigungen ins Internet eingestellt. Zu den entsprechenden Links geht es hier.

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