Vorsicht beim Tragen von Behelfsmasken

Eine Behelfsmaske beim Einkaufen oder einer kurzen Bahnfahrt zu tragen, sollte kein Problem sein. Doch über einen längeren Zeitraum hinweg, können Behelfsmasken und noch mehr FFP3-Masken dem Träger erheblich schaden und zu Druckstellen und anderen Hautirritationen führen.

Vor allem medizinisches Personal, Pflegende und Assistenten von Menschen mit Pflegebedarf müssen Behelfs- oder FFP3-Masken bei der Arbeit den ganzen Tag tragen. Dies kann nicht unerhebliche Folgen für die Hautgesundheit der Betroffenen haben.

Mögliche Risiken 

Die Haut kann unter den Masken schwitzen und auch durch die Atmung entsteht Feuchtigkeit. In Verbindung mit Druck und Reibung durch die Maske, vor allem an den Rändern, kann es langfristig zu Schädigungen der Haut und zu Druckstellen (Dekubitus) kommen. Außerdem: Geschädigte Haut ist durchlässiger für Krankheitserreger. Vor allem die Stellen an Wangen, Nase und hinter den Ohren sind Bereiche mit einem hohen Risikopotential.

Vorsichtsmaßnahmen

Menschen mit Querschnittlähmung, die Angehörigen oder Assistenten betreut werden, die über längere Zeit einen solchen Mund-Nasen-Schutz tragen, sollten sie diese darüber informieren, was beim Tragen der Masken zu beachten ist. Worauf genau geachtet werden sollte, erklärte ein Beitrag in Nursing Standard vom Mai 2020:

  1. Wenn es drückt oder scheuert: Maske auswechseln

Die Maske muss richtig angepasst sein. Sollte sie an der Haut scheuern oder zu hoher Druck auf bestimmte Gesichtspartien, z. B. die Wangenknochen, Kinn oder die Hinterseite der Ohren entstehen, passt die Maske nicht richtig und muss neu ausgerichtet oder durch eine andere ersetzt werden. Masken mit Bändern sind solchen mit Gummizug wenn möglich vorzuziehen.

An den Stellen, an denen der Rand der Maske auf der Haut aufliegt, sollte kein anderes Material angebracht sein, wie z. B. ein Pflaster.

  1. Pausen einlegen

Spätestens alle zwei Stunden sollte die Maske abgenommen werden, damit die betroffenen Hautstellen wenigstens zeitweise eine Druckentlastung erfahren. Danach eine saubere, neue Maske verwenden.

  1. Auf Hygiene achten

Die Maske selbst sollte beim Anlegen immer sauber und trocken sein und die Hände vor dem Anlegen mit Wasser und (evtl. desinfizierender) Seife gereinigt und dann gründlich abgetrocknet worden sein. Um Hautschäden durch Reibung zu vermeiden kann man bei häufigem Händewaschen die Hände trockentupfen statt zu reiben. (Siehe auch: Infektionen vermeiden durch die richtige Händehygiene)

  1. Haut pflegen

Die Haut ist einer erhöhten Belastung ausgesetzt und muss entsprechend gepflegt werden. Eine feuchtigkeitsspendende Creme oder Lotion sollte mindestens 30 Minuten vor dem Anlegen der Maske verwendet werden. Die Haut ist am widerstandsfähigsten, wenn sie sauber, nicht feucht aber auch nicht ausgetrocknet und gut durchblutet ist.

  1. Viel trinken

Um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen und dadurch widerstandsfähiger gegenüber Krankheitserregern zu machen, sollte man immer viel trinken (siehe auch: Das Immunsystem). Wenn dies während der Arbeit nicht möglich ist, sollte man vor und während dem Einsatz für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sorgen.

Siehe auch:

Coronavirus: Mund-Nasen-Schutzmasken sinnvoll (nicht nur) für Menschen mit Querschnittlähmung