Der barrierefreie Garten

Blühende Pflanzen, selbst angebautes Gemüse und Erholung im Grünen – Gärten bereichern die Lebensqualität. Mit ein paar Veränderungen können Rollstuhlfahrer ihren Garten problemlos eigenhändig in Szene setzen und nutzen.

Bild 79372459 Copyright digital reflektions, 2013 Mit Genehmigung von Shutterstock

Mithilfe möglichst fachlicher Beratung sollten zunächst die Gartensituation und Vorlieben sowie Handicaps des Nutzers erfasst werden. Lieblingsplätze und -pflanzen, aber auch Problemzonen wie Böschungen oder schlecht zu pflegende Bereiche können für das Planungskonzept ausschlaggebend sein.

Für Stufen, zu enge und schlecht nutzbare Wege oder unerreichbare Beete gibt es Alternativen, die den Weg frei machen für unkomplizierte Gartenarbeit, Erde unter den Fingernägeln und eine Speisekammer voll von Eingemachtem aus der eigenen Produktion.

Eine barrierefreie Gartengestaltung, orientiert an den individuellen Bedürfnissen, könnte z. B. so aussehen:

Zugang zum Garten

Rampen können Stufen ersetzen, wenn der zu überbrückende Höhenunterschied nicht zu groß und genügend Raum für eine Rampe vorhanden ist. Gartengestalter legen dazu auch attraktive Steinwege mit und ohne Geländer an. Ein Geländelauf muss sicheren Halt bieten und gut zu greifen sein. Sollen einzelne Stufen durch Rampen überbrückt werden, sollte das Gefälle nicht mehr als 6% ausmachen. Dieser Richtwert gehört erprobt und kann individuell variieren, dabei sollte auch an Besucher gedacht werden. Von der Rampe zum Hauszugang brauchen Rollstuhlfahrer eine ebene Fläche von mindestens 150 cm Durchmesser, um die Tür öffnen zu können, ohne zurückzurollen. Schwellenfreie Terrassentüren können ebenfalls zu den Umbauten gehören.

Wege

Die Wege sollten gut begeh- oder befahrbar, ausreichend breit und ggf. mit Beleuchtung ausgestattet sein. Rutschhemmende und griffige Bodenbeläge gibt es speziell für den Außenbereich. Für nähere Informationen siehe: Wege und Bodenbeläge im barrierefreien Garten

Elektrische Elemente

Teichpumpen oder Markisen lassen sich auch elektrisch bedienen. Die Schalter sollten griffig und gut zu betätigen sein. Bei Bedarf können automatische Bewässerungsanlagen das Gießen übernehmen, die auch in Urlaubszeiten sehr praktisch sind. Mähroboter arbeiten selbstständig, solange der Rasen nicht allzu lang und der Garten durch einen Begrenzungsdraht begrenzt und nicht zu verwinkelt oder abschüssig ist.

Gartengeräte

klein shutterstock_107607824peppi18In gut erreichbaren Regalen oder Schränken sollte alles Nötige griffbereit und gut handhabbar sein: Hacken und Schaufeln, Besen und Töpfe, Saatgut, Gießkanne oder Kissen für die Gartenstühle. Müllboxen, ein Gartenschlauch und der Zugang zu Gießwasser müssen unkompliziert erreichbar und geschützt sein. Um das Wassertragen zu erleichtern, kann schon eine zusätzliche Regentonne hilfreich sein. Siehe auch: Hilfsmittel im barrierefreien Garten.

Bäume und Sträucher

Kleine Obstbäume und Beerensträucher können ohne Leiter abgeerntet werden.

Hilfsmittel

Kniekissen und Bänkchen mit seitlichen Griffen, Gartenscheren mit Rollgriff, die mit weniger Kraft zu bedienen sind, Greifer oder Standkehrblech machen die Arbeit im Garten leichter.

Hochbeete

Das reine Tischbeet, ein kastenförmiges Beet in unterfahrbarer Tischhöhe ohne Bodenkontakt für die Pflanzen, eignet sich nur für Gewächse ohne lange Wurzeln. Es braucht eine Drainage, damit das Wasser abfließen kann und muss recht dosiert bewässert werden.

Unterfahrbare Hochbeete mit Bodenkontakt dagegen reichen in der Mitte bis zum Boden, kommen an den äußeren Enden aber einem Tischbeet nahe und bieten den Pflanzen trotzdem  Nähstoffaustausch. In einem fachkundig angelegten und geschichteten Hochbeet sollen die Pflanzen laut Experten sogar noch besser gedeihen als im ebenerdigen Beet … (Modery, 2013). Für weitere Informationen siehe: Hochbeete im barrierefreien Garten.

Siehe auch: Spaß am eigenen Beet

Fragen & Kommentare

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  1. Stefan Ott 13.06.2013, 08:27 Uhr

    Sind die Mährobotor wirklich schon so gut und effektiv um die allein loszulassen?
    Gibt es hierzu weitere Infos bzw. Bewertungen?

    Danke für die Bemühungen!

    • Nikola Hahn 13.06.2013, 13:09 Uhr

      Guten Tag Herr Ott,

      Öko-Test hat im April 2013 Mähroboter getestet: http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=101801&bernr=01.
      Wenn Sie auf den Begriff „Mähroboter“ in unserem Artikel klicken, erhalten Sie in Kurzform weitere Informationen. Es gibt neben dem erforderlichen Begrenzungsdraht gewisse Einschränkungen, die beachtet werden müssen. Daher sollte diese nicht ganz billige Anschaffung unter Berücksichtigung der persönlichen Bedürfnisse und Beschaffenheit des Gartens individuell diskutiert werden.

      Viele Grüße
      Nikola Hahn