Sechs on the Beach: Mit diesen Hilfsmitteln im Rollstuhl an den Strand

Mit dem Rollstuhl am Strand unterwegs zu sein ist gar nicht so einfach. Vor allem die Lenkräder sind es, die sich gerne mal im losen Untergrund festbeißen und das Vorankommen erschweren. Aber es gibt Lösungen.

Beach Trax

Beach Trax sind Kunststoffplatten, die auf dem Sand ausgelegt und ineinander gesteckt werden. So entstehen für Rollstühle befahrbare Bahnen am Strand, die kreuz und quer durch die Gegend führen (auch ins Wasser, wenn man das will) und genauso schnell ab- wie aufgebaut werden könne. Sinnvoll sind die Beach Trax vor allem dann, wenn mehrere Rollstuhlfahrer den Strand befahren wollen. Und das von einem bestimmten Anfangs- zu einem bestimmten Endpunkt. Ein spontanes Fahren in eine völlig andere Richtung geht mit den Beach Trax nämlich nicht.

Der Vorteil an diesem System: Man bleibt die ganze Zeit im eigenen Rollstuhl. Und Veränderungen müssen am Rollstuhl auch keine vorgenommen werden.

Für mehr Informationen siehe: Ab in die Brandung – Mit Beach Trax für Rollstuhlfahrer

Gecko Traxx

Die Gecko Traxx sind eine preisgekrönte Erfindung aus Australien. Der innovative Reifenbezug, mit dem der eigenen Rollstuhlreifen aufgerüstet wird, dehnt sich bei Bodenkontakt aus. Dadurch wird die Kontaktfläche um das Dreifache vergrößert und das Einsinken in den Sand wird vermieden.

Für mehr Informationen siehe: GeckoTraxx – Rollstuhlreifen für den Strand

Outdoor-Rollstühle  

Die mit Abstand teuerste Methode um am Strand voran zu kommen, ist das Umsteigen in einen Outdoor-Rollstuhl. Die kommen durch Watt, Wellen, Matsch, Dünen, Kies und Schnee. So ein einfacher Strand ist für den schwächlichsten der manuellen oder elektrischen Outdoor-Rollstühle überhaupt keine Herausforderung. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen mit allerlei Zubehör-Schnickschnack. – Ganz kostengünstig sind sie aber nicht. Für die zwei Wochen Sommerurlaub am Meer mag sich für so machen die Investition nicht lohnen.

Für mehr Informationen siehe: Ab ins Gelände mit manuellen Outdoor-Rollstühlen und Outdoor-Elektrorollstühle für den Trip ins Abenteuer

Strandrollstühle

Die naheliegendste Lösung für das Rollstuhlfahren am Strand, wäre sicherlich auf einen Strandrollstuhl umzusteigen. Strandrollstühle verfügen über extrabreite Reifen, mit denen man auch direkt ins Wasser fahren kann. Bei manchen Modellen haben diese Reifen eine Auftriebsfunktion, so dass man im Wasser treibt, ähnlich wie auf einer Luftmatratze. Der große Nachteil der Strandrollstühle: Die wenigsten sind für den Eigenantrieb geeignet. Man wird sich also schieben lassen müssen, was für viele Rollstuhlfahrer eine gruselige Vorstellung sein mag. Ganz kostengünstig sind sie auch nicht, aber Strandrollstühle kann man tatsächlich auch mieten.

Für mehr Informationen siehe: Strandrollstühle – Für Sand, Wellen und Watt

 Ski für den Strand

 Die Lenkräder sind es, die im losen Untergrund das größte Problem darstellen. Sie können durch (nicht lenk- oder per Hand antreibbare) Vorspannräder ersetzt werden, von denen die meisten deutlich größer und bereiter sind, als die normalen Lenkräder, siehe hierzu: Das Vorspannrad: Ein fünftes Rad am Rollstuhl. Ebenfalls denkbar für den Einsatz am Strand, sind die schweizerischen WheelBlades, die ja eigentlich durch Pulverschnee gleiten sollen.

Ski für den Rollstuhl gibt es auch von anderen Herstellern. Und zwar für den expliziten Gebrauch auch im Sand. Die SlickSkis sind etwas länger als die WheelBlades und mit ca. 140 Euro (zzgl. Import und Versand, Stand: April 2020) etwas billiger. Erhältlich sind sie hier.

Bei all diesen Varianten gilt: Sie funktionieren am besten in Verbindung mit Gelände-Rollstuhlreifen. Rollstuhlreifen gibt es ja in verschiedenen Breiten und unterschiedlichen Profilen. Am Strand verwendet man am besten breite Reifen, die aufgrund der höheren Auflagefläche nicht so schnell einsinken.

Mehr Informationen zu Geländereifen und WheelBlades gibt es im Beitrag: Mit dem Rollstuhl auf Eis und Schnee

Vom Boden in den Rollstuhl

Schlussendlich stellt sich bei einem Strandbesuch auch noch die Frage, wie man möglichst selbständig aus dem Rollstuhl raus und wieder reinkommt. Mit Liftsystemen, wie es sie in vielen Hallenbädern gibt, sind die wenigsten Strandbäder ausgestattet und in freier Wildbahn sucht man sie vergebens (siehe: Schwimmbäder mit Transferhilfen in Deutschland und Österreich).

Transfers aus dem Rollstuhl auf und von etwa gleichhohen Flächen, sind ja machbar, und auch die Transfers vom Boden sind mit entsprechendem Training erlernbar. Allerdings setzten diese Transfers einen stabilen, festen Untergrund voraus – nur Sand ist eben dafür bekannt, dass man gerne mal auf ihm wegrutscht. Um dieses Problem zumindest für Menschen mit entsprechender Armkraft zu lösen, gibt es von verschiedenen Herstellern eine Art von Treppe: Drei Stufen, die vor dem Rollstuhl stehen und an denen man sich hoch bzw. hinunterhangeln kann. Die Systeme sind platzsparend zu verpacken und dadurch ganz gut zu transportieren.

Mehr Informationen zu den Systemen Para Ladder und ResQup siehe: Vom Boden in den Rollstuhl – Mit und ohne Hilfsmittel

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