Coronavirus: Mund-Nasen-Schutzmasken sinnvoll (nicht nur) für Menschen mit Querschnittlähmung

Mundschutz, Mund-Nasenschutz, Atemschutz-, Behelfs- und Gesichtsmasken… Diese Begriffe werden oft synonym verwendet, doch welche Masken sind wie und in welchem Maße geeignet zum Schutz vor Infektionen? Im Folgenden einige Erläuterungen:

Generell zählen Schutzmasken zu den Schutzmaßnahmen. Die Frage, die sich dabei aber stellt – wen oder was schützen sie?

Atemschutzmasken (FFP2- oder 3-Masken) – Schützen den Träger

Atemschutzmasken auch Partikelfiltermasken genannt, dienen dem Träger als Schutz vor Mikroorganismen, die mit Tröpfchen (z. B. Corona-Virus ) oder Aerosolen übertragen werden können. Es gibt sie in den Klassen  FFP2- und FFP3 (FFP steht für filtering face piece) und nur in diesen Klassen haben sie eine nennenswerte Schutzfunktion. Diese Masken werden im medizinischen Bereich eingesetzt zum Schutz des Personals. Das Atmen mit diesen Masken ist erschwert, da diese Masken sehr dicht sind und dadurch der Atemzug mehr Kraft erfordert. Es gibt diese Masken mit und ohne Ventil. Die Masken sind nach der DIN-Norm  bzw. EN 149 geprüft.

Anders als Behelfsmasken dürfen FFP2 und 3 Masken nicht gewaschen werden, da sonst ihre schützende Wirkung für den Träger verloren geht. 

Um bei einer Mehrfachverwendung Hygiene und Schutz zu gewährleisten sollten Masken mehrere Stunden in einem trockenen Umfeld dem Sonnenlicht ausgesetzt sein oder in einem trockenen Raum für mindestens 72 Stunden (andere Quellen sprechen von mindestens 7 Tagen) zum Auslüften aufgehängt werden. Ohne menschliche Wirtszellen wird das Coronavirus auf der Maskenoberfläche absterben und die trockene FFP2-Maske hat ihre Schutzfunktion zurück. Zu weiteren Informationen zu Umgang und Reinigung von FFP2-Masken der FH Münster geht es hier. Zu einer Handreichung des Robert Koch Instituts geht es hier

Mund-Nasen-Schutzmasken (OP-Masken) – Schützen das Umfeld

Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS), auch OP-Masken oder chirurgische Masken genannt, schützen das Umfeld – z. B. bei einer Operation schützen sie den Patient vor dem Operateur. Ausgeatmete Tröpfchen sollen nicht auf das Operationsfeld oder die Umgebung gelangen. Daher werden diese Mund-Nasen-Schutzmasken bei sterilen Arbeiten, in der Produktion von Medizinprodukten eingesetzt oder aber auch bei erkrankten Personen, die ihr Umfeld schützen wollen. Der Mund-Nasen-Schutz liegt nicht so fest an wie eine Atemschutzmaske, daher ist das Atmen nicht erschwert.

In einer gemeinsamen Stellungnahme empfehlen die deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP), die Deutsche Stiftung für Querschnittlähmung (DSQ) und die Fördergemeinschaft für Querschnittgelähmte (FGQ) in Anlehnung an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Robert-Koch-Institut (RKI): „Wenn sich eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) oder einer alternativen, ggf. textilen Barriere im Sinne eines MNS durch diese Person sinnvoll sein (Schutz der Mitmenschen). Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass ein Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt (d.h. möglichst enganliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden.“

Masken tragen: Sinnvoll, wenn es alle machen.

2009 (nach dem Ausbruch der Schweinegrippe) stellte ein Team der University Cambridge die Frage, wie effektiv selbstgenähte Mund-Nasen-Schutzmasken (Behelfsmasken) im Vergleich (nicht zu den schützenden und vergriffenen Partikelschutzmasken) zu industriell hergestellten OP-Masken sind. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass OP-Masken 80% der Partikel auffangen könnten, während selbstgemachte Masken aus Baumwolle immerhin noch 50% der Partikel aufhielten. Dies setzte das Team in Relation zum Tragen von überhaupt keiner Maske, bei dem andere Menschen vor genau 0% der Partikel, die ein Individuum ausatmet, geschützt würde. Die Forscher resümierten, dass das Tragen von Schutzmaßnahmen sinnvoll sei, wenn es um die Vermeidung der Weitergabe von Infektionen ginge.

Ausnahmen bei der Maskenpflicht

Seit dem 27. April 2020 gilt in Deutschland eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in öffentlichen Gebäuden sowie beim Einkaufen. (Zu einer entsprechenden Empfehlung des Robert Koch Institutes geht es hier.) Menschen, deren Gesundheitszustand das Tragen eine Maske nicht zulässt, sind von dieser Regelung ausgenommen. Bei Menschen mit Querschnittlähmung könnte z. B., wenn eine Atemfunktionsstörung vorliegt, das Tragen einer Maske zu Atemnot führen. Eine entsprechende Bescheinigung eines Arztes ist in solchen Fällen immer mit sich zu führen.

Siehe hierzu die Anmerkungen im Bußgeldkatalog hier.

Zum Umgang mit Masken

Bei der Verwendung von OP- bzw. FFP2-Masken) ist einiges zu beachten:

  • Masken nur für den privaten Gebrauch nutzen.
  • Auf Hygienevorschriften achten.
  • Trotz Maske Sicherheitsabstand von mind.1,5 Metern einhalten.
  • Vor dem Anlegen Hände waschen.
  • Maske richtig über Mund, Nase und Wangen platzieren. An den Rändern sollte sie möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
  • Durchfeuchtete Maske umgehend abnehmen und ggf. wechseln
  • Außenseite der gebrauchten
  • Maske möglichst nicht berühren, da Erreger darauf sein können.
  • Nach Absetzen der Maske Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich waschen; siehe: Infektion vermeiden mit der richtigen Händehygiene.
  • Maske nach dem Abnehmen in einem Beutel luftdicht verschlossen aufbewahren oder sofort waschen. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Die Masken sind für den einmaligen Gebrauch gedacht. Das sie derzeit (Herbst 2021) keine Mangelware darstellen, sollten sie nach jedem Tragen entsorgt werden.

Zu den Ausführlichen Empfehlungen und weiteren Hinweisen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zum Umgang mit dem Mundschutz geht es hier. In den Empfehlung wird auch noch einmal deutlich dargestellt, wie sich Behelfs- bzw. Community-Masken und Filtermasken unterscheiden und wen bzw. vor was schützen.